2012_Jahresrueckblick Workshop_Folge
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BUDGETIERUNG

Für die "Zutaten" muss man natürlich Geld ausgeben

Für die Eckabsorber brauchen wir folgende Zutaten: Müllsäcke 240 Liter, viel Dämmwolle, Gaffa-Tape, Schrauben, Holzleisten, Kanthölzer in Raumhöhe, Metallwinkel, Gummimatten, Türdichtband und Stoff. 

Handschuhe, Staubschutzmasken- und Brillen, sowie Mützen sollte man am besten auch gleich kaufen. Das Werkzeug besitzt man hingegen besser schon oder leiht es sich, sonst wird es teurer: Bandmaß, Schere, Cutter, Brotmesser,  Bohrer, Akku-Schrauber, Säge und Profi-Tacker plus Nadeln. Das meiste Werkzeug wird ein normaler „Männer-Haushalt“ sicherlich zu bieten haben, einen vernünftigen Elektro-Tacker gibt es im Baummarkt für etwa 60 Euro.

 

Steinwolle, Glaswolle, Thermohanf?

Bei dem Dämmmaterial ist es nicht ganz so wichtig, welches genau ihr benutzt. Hauptsache, es kommt in den Standardpaketen mit Plattengrößen von 0,5 m x 1 m bzw. 0,625m x 1,25 m, ist schwer und billig. Steinwolle ist meist die günstigste Wahl, macht bei der Verarbeitung aber auch den meisten Dreck. Glaswolle ist an sich auch nicht viel netter, dennoch weniger aggressiv. Die teuerste, aber auch ökologischste Variante heißt Thermohanf. Die Wahl habt ihr!

Benutzt dennoch immer ausreichend Schutzkleidung und berücksichtigt diese gleich beim ersten Einkauf, dann juckt es am ersten Feierabend folglich weniger!  

 

 

 

Dicke Dämmplatten und schwere Müllsäcke

Die Dämmplatten sind meistens vorgeschnitten. Wir bevorzugen eine Dicke von 50 mm, besser 100 mm. Da das Material später gestapelt wird, ist dem dickeren Material der Vortritt zu lassen. Rollenware können wir hingegen nicht gebrauchen! Auch von den Müllsacken in der schweren, schwarzen, großen Ausführung solltet ihr nicht abweichen. Dampfsperrfolie oder Ähnliches eignet sich meist nicht!

Beim Molton auf Brandschutz achten!

Der ganze Absorber wird später mit Stoff umtackert, so dass er auch optisch etwas her macht. Ich verwende dafür Satin-Molton, denn dieser ist blickdicht und Brandschutz-imprägniert. Ohne dafür Geld zu bekommen: Am unkompliziertestem bekommt man ihn unter www.rabenring.com  bestellt und prompt „Made in Germany“ geliefert. 

 

 

Was kostet der Absorber im Eigenbau denn nun?

Wir bauen einen Eckabsorber mit Standardmaßen. Wer möchte, kann die tatsächlich benötigte Tiefe anhand der problematischen Frequenzen auch ausrechnen, aber das würde hier zu weit führen. 

Bei einer Raumhöhe von ca. 2,80 bedeutet dies in etwa einen finanziellen Aufwand pro Raumecke von:

  • 3 Pakete Steinwolle = 60 EUR
  • 5 Rahmen/Glattkanthölzer (2 Stoffrahmen à 2,5 Glattkanthölzer, gehobelt 3 m lang, 34 mm x 45mm (eins links, eins rechts (beide auf Raumhöhe zuschneiden lassen!) plus jeweils "ein Viertel" für oben und unten ) = 40 EUR
  • Satin-Molton, 1,5 bis 2 „laufende Meter“ (3 m breit) = 30 EUR
  • ca. 12 Stuhlwinkel, preiswert, klein = 10 EUR
  • Bund Holzlatten, sägerau und "krumm", 2,5 m x 24 mm x 36 mm = 5 EUR
  • Gewebeband („Gaffa“), 1 große Rolle = 5 EUR
  • 1 Rolle Müllbeutel 240 Liter (5 Stück pro Rolle)   = 5 EUR

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Pro Eckabsorber        = 155 EUR

Das macht bei „Plansollvollerfüllung“ mit vier Raumecken à 4 Stück 620 EUR. Hinzu kommt Kleinkram, der für vier und mehr Absorber reicht, jedoch meist nicht in kleineren Verpackungseinheiten zu bekommen ist:

  • Schrauben, Paket  = 10 EURO
  • Tacker-Nadeln, Paket = 10 EURO
  • Gummiunterlage („Waschmaschinen-Matte“) und Moosgummi  = 20 EURO
  • Staubmaske, 3er-Set = 7 EUR
  • Trockenbau-Handschuhe, 3er-Set = 5 EUR

Insgesamt sind das also rund 670 EUR  für vier Eckabsorber (bei 2,8m Raumhöhe oder weniger). Für die Behandlung der restlichen Reflexionspunkte benötigt man ungefähr noch einmal soviel. Na, wenn das mal kein Plan ist!

BAUANLEITUNG IM BEISPIELSTUDIO

Vorher alles genau ansehen

Bevor ihr auch nur einen Nagel kauft, schaut euch diese Baudokumentation vorher einmal genau an, um zu verstehen, was es zu tun gibt. Macht euch am besten von eurem konkreten Raum eine Skizze mit allen Maßen und Problemstellen und tragt die Einkaufsliste darauf aufbauend sehr sorgfältig zusammen, so tauchen im Baummarkt weniger Fragen auf. Und schon kann sie losgehen, unsere "Foto-Love-Story“.

 

Steinwolle auspacken


Als erstes packen wir die Steinwolle aus (Schutzkleidung anziehen!) und teilen alle Platten in der Hälfte. So erhalten wir unseren ersten „High Tower“.

 

 

Müllsäcke werden aufgeschnitten und wieder verklebt

Als nächstes schneiden wir die Böden der Müllsäcke ab und trennen anschließend die resultierenden „Schläuche“ der Länge nach lang auf. So erhalten wir ein großes rechteckiges Folienstück, welches wir mit einem zweiten – wieder der Länge nach – zu einem noch größeren Folienstück zusammenkleben. Am besten einmal von oben und einmal von unten mit wenig Überlappung. So macht ihr aus vier Beuteln zwei große „Laken“. Den fünften Beutel zerschneidet ihr zu vier gleich großen „Deckeln“.

Zwei Klötze bauen

Nun baut bzw. „gaffat“ ihr mit dem Gewebeband zwei in etwa die Hälfe der Raumhöhe hohe Klötze, die aus zwei Müllfolien-Deckeln und einem großen -Laken bestehen luftdicht zusammen. Achtung Optik: Die „Nähte“ aus Gaffa-Tape solltet ihr an die Ecken legen. Es sollten zwei aneinander hängende Seiten ohne Folienüberlagerungen und Klebestellen entstehen, die nicht so schönen „Klebestellen“ kommen hingegen sowieso in die Ecken. Achtet beim Zusammenbauen darauf, die Platten sauber und gerade zu stapeln und das ganze Paket schön eng zu ziehen. Spannen sollte es aber nicht!

Pakete stapeln

Diese Pakete kommen dann in die Raumecken, zwei Stück übereinander. Es ist äußerst wichtig, dass ihr sie präzise baut, damit sie nicht „kippeln“ und möglichst bündig mit den Raumwänden abschließen. Wir hatten im Bild wegen der Fußbodenleisten die untersten Platten ein wenig kleiner geschnitten. Der Stützpfeiler ist aus dem billigsten Holz gebaut und bedarf eigentlich keiner weiteren Bauanleitung: Er drückt die Oberseite des unteren Klotzes an die Wand, um dem darauf stehenden Klotz genügend Stabilität zu bieten, ohne dabei unsere Folien-Membranen zu stören.

Fußbodenbelag schonen … mit der Waschmaschinen-Matte

Wir haben uns auf ein Minimum an Wandlöchern beschränkt, um die Wohnung nach dem Auszug nicht völlig wie einen löchrigen Käse zu hinterlassen. Solltet ihr höher bauen, braucht ihr vielleicht weitere Stützleisten. Achtet darauf „vorzubohren“, bevor ihr Schrauben ins Holz dreht, damit dieses nicht aufreißt. Damit hingegen der Fußbodenbelag verschont wird und auch spätere Resonanzen verringert werden können, schrauben wir ein Stück Waschmaschinen-Matte an jenes Ende des Stützpfeilers, welches auf dem Boden aufsetzt.

Rahmen zusammenschrauben

Als nächstes schrauben wir die Kanthölzer zu zwei stabilen Rahmen zusammen, die später unseren Stoff aufnehmen sollen, um somit das hässliche Innenleben vor der hoffentlich teuer bezahlenden Studio-Kundschaft verstecken zu können. Hier wird nichts in die Wand geschraubt, sondern lediglich passgenau gearbeitet, damit die Rahmen dank oberem und unterem Moosgummiband wie von allein zwischen Decke und Fußboden halten. Solltet ihr das nicht hinbekommen, macht bitte einen extra Winkel an die Decke, damit euch die „Bilderrahmen“ später nicht eimal auf den Kopf fallen.

Stoff spannen

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, hatten wir wieder ein klein wenig extra Aufwand für die Fußbodenleiste. Habt ihr ähnliche Probleme, dann seid kreativ! Hauptsache, der Molton-Stoff kann später alles verdecken. Diesen spannt ihr möglichst erst an den kurzen Seite auf, um ihn anschließend schön straff über die langen Seiten ziehen und festtackern zu können. Alle 10 cm eine Nadel setzten reicht üblicherweise aus. An den Ecken, an denen der Stoff überlappt, kann auch ruhig eine Nadel mehr hinein. Falten bügelt man besser vorher raus.

Rahmen einklemmen

Et Voilà: Wir sind fertig! Okay nicht ganz, ihr solltet das noch ungefähr dreimal wiederholen, wenn ihr alle bedienen wollt. Natürlich erst, nachdem alles „ausgelotet“ wurde. Tretet dazu ruhig etwas kräftiger von unten an die Rahmen, um sie wirklich „knalleng“ einzuklemmen. Legt dazu aber ein Brett dazwischen, denn solltet ihr hellen Stoff verwenden, ist dieser doch schon recht empfindlich.

Kanthölzer oft nicht ganz gerade

Genau passend „auf Ecke“ wird man die Rahmen nicht immer hinbekommen, da Kanthölzer - auch die teueren – nicht wirklich gerade und torsionsfrei sind. Kleiner Trick: Man baut die beiden Holzrahmen schon vorher zu einem „L“ zusammen und bespannt sie anschließend. Hierbei gibt es nur ein klitzekleines Problem: das Aufstellen der gesamten Abdeckung. Diese ist „über die Ecke“ größer als unser Raum hoch ist. Wir hatten Glück, dass es sich bei unserer Decke um eine schlecht abgehängt Gipskartonplattendecke (akustisch ein Problem für sich…) handelte und wir sie in der Mitte des Raumes um die entscheidenden Zentimeter anheben konnten, um den Holzrahmen dort aufrichten zu können. Sieht gleich viel cooler aus und kann auch noch „viel weniger“ umfallen.

So, ihr habt erstmal zu tun, wir lesen uns wieder zu Teil zwei!

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