Gitarre Hersteller_Boss Delay
Test
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20.08.2015

Praxis

Um mir einen Überblick über das Sound-Angebot zu verschaffen, habe ich zuerst eine feste Delay-Einstellung genommen (Time: 400ms, Feedback: 40, Effektlevel: 100) und bin am cleanen Amp durch alle Delay-Programme gegangen. Hier sind die Ergebnisse:

Ohne Zweifel eine große Auswahl an unterschiedlichen Sounds - der Marktschreier-Spruch "für jeden was dabei" trifft hier tatsächlich zu. Wir haben die Brot-und-Butter-Delays in digitaler und analoger Form am Start, dazu gesellen sich noch einige sehr experimentelle Sounds. Das Ganze kommt in erstklassiger Klangqualität. Grund dafür ist zum einen, dass das Direktsignal analog und ohne Klangeinbußen durchgeschleift wird, was sich vor allem dann auszahlt, wenn das Delay im Pedalboard vor den clean eingestellten Amp geschaltet ist. Aber andererseits überzeugt auch die Klangqualität der Delay-Sounds auf ganzer Linie.

Ein weiteres Plus sind die komfortablen Einstellmöglichkeiten der Delay-Sounds. Für jedes Delay-Programm steht ein Modulations-Effekt zur Verfügung, der im Edit-Mode mit Depth und Rate eingestellt werden kann und mit dem sich sehr gut die typischen Clean-Delay-Modulations-Sounds erzeugen lassen. Ihr hört im nächsten Beispiel eine Strat und den Analog-Delay-Mode aus dem DD-500.

Feedback-Orgien mit Analog- oder Bandecho funktionieren ebenfalls toll. Der Sound ist authentisch und alles bleibt sehr transparent, selbst bei lauten "Feedback-Wolken" setzt sich das Originalsignal gut durch. Mit der Carry Over-Funktion wird bei jedem Patch einzeln eingestellt, ob der Delay-Effekt ausklingt, wenn es wechselt, oder ob es gekappt wird. Man hat beim Bandecho übrigens auch die Wahl zwischen einer RE-301 oder Echoplex-Nachbildung. Sogar die Anzahl der Tonköpfe der RE-301-Simulation ist wählbar. Hier hört ihr einen Sound mit maximalem Feedback und Tonkopf 2+3.

Auch das typische Schrauben am Feedback- und Time-Regler ist beim Bandecho-Sound machbar, die Auswirkungen hört ihr im nächsten Beispiel. Hier habe ich zum Schluss das Feedback aufgedreht, die Verzögerungszeit zurückgenommen und mit der Effektlautstärke gegengesteuert, damit der hohe Feedbacksound nicht zu brachial klingt.

Eine weitere Möglichkeit der Echtzeitsteuerung wäre das Hinzunehmen eines Expression-Pedals, dem man pro Patch bis zu acht Funktionen (Parametersteuerung) zuweisen kann. Dabei stehen alle Parameter zur Verfügung, zu denen man jeweils einen Minimal- und Maximalwert einstellen kann. So ließe sich die vorangegangene Aktion auch entspannt per Fuß über das Expression-Pedal steuern. Vorausgesetzt, ich habe vorher die Zuweisungen einprogrammiert.

Die Reproduktion von Delay-Klassikern ist detailgenau und gelungen, bei unserem Test geht es weiter mit den experimentellen und modernen Delay-Sounds. Im Pattern-Mode zum Beispiel kann man aus zehn unterschiedlichen Rhythmus-Pattern auswählen, auch eigene können erstellt werden. Hier ist Pattern 5 mit einem vorgeschalteten Overdrive.

Die Möglichkeit, zwei Patches zu kombinieren, erweitert natürlich das Klangspektrum enorm. Vor allem, wenn man auf Gitarrensounds jenseits der Norm steht. Hier ist ein Beispiel mit zwei hintereinandergeschalteten Patches. Beide sind auf dasselbe Tempo eingestellt. Auf Patch A ist ein Filter-Delay mit einer punktierten Achtelnote gelegt, Patch B ist im SFX-Mode, in dem LoFi Sounds in Sechzehntelnoten ausgegeben werden.

Zum Abschluss noch zwei Stereo-Sounds, denn bisher habt ihr das DD-500 "nur" in Mono gehört. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass nicht alle Delays in Stereo ausgelegt sind. Beim Dual Mode geht die Sonne in Stereo auf, dort sind je nach Einstellung schöne Pannings möglich. Auch das Tera Echo klingt auf zwei Amps verteilt extrem breit und voll.

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