Bass Hersteller_Fender
Test
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02.01.2018

Fender Standard Jazz Bass Test

Viersaitiger E-Bass

Altbewährtes mit (fast) neuer Komponente!

Der Jazz Bass zählt nach wie vor zu den beliebtesten Bassmodellen, und Fender bietet mit ihrer in Mexiko gefertigten Standard-Serie seit Jahrzehnten einen preisgünstigen Einstieg in die Welt ihres All-Time-Klassikers. Bisher waren die Modelle aus der Standard-Serie wahlweise mit Palisander -oder Ahorngriffbrett erhältlich. Aufgrund der neuen Cites-Bestimmungen (seit dem 2.1.2017 stehen sämtliche Palisanderarten unter Artenschutz) entschloss sich Fender dazu, den Großteil der Mexiko-Produktion von Palisander auf Pau Ferro umzustellen. Wir haben uns einen mexikanischen Jazz Bass mit Pau-Ferro-Griffbrett in das bonedo-Testlabor liefern lassen und wollen herausfinden, ob das neue Griffbrettmaterial einen signifikanten Einfluss auf den Klang des Basses hat.

Details

Mein Testbass kommt im klassisch-eleganten Understatement-Look mit schwarzer Hochglanzlackierung und einem passenden dreilagigen Parchment-Pickguard. Selbstverständlich können die Jazz-Bässe aus der Standard-Serie auch in anderen Farben geordert werden. Aktuell sind die Modelle in Artic White, Brown-Sunburst, Candy Apple Red, Lake Placid Blue und Black erhältlich.

Der Korpus besteht bei allen Modellen aus Erle und besitzt die traditionelle Jazz-Bass-typische Offset-Form. Für die aufgeschraubte Halskonstruktion kommt altbewährtes Ahorn zum Einsatz. Auf dem schlanken Profil sitzt ein mitteldickes Griffbrett aus brasilianischem Eisenholz - bzw. Pau Ferro. Fender verwendet übrigens schon seit vielen Jahren Pau Ferro als Griffbrettmaterial - das attraktiv gemaserte Holz konnte beispielsweise bei den fünfsaitigen Standard-Jazz-Bässen aus den 90er-Jahren als Option bestellt werden. Und auch bei der aktuellen SRV-Stratocaster setzt die amerikanische Traditionsfirma auf die Palisander-Alternative aus Brasilien.

Rein optisch macht sich das Pau-Ferro-Griffbrett bei meinem Testkandidaten sehr gut, wie ich finde. Der Look des Basses ist zwar etwas ungewohnt, weil Pau Ferro deutlich heller als Palisander ist, die schöne Maserung passt aber hervorragend zur eleganten Erscheinung des schwarzen Jazz-Basses.

In Sachen Hardware setzt Fender bei den aktuellen Standardmodellen auf bewährte Komponenten: Auf der Kopfplatte sitzen vier offene Mechaniken, als Steg wird eine einfache Vintage-Bridge verbaut, und für den Sound sorgen zwei Standard-Singlecoil-Tonabnehmer. Soweit bleibt also alles beim Alten!

Allerdings fällt mir bei den Tonabnehmern auf, dass die Polepieces grob dem Radius des Griffbrettes angepasst wurden; die mittleren Polepieces für die A- und D-Saite sind also etwas höher als die der anderen beiden Saiten. Durch diese Maßnahme soll der Lautstärkeabfall der höher justierten Saiten kompensiert werden. Ich bin mir nicht sicher, ob das auch schon bei den Tonabnehmern der älteren Standard-Modelle der Fall war, sinnvoll ist es aber allemal! Geregelt wird der passive Jazz Bass schließlich mit einem Lautstärkeregler pro Tonabnehmer und einer Tonblende zum Absenken der Höhen.

Keinerlei Schwachpunkte leistet sich mein Testbass auch in der Verarbeitung. Die schwarze Hochglanzlackierung weist keine Fehler auf, das Satin-Finish auf dem Halsrücken fühlt sich ultrageschmeidig an, und sämtliche Holzarbeiten, inklusive der Halsausfräsung, wurden absolut akribisch ausgeführt.

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