Numark iDJ Pro Test
iPad-Dock
DJ-Workstation 3.0?
Wenn es einen Grund gibt, warum viele Deejays sich bisher gescheut haben, ihr iPad als alleiniges Werkzeug zu einem Gig mitzuschleppen, dann in erster Linie, weil zum adäquaten Mixen mehr als nur ein Stereo-Kanal erforderlich ist. Klar lässt sich das iPad selbst an ein Pult anklemmen, wer jedoch eine Dual-Deck-DJ-Software einsetzen und dazu vorhören will, musste bisher mit einem Mono-Split-Kabel leben. Undenkbar in der Profiliga und in manchen musikalischen Genres. Nun werden die Karten neu gemischt, denn iOS6 beschert der beschallenden Zunft Multichannel-Audio. Man muss kein Nostradamus sein, um zu prophezeien, dass dieses, für den nichtmusikalischen Anwender vermeintlich kleine Update, dem Apfel-Tablet möglicherweise einen beträchtlichen Zulauf an DJ-Programmen und Steuereinheiten beschert.
Den Anfang macht Numark mit iDJ Pro, welches eine spezielle Kommandobrücke mit iDock im Dual-Deck-Layout darstellt und sich Algoriddims Software Djay mitsamt seinen kreativen Bordmitteln verschrieben hat. In der Profiliga bedarf es aber mehr als einem gepimpten iPad, daher stattet Numark sein Baby mit professionellen Schnittstellen, Mikrofonanschlüssen und einem Notfall-Input für externe Zuspieler aus. Zudem ist die Software Djay grundsätzlich erweiterbar. Und das hat Konsequenzen, wie wir später noch sehen werden. Die Numark-Konsole ist für runde 400 Euro ohne iPad und Djay im Laden erhältlich und zeigt sich zum Testzeitpunkt konzeptionell quasi konkurrenzlos. Zielgruppe sind Heimstudios, Hobbyisten, Technik-Nerds, mobile Diskotheken und Working-Deejays. Sie steht jedoch trotz ihres Alleinstellungsmerkmals im Wettbewerb mit zahlreichen traditionellen DJ-Controllern und -Workstations sowie der gerade aufkeimenden Andriod-DJ-Fraktion, zuletzt bedient mit dem Pioneer XDJ-Aero (Test hier), der knapp 1000 Euro kostet und Androiden sowie iOS-Geräte über WLAN einbinden kann. Also herzlich willkommen auf der Showbühne iDJ Pro, Djay und iOS6.
Audiobeispiele
Pro + Contra
- Pro
- Innovatives durch Software erweiterbares Konzept
- Gelungene Symbiose aus Touch- und Hardware-Controllern
- Interessante Effektsektion
- Zwei Kopfhörerausgänge
- Sehr facettenreiche Loop-Sektion
- Djay-Mixe können aufgezeichnet werden
- AUX-Notfall-Input (auch beim DJ-Wechsel vorteilhaft)
- Ordentliche Material- und Verarbeitungsqualität
- XLR-Ausgänge
- Contra
- Sehr kurzes Dock-Kabel
- EQ-Layout
- Rudimentärer AUX-Input ohne Klangregelung
- Kein Booth- oder Record-Out
- Gesamtpreis inklusive Djay-Software und iPad
- Software:
- Software-Features und Performance sind vom iOS und iPad-Hardware abhängig
- Aktuelle Lösung für das Stereo-Monitoring
- Keine Analysedaten in der Cloud










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