Workshop

Video-Gesangsworkshop Folge 1: Basics

Tipps und Tricks für eine bessere Performance

Wie heißt es im Volksmund doch so schön: Singe, wem Gesang gegeben (würden sich doch einige Leute an diese Empfehlung halten). Und obwohl die Qualität des Gesangs tatsächlich zu einem Großteil eine Talentfrage ist, können sich auch begabte Sänger das Leben durch eine falsche Technik  unnötig schwer machen. In ihrem Video-Workshop präsentiert die Sängerin und Gesangs-Dozentin Schirin Al  Mousa effektive Tipps und Übungen, die nicht nur den Frontmann/die Frontfrau weiterbringen werden, sondern auch für den im Background raunenden Drummer, Gitarristen oder Keyboarder durchaus interessant sein dürften.

Um den Workshop so effektiv wie eben möglich zu gestalten, haben wir Schirins Video in vier separate Themen-Clips unterteilt, die ihr euch hier nacheinander zu Gemüte führen könnt.

Anschließend werden wir die vorgestellten Infos, Tipps und Übungen dann noch einmal in aussagekräftigen Bildern und Texten nacharbeiten. Es kann also nichts schief gehen. Doch jetzt erst mal viel Spaß beim Fernsehen.

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Wie auf der letzten Seite bereits angekündigt, möchte ich die wichtigsten Infos aus meinen Clips jetzt noch einmal Schritt für Schritt mit euch nacharbeiten. Los geht’s mit der richtigen Haltung.

Der komplette Körper eines Sängers ist sein Instrument und Resonanzraum   Dementsprechend ist Entspannung und Lockerheit essentiell, um gesund zu singen und den eigenen Möglichkeiten klanglich gerecht zu werden!

Der nötige Energiefluss und damit ein energetisches Singen ist nur mit der richtigen Haltung möglich. Dabei sind die Füße parallel, ungefähr hüftbreit positioniert, die Knie sind locker und nicht durchgestreckt!
Der Oberkörper ist gerade, der Hals auch, die Schultern hängen, der Kopf sitzt auf dem Hals wie der einer Marionette - an einem Faden hängend. Wichtig ist ein stabiler Stand. Um sich dies bewusst zu machen, kann man sich das Bild von  in den Boden wachsenden Wurzeln vorstellen.

Kommen wir zu unserer ersten Übung.  Um den Bewegungsablauf optimal darstellen zu können, haben wir einige aussagekräftige Fotos geschossen und  diese – mit entsprechenden Kommentaren versehen - in einer Galerie geparkt.

Die Übungen 2 bis 3-mal wiederholen.

ATMUNG

Es ist wichtig, die Lungenkapazität und den gesamten Atemapparat optimal zu nutzen. Die Atemluft wird zum Ton, sie ist Energiequelle und bestimmt, wie kraftvoll, kontrolliert und sauber intoniert das Klangergebnis ist. Die Energie muss aktiviert und dann gleichbleibend genutzt werden. Um sich vorstellen zu können, was beim Singen im Körper passiert, werfen wir jetzt einen kleinen Blick in unser Inneres.

Zunächst möchte ich einen wichtigen Muskel vorstellen: das Zwerchfell. Das Zwerchfell ist ein Quermuskel, der den Oberkörper „teilt“. Oberhalb liegen Lunge und Herz, unterhalb die anderen Organe. Wir nutzen das Zwerchfell passiv zum Lachen, Husten und zum „richtigen“ Atmen.

„Richtig“ einatmen heißt, bis in die Lungenbläschen zu atmen. Das nennt man auch Bauchatmung.  Die Lunge weitet sich und drückt das Zwerchfell nach unten und nach außen, dadurch wird es passiv angespannt. Beim Ausatmen zieht sich die Lunge wieder zusammen und das Zwerchfell entspannt sich und geht in die Ausgangsposition zurück. Zum Singen versuchen wir diesen natürlichen Atemmechanismus zu durchbrechen. Das bewusste aktive Anspannen des Zwerchfells beim Ausatmen nennt man Stützen. Die eingeatmete Luft wird gestützt ausgeatmet, d.h. die Luft wird gebündelt und als klare Säule ausgeatmet: die Stimmlippen werden im offenen Hals in Schwingung versetzt, dadurch wird die Luft zum Ton, der durch eine offene Mundhöhle strömt und den Körper am Stimmsitz verlässt.

