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Pioneer RMX-1000 Test

DJ-Effektgerät mit Sampler-Sektion

Pioneers RMX-1000 ein Gerät zum Erzeugen diverser Effekte.. Aber Achtung: Effekte sind wie Salz in der Suppe. Es bedarf einer wohldosierten Menge und gewisser Erfahrungswerte, will man das musikalische Mahl veredeln, nicht verderben. So unterschiedlich, wie die Qualität der Effektprogramme selbst, sind auch die möglichen Setups der Protagonisten. Setzen DVS-User beispielsweise auf Softwarelösungen, wie Seratos oder Traktors interne Audioverwurstungsroutinen, schwören Jockeys der Schallplatten- und CD-auflegenden Zunft oftmals auf harte Ware in Form von DSPs, verbaut im Mischpult, Multimedia-Player oder einer externen Gerätschaft, wie eben jener, der sich heute ins bonedo-Testlabor geschlichen hat. 

Das RMX-1000 ist eine Symbiose aus Effektgerät und Sampleplayer mit einer speziellen Editing-Software, die dem DJ zu neuen Höhenflühen beim Umgang mit den Kreativwerkzeugen verhelfen will. Das Board arbeitet mit Mixern, CDJs oder einem Computer zusammen. Der DJ kann das anliegende Signal live verbiegen, sampeln oder loopen. Er kann Sounds vom USB-Card-Slot abfeuern oder spontan neue Beats erzeugen. Ferner lässt sich das Kistchen als MIDI-Controller am PC verwenden, um das beiliegende RMX-1000-VST/AU-Plugin in der DAW zu steuern und Live-Feeling in die Produktion einfließen zu lassen. 699 Euro (UVP) sind dafür zu entrichten, was sicherlich kein Schnäppchen ist, aber deutlich unter dem Preis des Vorgängers EFX-1000 (UVP:  1139 Euro) liegt. Lohnt sich die Investition?

DETAILS

Je erfolgreicher und renommierter ein Club ist, umso höher sind die Chancen, ein Gerät Marke Pioneer, Denon, Allen&Heath und Konsorten anzutreffen. Als Deejay, der für kleinere Gagen durch die Kieze der Großstädte zieht, muss man jedoch oftmals auch in unbekanntem Hardware-Gewässer fischen. Da kommt ein Tool wie das RMX-1000 gerade recht, denn es eröffnet die Möglichkeit, sein eigenes FX-Setup unabhängig von der Beschaffenheit des angebotenen Equipments am Gig immer parat zu haben.

Meine Waage zeigt ein Gewicht von knapp 1200 Gramm an, der Zollstock 33 x 16 Zentimeter. Das ist selbst für urbane Deejays, die mit dem Fahrrad zum Club fahren, zu bewältigen, denn die Effektschleuder passt in viele handelsübliche Backpacks und macht sich auf dem Rücken kaum bemerkbar. Aufgrund der flachen und kompakten Bauweise sollte das gute Stück auch in den kleineren Kanzeln unserer Partylandschaft  Platz finden – wenngleich es schon voluminöser ausfällt als ein Kaosspad3 oder dessen minimalistischer Bruder. Im direkten Vergleich wirkt auch der in die Jahre gekommene EFX-500 ein wenig klobig und altbacken.

Die Verarbeitung der Konsole ist für meine Begriffe rundum gelungen. Der Korpus wirkt widerstandsfähig genug für den rauen Club-Alltag, die Schnittstellen zur Außenwelt sitzen fest im Gehäuse, die Bedienoberfläche ist auch für Greenhorns weitgehend selbsterklärend. Was mich bei der ersten haptischen Inspektion gleich anspricht, sind die riesigen Isolator-EQs und der fette Kippschalter, die zudem alle mit einem mehr als großzügigen Abstand zueinander arrangiert sind und einen Widerstand an den Tag legen, der schon im Trockenlauf Lust auf mehr macht. Auch die Taster zeigen eine praxistaugliche Anordnung, lösen aber Pioneer-typisch ziemlich hart aus.

