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Raumakustik Workshop - No.2 Seitenabsorber selber bauen

Berechnen, Bauanleitung, Aufstellung der Akustik-Module

Wie man mit einfachen Mittel eine Verbesserung der Raumakustik erzielen kann, haben wir bereits im ersten Teil unserer „Do It Yourself“-Akustik-Serie gezeigt, wobei wir uns dort exklusiv dem Thema Eck-Absorber gewidmet haben. 

Im zweiten Teil geht es uns um die nicht minder wichtigen Seiten-Absorber, welche anstatt Bass/Mitten nun Mitten/Höhen dämpfen sollen. Ladet den Akkuschrauber, es wird wieder selbst geschraubt!

THEORETISCHE GRUNDLAGEN

Bei mittleren und hohen Frequenzen kann man Reflexionen verfolgen

In unserem ersten Teil zur Verbesserung der Raumakustik typischer "mittelgroßer" Räume haben wir versucht, den Nachhall der tiefen Frequenzen zu bedämpfen. Deren Ausbreitung lässt sich in "typischen" Raumdimensionen nicht mit den Gesetzen der Reflexion beschreiben, Beugungen und Druckaufbau sind hierbei viel entscheidender.

Im mittleren und hohen Frequenzbereich folgen unsere Druckwellen dem Reflexionsgesetz dagegen schon eher. An den nun mal unausweichlich vorhanden Raumwänden unseres Studios sorgen diese Reflexionen wiederum für Überlagerungen der Wellen, im schlimmsten Fall sogar für sogenannte "Flatterechos", bei dem Schallwellen zwischen parallelen Wänden "hin und her" geschickt werden. Klatscht einmal in einem leeren Raum in die Hände und ihr werdet ein mehr oder weniger starkes "Doooing" vernehmen.

 

Am Sweet Spot müssen die Reflexionen stimmen


Besonders kritisch sind dabei die ersten Reflexionspunkte einer Welle auf ihrem Weg vom Lautsprecher Richtung Ohr. Die Raumgeometrie erzeugt nunmehr ein Interferenzmuster, welches mehr oder minder günstig durch Auslöschungen bzw. Erhöhungen gekennzeichnet ist. Das Stereobild wird dadurch auf jeden Fall verfälscht. In professionell optimierten Studios versucht man parallele Reflexionsflächen zu vermeiden und baut deshalb Wände und Scheiben so ein, dass sie den Reflexions-Schall vom "Sweet-Spot" wegführen.

Zuhause könnt ihr nun nur leider wahrscheinlich eher weniger nach eurem Gusto Wände einreißen und versetzten, sodass eine andere Lösung her muss. Was also tun? Die Lösung ist relativ einfach: Wir brauchen Mitten/Höhen-Absorber an genau diesen ersten Reflexionspunkten!

 

 

Platzierung der Absorber

Die obige Skizze erklärt eigentlich alles Wichtige: Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Sprich überall da, wo ihr von eurem Sweet-Spot aus die Lautsprecher über  einen, an der Wand befestigten, Spiegel betrachten könntet, sollte ein Absorber platziert werden. Praktisch heißt das: Die Mitte der Module auf Sitz-Ohrhöhe (120 cm) und – je nach Budget – ein Paar an den Seitenwänden, ein Paar an der Decke, und jeweils ein Paar an der Rück- bzw. Vorderwand.

Für Vorder- und Rückwand kommen prinzipiell zwar auch Diffusoren in Frage, doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Vieleicht habt ihr aber auch noch andere Möbel in eurem Musikraum, die euch als "Reflexionsumleitung" dienen können und zur Rück- oder Frontwand verschoben werden können. Symmetrie ist dabei das Zauberwort.

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