Hersteller_Focusrite
Test
2
11.09.2015

Focusrite Clarett 8Pre Test

Thunderbolt Audiointerface

Viele Mic-Pres und etwas Interface, bitte!

Mit dem Clarett 8Pre schauen wir uns das erste Interface der auf der Musikmesse 2014 neu vorgestellten Thunderbolt-Audiointerfaces von Focusrite an. Es ist mit acht Preamps und 18-In/20-Out das zweitgrößte Interface innerhalb der roten Clarett-Range. Neben dem ganz großen Clarett 8PreX (Gott, wer denkt sich diese Namen aus…), gibt es außerdem noch das kleine Clarett 4Pre und das ganz kleine Clarett 2Pre.

Projektstudios, die viele Ein- und Ausgänge benötigen, sind mit dem Clarett 8Pre jedenfalls gut beraten, wie wir auch in unserer Kaufberatung feststellen konnten

Details

Thunderbolt-Interface mit reichlich Anschlüssen

Das Focusrite Clarett 8Pre ist ein 24Bit/192kHz-Audiointerface mit Thunderbolt-Anschluss. Ausgestattet mit 18 Ein- und 20 Ausgängen sowie acht Mic-Preamps bietet das ca. 4 kg schwere Interface auf 19-Zoll und 1 HE wirklich reichlich Anschlussmöglichkeiten. 

Die Front wurde in ein edles, rot gebürstetes Aluminium gehüllt, das restliche Gehäuse hingegen besteht aus gefalztem, schwarzen Stahlblech.

Acht Vorverstärker

Die integreirten acht Mic/Line-Eingänge werden in Viererblöcken phantomgespeist und sind mit symmetrischen XLR/TRS-Combo-Buchsen ausgestattet. Die Eingänge 1 und 2 können außerdem in ihrer Impedanz angepasst werden, um sogenannte unsymmetrische "High-Z" Instrumentensignale – wie E-Gitarre und Bass – aufnehmen zu können. Diese beiden Anschlüsse befinden sich der guten Erreichbarkeit wegen auch auf der Front, alle anderen sechs Combo-Buchsen fanden hingegen auf der Rückseite ihren Platz, wo auch noch zehn analoge +4dBU TRS-Ausgänge beheimatet sind.

Die Preamps verfügen über 57 dB Gain und bieten ferner die Möglichkeit, eine sogenannte AIR-Funktion zu aktivieren. Diese soll den Klang klassischen trafobasierter ISA-Vorverstärker emulieren, das Einschalten wird von einem dezenten Relais-Klackern begleitet. Der Gain wird dabei übrigens analog geregelt, wozu sich auf der Front acht geschmeidig drehende Potis finden.

Jeder Drehregler verfügt außerdem über eine gelbe LED, um den AIR-Mode zu visualisieren. Die ersten beiden Potis haben aber zusätzlich noch je eine rote LED am Start, um auch die Aktivität der Instrumenteneingänge anzuzeigen.

LED-Meter, Monitoring und zwei Kopfhörerausgänge

Auf der rechten Vorderseite gibt es ferner ein LED-Levelmeter Display zu bestaunen, das sechs bunte LEDs pro Kanal bietet. Dargestellt werden die acht Inputs sowie Ausgang 1/2, welcher als Main-Out bezeichnet wird. Um diesen in der Lautstärke regeln zu können, benutz man das mit MONITOR bezeichnete Poti rechts vom Display. So spart man sich unter Umständen einen Monitorcontroller. 

Außerdem gibt es dedizierte Mute- und Dim-Taster unter diesem Lautstärkeregler zu finden. Es besteht sogar die Möglichkeit, mehrere Ausgänge mit dem Main-Regler in der Lautstärke ändern zu können.

Rechts außen finden wir neben dem Haupstschalter, die beiden seperat ansteuerbaren Kopfhörerausgängen (6,35 mm TRS) und deren beiden Lautstärkeregler. Sie teilen sich allerdings die Wandler mit den rückseitigen Ausgängen 7/8 und 9/10, sind damit aber immerhin trotzdem getrennt vom Main-Out addressierbar. Abgerundet wird unser Überblick der Front mit drei weiteren LEDs, welche links neben dem LED-Meter zu finden sind und den Thunderbolt-Status, die MIDI-Aktivität und das Sync-Lock visualisieren.

Rückseitige Ausgänge und Digital-Anschlüsse

Die acht analogen Preamp-Eingänge werden von zehn analogen TRS-Ausgängen und zwei Kopfhörer-Ausgängen ergänzt, die sich das Signal mit den beiden letzten Ausgangs-Paaren teilen (7/8 und 9/10). Dazu gesellen sich in beide Richtungen acht optische Kanäle via ADAT sowie zwei Kanäle koaxiales S/PDIF – und damit hätten wir auch schon alle Audioanschlüsse abgehandelt.

In der DAW taucht das Clarett dennoch als 20-In/20-Out auf– und nicht als 18-In/20-Out Interface – was aber dem zusätzlichen Rückspielweg (Loopback) aus dem DSP-Mixer geschuldet ist. 

Ergänzt wird das Ganze rückseitig von einem MIDI-I/O, dem Wordclock Ausgang sowie dem Thunderbolt-Port und dem Stromanschluss. Das Netzteil akzeptiert übrigens Spannungen zwischen 100 und 240 Volt, sodass man sich auch international auf der sicheren Seite fühlen darf. Das Interface von externen Clocks syncen zu lassen, ist allerdings nicht so einfach möglich, da das Clarett auf Grund einer fehlenden Wordclock-In-Buchse lieber als Master agieren möchte.

Kein Thunderbolt-Kabel aber Software-PlugIns

Der Lieferumfang umfasst das Stromkabel und eine Faltkarte mit Download-Lizenzen für die 64-Bit Plug-Ins Red 2 (EQ) und Red 3 (Compressor) in den Formaten VST/AU/AAX. Das Handbuch muss man sich übigens herunterladen, ihr findet es in Deutsch hier.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare