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MXL A-55 Kicker Mikrofon Test

Praxis

Klanglich präsentiert sich das A-55 Kicker eher mittig

An drei Schallquellen muss sich das MXL A-55 Kicker im Praxiseinsatz beweisen. Zunächst an einer 22×14 Zoll großen Sakae Trilogy Kick, dann an einer Yamaha Recording 18×14 Bassdrum und zuletzt am 16er Trilogy Floortom. Ein Sontronics DM1-B Kondensator Bassdrum-Mikro und ein Electro-Voice N/D 868 fungieren als Vergleichsschallwandler, an der größeren Bassdrum habe ich zudem – bei den gekennzeichneten Files – ein Solomon Subkick Mikro verwendet. An allen Instrumenten wird deutlich, dass das MXL ein tendenziell mittig abgestimmtes Mikrofon ist. Weder die extremen Tiefbässe noch eine übermässige Betonung des Anschlagsgeräusches sind seine Sache.

Fotostrecke: 3 Bilder Natu00fcrlich ist das Schutzgitter abschraubbar.

Kommen wir zunächst zur Sakae Bassdrum, ein im Retro-Stil konstruiertes Modell mit dünnem Ahorn/Pappelkessel: Als Fellbestückung kommt hier ein klares Remo Ambassador auf der Schlag- und ein ventiliertes Remo Ambassador Smooth White auf der Resoseite zum Einsatz. Alle Mikros sind im Luftloch positioniert und zeigen etwas unterhalb des Schlägelauftreffpunktes. Der erste Soundcheck macht direkt deutlich, dass der relativ hoch angesetzte Bassboost des MXL die tiefen Frequenzen der Sakae Bassdrum „verpasst“. Das EV erreicht schon bei 50 Hertz seinen ersten Peak und klingt entsprechend wuchtiger, liefert aber auch gleichzeitig einen etwas runderen Anschlagskick. Am natürlichsten klingt erwartungsgemäss das Sontronics, welches als Kondensatormodell aber auch auf eine realisterische Detailabbildung getrimmt ist. Trotzdem klingt das MXL alles andere als schlecht, denn besonders im Kontext mit dem ganzen Setup sowie dem Solomon Subkick Mikro zeigt sich, dass es wirklich gut klingende Ergebnisse liefert, die in diesem Fall gut mit dem Vintage-Charakter der Bassdrum harmonieren.

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Sakae MXL A-55 solo Sakae MXL A-55 im Kit Sakae MXL A-55 im Kit mit Subkick Sakae EV EV868 solo Sakae EV EV868 im Kit Sakae EV EV868 im Kit mit Subkick Sakae Sontronics DM1-B solo Sakae Sontronics DM1-B im Kit Sakae Sontronics DM1-B im Kit mit Subkick

Der mittige Charakter des MXL wird an der kleinen Kick besonders deutlich

Dass die Mitten prominenter dargestellt werden als bei vielen anderen spezialisierten Bassdrum-Mikros, zeigt sich besonders an der kleinen Yamaha Recording Birken-Bassdrum. Diese ist mit einem klaren Powerstroke 3 sowie einem ventilierten coated Ambassador auf der Resoseite ausgestattet. Die Mikrofone zeigen jeweils leicht off-center auf das Resofell, jedoch nicht ins Loch. Hier gefällt mir die Substanz des EV besser, auch die Details des Ausklangs werden besser dargestellt. Im Vergleich nölt das MXL etwas, der natürliche, dezente Schmatz des Attacks klingt im Resultat etwas knochig. Hier ist aber auch der Preisunterscheid zu bedenken, denn das EV kostete über 200 Euro. So klingen meine Ergebnisse:

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Yamaha MXL A-55 solo Yamaha MXL A-55 im Kit Yamaha EV EV868 solo Yamaha EV EV868 im Kit

Am Floortom klingt das A-55 fett und ausgewogen

Dass das MXL ein tolles Floortom-Mikrofon abgibt, zeigt es an der 16×16 Zoll großen Sakae Trilogy Trommel. Die ist mitteltief gestimmt, als Felle kommt die Standardkombination aus Ambassador coated oben und clear unten zum Einsatz. Hier passt die höher angesetzte Bassanhebung sehr gut, das A-55 gefällt mir etwas besser als das EV. Das ist zwar etwas klarer und liefert abermals mehr Details, es ist aber weniger warm und „saftig“ und stellt die harten Reflexionen des Kessels stärker in den Vordergrund.

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Floortom MXL A-55 solo Floortom MXL A-55 im Kit Floortom EV EV868 solo Floortom EV EV868 im Kit
Fotostrecke: 4 Bilder Das MXL an der Sakae
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