Ludwig Club Date SE Drumset Test
Drumset Kesselset ohne Snare
Früher war alles besser... oder?
Nicht selten kann man mitten in der Nacht verschwitzte, blasse Gestalten dabei beobachten, wie sie überdimensionale Hutschachteln in billige Absteigen wuchten. Fast immer handelt es sich dabei um nerdige Vintage-Trommler, die aus Gründen der künstlerischen Kredibilität mit ihrem sündhaft teuren Set aus den fünfziger Jahren durch die Lande touren und kein Auge schließen können, solange das Schätzchen unbeobachtet im Tourbus liegt.
Da ich selbst schon des Öfteren bei dieser unwürdigen Tätigkeit zu beobachten war, war ich natürlich gespannt wie ein Flltzebogen, als ich gelesen habe, dass mein liebster Trommelbauer um Abhilfe in Form einer Neuauflage der legendären Club Date Serie bemüht ist. Bei der Einführung dieses Modells Anfang der sechziger Jahre ging es primär darum, eine günstige Alternative zu den "Super Classic"-Sets anbieten zu können. Zur Verringerung der Herstellungskosten verbaute man die durchgehenden "Dual Tension"-Böckchen und musste nur noch halb so viele Löcher bohren. Diese Böckchen sind auch heute wieder das Markenzeichen, auch die Philosophie bleibt die gleiche: günstige Schlagzeuge in übersichtlichen Konfigurationen zu bauen. Bei der Vermarktung dieses Produktes zielt Ludwig dabei hauptsächlich auf eben jene blassen Gestalten, denen sowohl die Optik als auch der klassische Sound ihrer alten Schießbuden heilig ist und die es gleichzeitig als gehörige psychische Belastung empfinden, das gute Stück aus der sicheren Geborgenheit der eigenen vier Wände zu entlassen. Ob sich die langersehnte Kompromisslösung für dieses Problem in den beiden recht kleinen und leichten Kartons befindet, die der freundliche Paketbote soeben bei mir abgegeben hat, wird sich nun zeigen.








Noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden
** Schreibe jetzt den ersten Kommentar **