Gitarre
Test

Apogee Jam

Gitarre fürs iPhone

Wer mit seiner Gitarre unterwegs aktiv sein möchte, dem bieten sich inzwischen einige Möglichkeiten. Die etwas Älteren unter uns erinnern sich bestimmt an Urlaubsreisen, in denen auch die Kreativität nicht zu kurz kommen sollte. Deshalb waren es neben Gitarre(n), Effekten und diversem anderen Zubehör auch ein Mehrspur-Kassettenrekorder mit einer Armada an Leerkassetten, die im Kofferraum neben Schwimmzeug und Schlafsack untergebracht werden mussten. Aber in Zeiten von iPhone und iPad gehören diese Abenteuer in die Kategorie Nostalgie. Mit dem Recording-Studio in der Hosentasche und einer Gitarre im Gepäck ist das Schreiben eines Hits keine Frage mehr von Raum und Zeit. Einzig und allein die Frage, welcher Wandler mir dabei hilft, mein Gitarrensignal in das Innere des Gerätes zu transportieren, wäre noch zu klären.

Apogee, seines Zeichens Hersteller von High-End Wandlern, wendet sich mit seinem neuen Produkt unter dem Namen JAM an die mobile Kundschaft. Ob sein Name Programm und es ein vollwertiges Mitglied der Apogee-Familie ist, werden wir im folgenden Test herausfinden.

DETAILS

Beginnen wir ganz oberflächlich: Das Jam besteht fast vollständig aus schwarzem Plastik mit silberfarbenem Kopf- und Bodenteil. Etwas größer und breiter als ein herkömmliches Feuerzeug, aber ähnlich leicht, passt es problemlos neben dem iPhone in die Jackentasche.Die Oberseite bietet einen USB-Out, mit dem sich ein Mac, ein iPhone oder ein iPad mit einem der beiden mitgelieferten Kabeln verbinden lässt. Diese bestehen aus einem 50cm Dock Connector für iPhone oder iPad und einem 1m langen USB-Kabel zum Verbinden mit einem Mac. Auf der Unterseite befindet sich der obligatorische Klinkenbuchsen-Eingang für das Instrument.

Auf der rechten Seite schaut ein kleines schwarzes Rädchen heraus, mit dem sich der Eingangspegel regeln lässt. Vorderseitig bietet das Jam eine Status-LED, die in drei Farben den Pegel anzeigt. Wird es mit einem Rechner oder iPhone verbunden, leuchtet die LED blau, was die Einsatzbereitschaft signalisiert. Sobald ein Signal anliegt, wird sie grün, bei zu hohem Pegel springt sie auf rot - das wäre dann der Zeitpunkt, mit dem Gainregler entgegenzuwirken.  

Das alles lässt sich aus dem sehr verständlich ausgeführten doppelseitigen Manual herauslesen, das dann aber auch getrost zur Seite gelegt werden kann, denn die Bedienung ist denkbar einfach.Das Jam besitzt übrigens auch einen Auto-Soft-Limiter.Gewandelt wird mit 44,1 kHz - 24 Bit und nach einem Update von der sehr gut gestalteten Website bietet es neuerdings auch zusätzlich 48 kHz an - für iOS und für den Mac.

PRAXIS

Die kompatiblen Geräte, mit denen sich das Jam versteht, sind Apple Mac, iPhone, iPad und iPad2. Auf den mobilen Geräten muss mindestens iOS 4.3 installiert sein. 

