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AKAI Rhythm Wolf Test Preview

Analoge Drummachine & Bass Synthesizer

Der mit dem Wolf heult!

Zur Musikmesse 2014 stelle AKAI den Rhythm Wolf erstmals vor, allerdings handelte es sich bei dem damals gezeigten „Body“ bzw. Ausstellungsstück noch um keine funktionsfähige Version, sodass wir den Klang noch nicht beurteilen konnten. Trotzdem, das Konzept überzeugte, und dass günstige, analoge Gerätschaften im Trend liegen, bewies Korg mit seinen Monotrons und Volcas ja auch bereits eindrucksvoll. Wo hat der Wolf nun aber seine Locken? 

Details

Bei dem Rhythm Wolf handelt es sich um eine analoge Drummachine mit integriertem 16-Steps Sequenzer und fünf gleichzeitig spielbaren Sounds bzw. Klangerzeugern. Dazu zählen eine Kick-Drum, eine Snare-Drum, ein Percussion-Instrument sowie eine Hi-Hat (Open und Closed) und auch noch ein Mono-(Bass)-Synthesizer. Dieser verfügt über Sägezahn- und Rechteck-Schwingungen und kann mit einem 24dB Tiefpassfilter und einer Hüllkurve subtrahiert werden.

Jeder Drum-Sound verfügt über vier Potis, die HiHat hingegen hat nur drei Parameter vorzuweisen. Wie 808, 909 und TR-8 beweisen, braucht es aber auch nicht mehr! Ein Synth wiederum ist in einer Drummachine recht selten zu finden, mit sieben Parametern fällt er allerdings auch nicht besonders umfangreich aus. Auf die einzelnen Parameter werden wir noch später im Video eingehen, fürs Erste reicht es zu wissen, dass der alte Ansatz „What you see, is what you get“ gilt. Parameter-Locks, Automation Data oder dergleichen gibt es also nicht. Via externem MIDI kann man die Parameter aber dennoch automatisieren. Die Drum-Sounds teilen sich außerdem den 6,35mm Mono-Hauptausgang, während für den Synth noch ein eigener Ausgang vorhanden ist. Sobald hier ein Kabel eingesteckt wird, liegt der Synth nicht mehr mit am Hauptausgang auf.

Natürlich verfügt die kompakte (31,5 x 22,1 x 5,1 cm), überraschend robuste und wirklich aufwendig verarbeite Drummachine auch über MIDI-I/Os, wobei sogar ein USB-MIDI-Interface mit an Board ist. Als besonders sind allerdings die CV-Trigger Ein- und Ausgänge zu nennen, um auch mit älteren Klopfgeistern, Synth-Arpeggios, Euroracks oder gar den Korg Volcas Kontakt aufzunehmen. Den Retro-Gedanken fortführend, verfügt die kleine, ca. 2,1 kg schwere Blech-Kiste auch über „Holzseitenteile“, allerdings sind diese, dem extrem günstigen Preis geschuldet, aus einem Kunststoff-Imitat. Das tut er Sache aber keinen Abbruch, im Gegenteil: Ich war wirklich überrascht, wie aufwendig die kleine Kiste verarbeitet war, als ich sie mal aufgeschraubt habe. Ca. 40 Schrauben später sah das Ganze dann in etwa so aus:

Doch zurück zu den wirklich wichtigen Dingen: der Sequenzer verfügt über 16 Speicherplätze, wovon jeder zwei Sequenzen (A und B) sowie ein Fill beinhalten kann. Da jede Sequenz 16 Steps lang sein kann und die A/B-Sequenzen auch alternierend abgespielt werden können, kommt man so auf bis zu 32 Steps pro Pattern. Die Geschwindigkeit des Sequenzers kann natürlich BPM-genau eingestellt werden oder aber einer der zahlreichen, externen Clocks zugeordnet werden. Time-Divider (1/4, 1/8, 1/16, 1/32 und Triolen) sind ebenfalls an Board, was mich äußerst freut, und eine Swing-Funktion, die – soviel kann ich schon jetzt sagen – wirklich gut klingt, ist auch dabei. 

Der Step-Sequenzer kann logischerweise via Lauflichtsteuerung mit den 16 Step-Tastern programmiert werden (Shift + Step-Taster 9 = „Rec Step“) oder aber „live“ eingespielt werden (Shift + Step-Taster 10 = „Rec Perf“), wozu dann am besten die sechs MPC-Pads dienen. Sie spielen und fühlen sich richtig gut an, da könnte sich Ableton Push mal ein Beispiel nehmen. Die Pads hier sind allerdings auch nicht Velocity/Aftertouch-empfindlich, reagieren aber immerhin auf die Dauer, wie lange ein Pad gehalten wird bzw. ob es sehr kurz angespielt wurde. Mit ihnen kann man aber auch Solo- und Mute-Befehle ausführen sowie im Falle der Step-Programmierung zwischen den Instrumenten wechseln, wobei allerdings jedes Mal der Sound (unnötigerweise) mit angespielt wird. Wie man dies umgehen kann, ist mir bisher nicht bekannt. Außerdem kann man jeden Sound mit drei verschiedene Velocity-Werten programmieren. Schauen wir uns das Ganze aber mal am besten in einem kleinen „quick & dirty“-Video an:

Mit den 16 Step-Tastern im untern Bereich kann man den Synthesizer natürlich auch tonal spielen (Shift + Step-Taster 11 = „Rec Off“), wobei diese „Klaviatur“ um jeweils eine Oktave nach oben oder unten transponiert werden kann. Hinzu kommt eine Slide-Funktion für die Step-Programmierung. Mit den Step-Tastern und dem Shift-Befehl können auch noch weitere Details geregelt werden, allerdings heben wir uns diese dann doch mal lieber für den „richtigen“, großen Test auf. Und so gibt es an dieser Stelle nur noch ein paar weitere Audiobeispiele zu präsentieren, wobei ich auch den „Howl“-Effekt bemüht habe, welcher eine nette Distortion zum Anfetten hinzumischt. AWOOH!

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