Bass Hersteller_TC_Electronic
Test
7
30.10.2012
Test

TC Electronic BG250 Test

Bass Combo

Klein…od!

Mit dem eindrucksvollen RH450-Top und den dazugehörigen Boxen RS210 und RS212 feierten die Audiospezialisten der dänischen Firma TC Electronic auf der Winter Namm-Show 2010 ihren Einstand in Sachen Bassanlagen. Seither erweitern sie ihr Portfolio für Tieftöner mit immer neuen Produkten für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete. Der neueste Combo im Programm hört auf den Namen BG250 und folgt, wie alle Bass-Amps von TC, dem Ansatz „Vintage-inspirierter Sound trifft modernen Komfort“. Dabei bietet er trotz seines leichten Gewichts von 16kg genügend Power und einen erwachsenen Sound, um in einer Band bestehen zu können.

Damit aber nicht genug: Zusätzlich dazu haben die dänischen Konstrukteure dem BG250 ihre „Toneprint“-Technologie eingepflanzt, die dem Combo einen flexiblen Effektkanal beschert. Mit einem Smartphone oder per USB kann man den „Toneprint“-Regler des Amps mit verschiedenen „Toneprints“ bestücken und ist daher nicht auf einen ab Werk bestimmten Effektsound festgelegt. Das hört sich, nicht zuletzt auch wegen der moderaten und sehr wettbewerbsfähigen Preisgestaltung, nach einem attraktiven Gesamtpaket für die Freunde unkomplizierter Bassanlagen an. Ich war sehr gespannt, wie sich der Budget-Combo in der Praxis macht.

Details

Damit der großformatige 15-Zoll-Combo nicht zu schwer wird, hat TC das Gehäuse aus leichtem 15mm dickem Sperrholz gefertigt. Der 15-Zöller sitzt in einer Bassreflexkammer, zusätzlich wurde ein Piezohochtöner verbaut, damit der obere Bereich des Klangbildes besser abgebildet werden kann. Das Gehäuse selbst ist mit einem schwarzen Kunststoffüberzug versehen, die Ecken sind mit Metallkappen geschützt, und am Boden sorgen dicke Gummifüße für rutschfesten Stand. Transportiert wird der Combo mit einem Griff an der Oberseite, der bei einem moderaten Gewicht von gerade einmal 16 kg auch locker ausreicht - der BG250 ist in der Tat mühelos mit einer Hand zu bewegen.

Die Bedienung des BG250 ist „straight forward“, und alle Regler und Anschlüsse sind eindeutig beschriftet und praktischerweise komplett von oben auf dem stabilen Metall-Bedienpanel zugänglich. Zur Verbindung mit dem Bass gibt es eine Klinkenbuchse, der zugeordnete Gainregler pegelt das Eingangssignal, eine Clip-LED signalisiert eine etwaige Übersteuerung der Vorstufe. Danach folgt eine 3-Band Klangregelung, die ein wenig von der Funktionalität eines Standard-EQs abweicht. Während ein Standard-EQ in der Regel den gleichen Frequenzbereich anhebt oder absenkt, werden bei diesem intelligenten TC-EQ verschiedene Bereiche bearbeitet, je nachdem, ob man das Band anhebt oder absenkt. Das nächste Tool zur Soundformung ist das von anderen TC-Amps bekannte „Tubetone“-Feature, eine Röhrensimulation, die dem Sound Wärme und Charakter einhauchen soll. Um ein möglichst realistisches Ergebnis und ein Klangverhalten, wie bei einem echten Vollröhrenverstärker zu realisieren, simuliert Tubetone das Komplettpaket inklusive Vor - und Endstufe. Aktiviert wird das Feature über einen Taster, der Grad der Simulation wird anschließend mit dem entsprechenden Regler eingestellt. Alternativ lässt sich die Funktion auch über einen separat erhältlichen Fußschalter fernbedienen. Zwischen Tubetone- und Master-Poti für die Endlautstärke parkt ein weiterer Regler, der schon alleine optisch aus dem Rahmen fällt. Der einzige weiße Regler am BG250 ist der Controller für die Toneprint-Abteilung und mischt dem cleanen Sound das Effektsignal stufenlos bei, andere Parameter des Effektes können nicht verändert werden. Dennoch ist das Toneprint-Feature zweifelsfrei ein mächtiges Werkzeug, denn neue Settings (oder gleich komplett andere Effekte) können einfach und schnell auf den Amp gebeamt werden. Platz ist hier für jeweils ein Toneprint.