Mit folgenden Apps auf dem iPhone ist das Jam (bis jetzt) kompatibel:

Ampkit

Amps & Cabs

Apple Garage Band

Audio Deck Professional

Bias iProRecorder

EveryDay Looper

Fantastocrats StudioMini

Gibson's L&M

iAnalyzer

iMovie

JamUp Loopy

McDSP Retro Recorder

Nano Studio (TRG-16 pad sampling)

Reap DFX

Riot FX

Sonoma FourTrack

Studio Devil Guitar Amp

Taylor EQ

Voice Memos

Xewton Music Studio 2.0

Sind diese Apps auch auf dem iPad vorhanden, lassen sie sich natürlich auch dort nutzen.Am Mac harmoniert das Jam mit Garage Band, Logic Pro, Mainstage, Pro Tools und jeder anderen Core-kompatiblen Software. Ich habe den kleinen Apogee mit einem Mac Pro / Logic und einem iPad2 mit Garage Band getestet, wobei ich für die Soundbeispiele Logic-eigene Presets verwendet habe.Die Installation ist denkbar einfach. Jam mit Mac verbinden, Logic starten und die DAW fragt selbstständig, ob das Jam als Audio Interface verwendet werden soll. Ein schlichtes Ja genügt und die Software fährt hoch. Schnell noch ein Audiotrack erzeugt, auf Input Monitoring im Kanal gedrückt, Preset ausgewählt und los geht’s.

Der Grundsound des Jam, also ohne rechnerseitiges Plugin, ist direkt, punchy und besitzt eine gute Portion Top- und Low-End, typisch Apogee also. Die Presets klingen dann so:

Ich habe versucht, möglichst unterschiedliche Sounds zu verwenden, um die angebotene Bandbreite zu zeigen. Natürlich gibt es unzählige weitere Presets.

Abhängig ist das von dem verwendeten PlugIn, denn jedes klingt anders. Dasselbe gilt übrigens auch für die Nutzung mit einem iPad. Das Anschließen war auch hier überhaupt kein Problem. Will man das Signal über einen Kopfhörer laufen lassen, wird dieser einfach in den Kopfhöreranschluss gesteckt und los geht’s.

Das Signal wirkt insgesamt luftig und direkt, was der Weiterverarbeitung mittels PlugIn oder App zugutekommt. Hier merkt man, dass ein erfahrener Wandler-Hersteller seine Finger im Spiel hat. Der Soundunterschied zu herkömmlichen Geräten, die den integrierten Kopfhöreranschluss eines iOS Gerätes nutzen, ist definitiv hör- und spürbar und auch nicht miteinander zu vergleichen.

FAZIT

Das Apogee Jam ist eine kleine, leicht zu transportierende Gitarren- und Bass DI-Box inklusive Wandler, die in Verbindung mit einem Mac oder iPad/iPhone bestens funktioniert. Die Verarbeitung ist gut und der klare Vorteil gegenüber vielen Mitkonkurrenten ist die Nutzung des Dock Connectors statt des integrierten Kopfhöreranschlusses bei iOS-Geräten. Auch der Preis ist mehr als fair. Empfehlenswert ist das Jam für alle, die auf der Suche nach einem gut klingenden, leicht zu bedienenden Gitarren-Interface sind, das nicht nur unterwegs eine gute Figur macht.

  • Pro
  • Sound
  • Größe
  • Verarbeitung
  • Preis
  • Contra
  • nur für Mac
  • Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Apogee
  • Beschreibung: Audio Interface/ AD Wandler für Mac iOS und OS X
  • Wandler: 24 Bit, 44,1 kHz
  • Verstärkung bis 40 dB
  • Material: Plastik
  • Besonderheiten: Audio Soft Limiter, buspowered, 50 cm Dock-Connector, 1 m USB-Kabel
  • Preis: EUR 95,20 (UVP)
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Autor

Bassel el Hallak

Bassel ist ein international gefragter Gitarrist, Fachmann für Gitarrenaufnahmen und Musikproduktionen. Aufgewachsen in Hagen, verschlug es ihn, nach einem einjährigen Intermezzo in Hamburg als Studiogitarrist und Produzent, nach Sydney. Dort arbeitete er u.a. für und mit: INXS, Tom Jones, Vanessa Amorosi etc. .

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Pro + Contra

  • Pro
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