Genau wie für die Haltung haben wir auch für die Atmung zwei Übungen auf Lager. Was genau zu tun ist, könnt ihr der  bebilderten Übungsanleitung entnehmen.

ÜBUNG 1

ÜBUNG 2

So, ihr kennt jetzt die richtig Haltung und wisst, wie man richtig atmet. Zeit, uns um die Stimmbildung zu kümmern. Auf der nächsten Seite geht's los.

STIMMBILDUNG

1.Stimmtechnik und Resonanz: Übungen für Intonation, Offenheit, Sound, Flexibilität der Stimme

Vor jeder der folgenden Übung solltet ihr darauf achten, in der Grundhaltung zu stehen oder aufrecht auf der Kante eines Stuhles zu sitzen.

Richtiges Einatmen ist eine wichtige Vorbereitung für jede Übung und jedes Stück, das man singen möchte. Wie eben schon erwähnt, strömt die gestützte Luft durch den offenen Hals (Kehlkopf hängt) und die offene Mundhöhle (Sinnbilder: Gähnen oder heiße Kartoffel im Mund) als Säule nach draußen. Sie verlässt am Stimmsitz, also im Bereich der oberen Schneidezähne, den Mund – und zwar kräftig und gleichmäßig wie ein fahrender Zug.

Grundsätzlich gilt: Mund nach oben und unten öffnen, nicht in die Breite (Faustregel: je höher, desto weiter). Allerdings sollte man den Mund nicht aufreißen, sondern den Kiefer locker hängen lassen.

In der Mundhöhle passiert Folgendes: der Gaumen bleibt weich und entspannt. Die Zunge wird - nach unten gewölbt- in der Mundhöhle abgelegt (Bild: nasser Waschlappen). Die Zungenspitze bleibt also vorne, der Zungenrücken unten.

Kommen wir zu unseren Übungen. Zunächst wollen wir um das Aufwärmen und das grundsätzliche Lockern von Lippen, Zunge und Kiefer kümmern. Und weil Bilder ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, haben wir euch den Bereich aus dem Video, in dem ich dieses Thema behandele, in separaten Clips anzubieten. Den Einstieg machen wir mit einer Übung zur Lockerung des Kieferbereichs.

Den Kieferbereich lockert man also, indem man vollkommen entspannt „blabla“ spricht (Sinnbild: kleines Kind vor dem Spielzeugwarenregal).

Möchte man nicht Gefahr laufen für leicht spinnert gehalten zu werden, sollte man auch die nächste Übung zur Lockerung der Lippen am besten im stillen Kämmerlein  machen: man atmet ein und produzieren ein lockeres "brr" . Am ehesten vergleichbar ist das Ganze mit dem typischen Pferdeschnauben. Jetzt formt man mit dem "brrr" als "Träger" die Zahlen 1-2-3-2-1-2- 3-2-1. Hier die passenden Clips:

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Eine weitere Lockerungs-Übung sowie Trainings-Einheiten zum Thema Stimmbildung warten auf der nächsten Seite.

 In unserer letzten Übung steht das Lockern der Zunge im Mittelpunkt.

Fassen wir also nochmal zusammen: beim Singen sollte die Zunge vorne  bleiben und der Zungenrücken nach unten gewölbt liegen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Stimm-Apparat nicht behindert wird und seine Arbeit optimal verrichten kann. Zusätzlich dazu bleibt der weiche Gaumen oben. Das hört sich ein wenig kompliziert an, ist aber eine ganz natürliche Angelegenheit: wir machen das immer, wenn wir gähnen. Wichtig ist aber, zu jeder Zeit darauf zu achten, dass die Zunge auch wirklich vorne bleibt. Das erfordert ein wenig Konzentration, wird bei regelmäßigem Üben aber schnell zur Routine.