Zum Lieferumfang gehören ein Netz- und ein USB-Kabel. Manuals und Software-CDs lagen unserem Pre-Release-Muster nicht bei, stattdessen wurde uns freundlicherweise ein Download-Link zu aktuellen Dokumentationen, Installer-Dateien und Firmware-Updates zugesandt. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür. Schauen wir uns die Tanzflurwaffe nun einmal im Detail an.

Schnittstellen

Kontakt mit dem Mischpult oder der PA stellt der Pionier über das rückseitige Anschlussfeld her. Die Ein- und Ausgänge sind sowohl im Cinch-Format ausgeführt als auch als professionelle 6,3-Millimeter-Females. Die Spannungsversorgung geschieht über ein externes Stecker-Netzteil, dessen Buchse von einer Kabelaufhängung und dem zugehörigen Einschaltknopf eingerahmt wird. Rechts daneben sehe ich eine USB-Schnittstelle Typ B zur Verbindung mit dem Computer, ihr folgt ein Stellschalter für die Ausgangsanpassung. Jage ich das Audiosignal direkt in die PA, ist dieser in Stellung „Master“ zu bringen (+4 dBu), nutze ich es hingegen in der Effektschleife, bin ich mit -10 dBV in Stellung „Send/Return“ gut beraten. Ein Kensington-Lock schützt den Flachmann vor bösartigen Langfingern und leitet uns kurz auf die rechte Seite über, wo sich der SD-Karten- Einschub befindet. Er füttert den RXM-1000 mit Presets und Samples. Die digitalen Outputs und die Footswitch-Buchse des 1000ers sowie die MIDI I/Os der EFX-Serie fielen dem Rotstift zum Opfer. Man spricht USB.

Aufbau

Der Kandidat ist im Wesentlichen in fünf funktionale Gruppen untergliedert. Die Bedienoberfläche ist wie bei einem Desktop-typischen Tool leicht angewinkelt, was den Überblick erhöht und den Zugriff auf die Bedienelemente effizienter gestaltet. In der oberen Zeile befinden sich die Regler zur Kontrolle des Ein- und Ausgangssignals sowie die Werkzeuge für das globale Timing. Die Pegelverhältnisse lassen sich auf einer zehnfach gegliederten LED-Kette (-15 dB bis + 9 dB) sehr gut ablesen. Zur manuellen Geschwindigkeitseingabe dient der obligatorische „Tap“-Button. Die Buttons „Nudge“ und „Quantize“ kümmern sich um diverse Timing-Angelegenheiten. Ferner ist ein Beatcounter implementiert, der via „Auto“ einzuschalten ist. Eine dreistellige BPM-Anzeige zeigt das aktuell eingemessene Tempo oder die manuell eingeklopften Werte als gerundete Ganzzahlen an. Dann folgen die vier Effektsektionen.

Neben dem Touchscreen zählen die Isolator-FX des DJM-2000 Mixer hinsichtlich der Optik und natürlich auch der Technik sicherlich zu den Highlights dieses Mixers. Kein Wunder also, dass sie auch in Pioneers neuestem Tüftelwerk eingebaut sind. Sicher, Isolator-EQs und frequenzselektive Beat-FX gab es auch schon beim 500er (Baujahr 2005), doch im Detail unterscheidet sich die Umsetzung, wie wir noch feststellen werden.

Der Clubmixer DJM 900-Nexus steuert sein beliebtes X-Pad bei, das speziell für das vorliegende Modell überarbeitet wurde und sich der Themen Loops, Rolls und Samples widmet. Auf der rechten Außenseite springen die Scene-FX ins Auge. Dabei handelt es sich um zehn Effektprogramme, deren Auslöser kreisförmig um den zentralen Dry/Wet-Regler positioniert sind. Rechts daneben ist ein Kippschalter namens Release-FX platziert. Was können wir uns darunter vorstellen? Kurz gesagt das, was der Name in Aussicht stellt: eine Funktion, mit dem sich ein laufender verschraubter Sound anhand eines vom DJ festgelegten Timings nahtlos zum Originalsignal blenden lässt. Zur Auswahl stehen hier die Effekte „Spin Back“, „Echo“ und „Break“  mit jeweils drei möglichen Geschwindigkeiten.

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