Hersteller_Chandler_Ltd
Test
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18.01.2013

Praxis

Dies ist einer der Fälle, in denen es sich tatsächlich lohnt, erst einmal einen Blick ins Handbuch zu werfen. Chandlers Designer Wade Goeke liefert dort ein paar knappe, aber trotzdem sehr hilfreiche Gedanken und Hintergrundinformationen zu seinen Design-Entscheidungen und er liefert auch ein paar Beispielsettings, die den Einsatz des Gerätes und den Zugang zu dessen speziellen Funktionen doch sehr erleichtern. Also: Die Lektüre wird auch an dieser Stelle dringend empfohlen!

Dicker und runder Sound vor allem dank Übertrager

Im praktischen Einsatz fällt auf, dass die Kassette den gleichen dicken Ton liefert, den wir auch von den anderen Little Devils kennen. Hier macht sich der Einsatz der diskreten Transistorstufen und vor allem der speziellen Übertrager doch sehr bezahlt. Und das bedeutet, dass der Little Devil Comp mit seinem runden, dicken Grundsound schon einmal überzeugen kann.

Die Kompression selbst erinnert in ihrem Charakter, vor allem was die Release-Kurven betrifft, tatsächlich an den Neve 2254. Allerdings beweist der Chandler-Comp durchaus Eigenständigkeit. Der EQ aus der gleichen Reihe ist klanglich näher an seinen Neve-Vorbildern dran, beim Kompressor ist dies mehr eine entferntere Reminiszenz, die immer wieder durchschimmert. Es ist in der Tat nicht ganz einfach, das eigenwillige Layout dieses Teils in den Griff zu bekommen, aber nach ein bisschen Eingewöhnung gelingen viele Standardaufgaben mit durchweg guten Resultaten. Dabei liegt der Schwerpunkt eher auf den herzhafteren Settings, die Kennlinie insbesondere der Germanium-Variante ist schon wirklich was Spezielles.

Ein wenig schneller könnte es gerne zugehen

Ich hätte mir schnellere Attack- und Release-Werte gewünscht, um den aggressiven Biss der Kompression noch stärker herausstreichen zu können. Insbesondere der Attackparameter ist auch in seiner schnellsten Position immer noch zu langsam, als dass der Devil Comp in Urei-1176- oder API-525-Manier als krasser Lautmacher eingesetzt werden könnte. Wann immer mehr Punch gefragt ist, passen die Attackwerte aber sehr gut. Auch die Release dürfte in ihrer schnellsten Position noch etwas straffer klingen, um beispielsweise Raummikros noch effektiver crushen zu können. Sehr positiv schlagen wiederum das Wet/Dry-Poti und das Sidechain-Filter zu Buche, zwei Funktionen, die man sich eigentlich an jedem Kompressor wünscht, und die ihre Wirkung beim Little Devil keineswegs verfehlen – in vielen Fällen sind dies hevorragende Tools, um den Sound des Kompressors weiter zu verfeinern.

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