Gitarre Bass Hersteller_AMT
Test
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Test

AMT Chameleon CN-1 Test

Gitarrenbox- Emulator

Cabinet-Stückchen

Die sibirischen Pedalbauer um Sergey Marichev widmen sich in ihrem Portfolio nicht nur dem gemeinen Zerrer, sondern kümmern sich auch um Effekte, die sich einer speziellen Problematik annehmen. Eines dieser ganz speziellen Geräte nennt sich Chameleon und im Pedalgehäuse steckt ein sogenannter Cabinet Simulator. Nennt man das Kind beim Namen, dann haben wir es hier mit einem analogen Lautsprecher-Simulator zu tun, der sich im Laufe unseres Tests zudem auch noch als sehr wandlungsfähig erweist. Eine Eigenschaft, die auf ein breites Einsatzgebiet schließen lässt. 

Eines allerdings sollte vorab klar sein: Zwar handelt es sich beim Chameleon um einen Speakersimulator, aber sein Einsatzgebiet ist keinesfalls der Lautsprecherausgang eines Röhrenverstärkers. Wegen der fehlenden Load-Funktion – Lastwiderstände gibt’s hier keine - würde unser Amp früher oder später die Grätsche machen. Der Haupt-Einsatzbereich unseres Kandidaten findet sich zum Beispiel eher am Ende der Signalkette eines Effektboards. Hat man keine Lust, seinen Amp zur Probe mitzuschleppen, schaltet man einfach das Chameleon hinter das Pedalboard und geht direkt ins Proberaum-Pult. So gesehen könnte es auch als Lösung für den Fall dienen, dass der Amp beim Gig die Mitarbeit einstellt. Ein Ersatz-Verstärker ist nicht immer zur Hand, aber der kleine Gig-Retter passt locker in die Gitarrentasche. Und last, but not least wäre auch der Einsatz beim Silent Recording denkbar. 

DETAILS

Gehäuse/Optik

Das Chameleon kommt im grauen Stahlblechgehäuse und passt gottseidank im Gegensatz zum Namensvetter aus der Tierwelt seine Farbe nicht dem Untergrund an. Auf der Oberseite sind vier Regler in zwei Reihen angeordnet, einen Schalter sucht man vergeblich. Hier ist Dauerbetrieb angesagt, und sobald das Pedal mit Strom versorgt wird, erwacht es zum Leben. Bei Batteriebetrieb reicht es, ein Kabel an den Input anzuschließen. Da sich das Batteriefach im Gehäuse befindet, muss man zum Öffnen die beiden Schrauben an Vorder- und Rückseite lösen. Ich würde auf jeden Fall die Netzstromversorgung vorziehen, denn ein spontaner Batteriewechsel auf einer spärlich beleuchteten Bühne wird schnell zur nervigen Fummelei. Über den Stromverbrauch hat der Hersteller keine Angaben gemacht, aber betrachtet man die anderen AMT Pedale, die allesamt mit sehr wenig Energie auskommen, sollte das Chameleon keine Ausnahme sein.

Die Anschlüsse befinden sich auf den beiden Seiten, die Eingänge links und die Ausgänge rechts. Plural deshalb, weil es zum normalen Input (6,3 mm Klinke) für das Gitarrensignal einen zusätzlichen Aux-Eingang (3,5 mm Klinke) für MP3-Player oder sonstige Audio-Gerätschaften zum Jammen gibt. Analog dazu findet man bei den Ausgängen den normalen Output mit großer Klinke zum Anschluss an ein Mischpult und einen Kopfhöreranschluss im Miniklinken-Format. Die Standard 9V-DC-Buchse für das optionale Netzteil sitzt ebenfalls auf der rechten Seite. Das Pedal macht einen robusten Eindruck und steht rutschfest auf vier großen Gummifüßen. 

Bedienung

Das Chameleon simuliert mit Lautsprecherbox und Mikrofon zwei Faktoren, die den Klang bei herkömmlicher Lautsprecherabnahme maßgeblich beeinflussen. Jeweils zwei Regelmöglichkeiten stehen zur Verfügung, für die Box sind das Size Cab und Magnet. Das erste Poti bestimmt die Größe der simulierten Box und mit Magnet wird das Klangverhalten des Lautsprechers eingestellt. Das imaginäre Mikrofon kann in seiner Entfernung von der Box (Position) und der Positionierung am Lautsprecher (Turn) variiert werden. Sehr clevere Einstellmöglichkeiten bieten sich hier an und ich bin gespannt, wie sich das Ganze tatsächlich auf Sound auswirkt. 

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