 

DER VOKALAUSGLEICH/ANGLEICH

In der deutschen Sprache unterscheiden sich die verschiedenen Stammvokale(a-e-i-o-u) in Stimmsitz und Mundhöhlengröße (Zungen- bzw. Gaumenstellung). Das „a“ ist zwar „groß“, aber wird relativ weit hinten geformt, das „u“ ist „klein“, ensteht aber vorne. Das Ziel des Vokalangleichs ist es, die einzelnen Vokale ineinander fließen zu lassen, um dadurch die Unterschiede zu überbrücken. Dass heißt, es wird versucht, alle Vokale nach vorne zu bringen und „groß“ zu formen. Schaut am besten selbst. In den drei folgenden Clips findet ihr alle Infos, die ihr braucht.

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So, damit sind wir am Ende meines Workshops angekommen. Ich hoffe, meine Tipps und Übungen konnten euch ein wenig weiterhelfen. Viel Spaß beim Training und bis demnächst

Schirin Al Mousa

User Kommentare

Christa schrieb:21:30 | 22.05.2011

Na, endlich mein eine ganz normale, nicht arrogante Saengerin. Sehr interessant. Gibt es von ihr noch mehr Videos? Kann man welche kaufen?

BonedoAlex schrieb:15:05 | 23.05.2011

Hi Christa, Wenn du mal unten in "Verwandte Artikel" schaust, dann findet du Teil 2, 3 und 4 des Gesangsworkshops...in Teil 2 ist auch Schirin wieder zu sehen.Vel Spaß beim durchklicken und vielen Dank für dein Lob!Gruß,Alex

Deborah Cruz-Zeller schrieb:09:35 | 24.05.2011

Auch ich habe in diesen Tagen den Videoworkshop angeklickt und mitgemacht; bin begeistert, wie einfach, klar und einleuchtend Schirin die richtige Technik motivierend rüberbringt!Danke für den "brauchbaren Artikel"!Gruss, Deborah

Romy Kiefer schrieb:15:38 | 31.05.2011

ich nehme seit einem Jahr Gesangsunterricht, aber bisher hat mir keiner so verständlich erklärt, wie das mit Stimme, Zwerchfell, Ausdruck, Bauchatmung usw. zusammenhängt. Shirin macht das richtig locker und einfach großartig, weiter so!

David schrieb:16:21 | 29.07.2011

Schirin, vielen danke für die gute Einführung in die gesangs Welt.

Yasmin schrieb:16:21 | 02.08.2011

WOW, echt super erklärt!Perfekt.

Lucas schrieb:02:08 | 06.08.2011

Guten Tag, Erstmal Respeckt sie erklären das echt Spitze!Nun meine Frage: Ich bin Rollstuhl können mir da meiner Situation entsprechend noch Tipps geben vielen Dank ihr Lucas G.

Julia ♥ schrieb:18:16 | 08.08.2011

Hamma ich fins gut das mal endlich jemand gecsheiten gesangsunterricht gibt:D:D

maxi schrieb:17:47 | 22.08.2011

Hallo,ich singe schon seit zwei Jahrenauf der Bühne und diese tipps haben mir echt sehr geholfe, vorallen das gegen die Nervösitet ich bin erst 12 und es war für mich sehr verständlich und locker!Daumen hoch!

Kristin schrieb:11:54 | 23.08.2011

Wow ich bin echt begeistert. Sehr gute Arbeit!

Kenshi schrieb:02:03 | 17.09.2011

Nur so als Anmerkung: Die Lunge drückt garnichts, schon garnicht das Zwerchfell. Das Zwerchfel ist ein Muskel, wenn dieses sich ausdehnt, zieht dieser die Lunge in die Weite. Durch den Unterdruck wird Luft eingesaugt.Ansonsten aber schöner Workshop

Svenja schrieb:22:27 | 24.09.2011

Singen zu können war schon immer meim großer Traum, ich habe schon sooooviel rumgeguckt im Internet aber auch nie wirklich das richtige gefunden(gesangsunterricht darf ich nicht, weil ich schon gitarre spiele und reite).Naja ich finde das riichtig klasse (:

yonca schrieb:22:40 | 29.09.2011

ich danke euch..das ihr mir geholfen habt beim singen..ich kann jetzt besser singen als je zu for :))