Die Einspeisung der Effekt-Sounds erfolgt wahlweise mit dem Computer oder einem Smartphone. Um das Ganze mit dem Rechenknecht zu realisieren, muss man den gewünschten Toneprint von der TC-Website auf den Rechner laden, den BG250 per mitgeliefertem USB Kabel mit dem Rechner verbinden, anschließend den Toneprint doppelklicken und uploaden, fertig. Noch schneller und nebenbei auch futuristischer geht es mit der kostenlosen Smartphone-App von TC. Auf dem Smartphone kann man durch eine Liste aller erhältlicher Toneprints surfen und dann das gewünschte Setting auf den Combo beamen. Das geschieht auf magnetischem Weg, indem man die Lautsprecher des Smartphones über einen Pickup des an den Amp angeschlossenen Basses hält. Was dann folgt, klingt wie ein altes Modem – und tatsächlich ist die Funktionsweise ähnlich, denn auch hier werden digitalisierte Daten entsprechend aufbereitet übertragen. Das Ganze ist in ein paar Sekunden erledigt - eine LED am Toneprint-Regler signalisiert die gelungene Übertragung. Alle Toneprints sind kostenlos und in der Smartphone-App enthalten, man braucht also keine Internetverbindung, um ein neues Setting auf den Amp zu transferieren. Welche Effekte derzeit zur Verfügung stehen (Stand 30.10.2012), könnt ihr auf den Snapshots sehen.

Pro Effekt gibt es zahlreiche Settings, die zum Teil von berühmten Vertretern der Basszunft wie Nathan East, Uriah Duffy oder Mark King erstellt wurden. Das Angebot ist jetzt schon sehr groß und wird von TC ständig um neue Settings erweitert. Das Toneprint-Feature kann übrigens, genau wie „Tubetone“, wahlweise auch per optionalem Fußschalter aktiviert oder deaktiviert werden. Die zugehörige Klinkenbuchse für das Pedal sitzt auf der rechten Seite des Bedienpanels, wo auch eine ganze Reihe anderer  Anschlussmöglichkeiten zu finden sind. Zum Recorden steht ein symmetrischer XLR-Ausgang mit Post/Pre EQ Taster zur Verfügung, für die stille Übe-Einheit zuhause gibt es zwei Miniklinken für Kopfhörer und eine externe Klangquelle, und mit der USB-Buchse kann der Amp, wie weiter oben beschrieben, mit dem Computer verbunden werden - falls man die Toneprints nicht mit dem Smartphone übertragen möchte. Ein gemeinsames Ausstattungsmerkmal aller TC-Bassverstärker ist das integrierte Stimmgerät, mit dem natürlich auch der BG250 aufwarten kann. Es stehen fünf LEDs für die B-, E-, A-, D-, G-Saite eines Fünfsaiters sowie zwei weitere „Leuchtkörper“ zur Anzeige der korrekten Stimmung zur Verfügung. Wer also eine hohe C-Saite auf seinem Bass hat oder andere Stimmungen bevorzugt, muss folglich sein Gehör zurate ziehen. Der Ausgang des Verstärkers kann beim Stimmen mit einem Mute-Switch stummgeschaltet werden, damit die Nerven der Bandkollegen nicht allzu sehr strapaziert werden. Auch das kann wahlweise per Fernbedienung mit einem optionalen Fußschalter erledigt werden. 

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User Kommentare

SteveFromBerlin  schrieb:02:05 | 31.10.2012

Rainers Tests sind schlichtweg die besten: Exzellente Hörbeispiele und alles wunderbar verpackt, bezogen auf's reale Bassistenleben. Immer wieder ein Genuss für - vielen Dank dafür und bässte Grüße!"