Jacqueline <3 schrieb:17:35 | 04.10.2011

DANKE SEHR DAS HAT MIR VIEL GEHOLLFEN :D

Tom schrieb:19:59 | 06.10.2011

Die Gesangstheorie ist echt super, alle Achtung.Ich muss aber mal kurz etwas bemängeln. Das Zwerchfell sitzt nicht zwischen Herz und Lunge, sondern zwischen Lunge und Bauchraum. Außerdem ist die Lunge bei der Atmung nur passiv beteiligt und wird durch die Zwischenrippenmuskulatur oder eben das Zwerchfell in die Länge gezogen, indem ein Unterdruck erzeugt wird. Die Lunge selbst kann sich leider gar nicht bewegen.Ansonsten wie gesagt Respekt, die Videos haben mir geholfen! :)

Toni schrieb:18:37 | 07.10.2011

ich finde ihre erklärung wirklich super nur verstehe ich nicht wieso bei mir das zwerchfell(ich bauchbereich) zittert wenn ich singe

YeY schrieb:18:42 | 24.10.2011

Ist gut erklärt und aufgebaut nur warum singen Sie immer so tief? und eigentlich habe ich bemerkt, dass ich das meiste schon in meinem chor gelernt habe,nur ich dachte immer das sind nur solche "Baby-Übungen, da wir im chor viele kleine kinder (4-12 J.) haben. aber trotzdem super!

Babsi schrieb:15:11 | 27.10.2011

Vielen Dank! Ich hab immer Probleme gehabt, dass mir nach kurzer Zeit der Kehlkopf weh tat... durch den Trick mit der Stütze sind diese Zeiten Gott sei Dank vorbei! Sehr anschaulich und gut erklärt... Danke fürs Wissen teilen! Gottes reichen Segen!

stefan schrieb:02:07 | 30.12.2011

sind gute tips aber das ist doch bisschen anstrengend die stimme immer raus zu drücken da bleibt mir oft di pusste weg und bei der netspannung also beim summen tut mir mein hals weh also der kehlkopf wass mach ich da falsch

Lara schrieb:21:22 | 10.01.2012

Ich finde es gut, aber meine Eltern haben erstens das Geld für Gesangsunterricht nicht und zweitens kann ich richtig gut singen , aber niemand unterstüzt mich dabei! Kann man Kontakt zu dieser Frau nehmen??

ceren schrieb:09:32 | 06.04.2012

Super danke Shirin du hast alles sehr unkompieziert erklärt ich werde diese übungen mindestens 2 mal am tag machen und wenn sich nach ienem monat was verändert hat schreibe ich nochmal das doofe ich bin gerade heiser :-(MIT FREUNDLICHEN GRÜßEN Ceren 12 jahre

hyun schrieb:21:16 | 24.04.2012

kannst du mir villeicht eine weitere übungen empfehlen,mit der ich in das hintere zwerchfell( rücken,unterm brustkorb) einatmen kann?damit habe ih sehr probleme :(

manuela schrieb:20:13 | 29.04.2012

hi, ich hab diese Seite erst vor 2 Tagen entdeckt... ich finds echt cool was ihr alles anbietet an online workshops grad im bereich Singen und Songwriting ... bin echt gespannt was ihr in der Sparte Gitarre und Bass so anbietet :-)

 schrieb:10:35 | 14.05.2012

sie ist einfach tollllllll

 schrieb:13:02 | 14.05.2012

ich bin einfach so begeistert , sie ist Wunderbar , ich wünsche mir noch mehrere Folge danke shirin ,du bist toll

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Autor

Schirin Al Mousa

Schirin Al-Mousa ist studierte Jazz-Sängerin und arbeitete bereits mit Jazz-Größen wie Lee Konitz, Don Menza, Peter Bernstein, Bobby Shew, dem Summit Jazzorchester u.a. .Aktuell singt sie in verschiedenen Bands(Jazz, brasilianische Musik, Soul,…) und für diverse Studioproduktionen- Außerdem ist sie Dozentin an der „Hamburg School of Music“ und der staatlichen Jugendmusikschule Hamburg.

Könnerlevel

Level
 
1.5 / 5

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