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Kaufberater Mikrofon-Vorverstärker: Worauf achten beim Kauf von Mic-Preamps?

Welcher Microphone Preamp ist der richtige?

Diese Kaufberatung hilft euch, einen passenden Mikrofonvorverstärker zu finden. Es gibt viele verschiedene, mit einem, zwei, vier oder acht Kanälen, mit Röhre, bestimmten Übertragern, im 19-Zoll-Rack, als API-System-500-Kassette, Desktop, 9,5"-Gerät, mit DI-Inputs, Filtern, Pad und diesen und jenen Zusätzen. Was ist wirklich wichtig, wenn man einen Mic Pre sucht? Wir helfen!

Wozu sollte ich mir einen externen Mic-Preamp kaufen?

Diese Frage solltet ihr euch tatsächlich stellen! Seid ihr unzufrieden mit dem, den euer Audio-Interface bietet? Was gefällt euch nicht? Rauscht er, bietet er zu wenig Verstärkung, ist er nicht fein genug auflösend, fehlt ihm Charakter? Meistens ist es das Letztgenannte, das zum Kauf eines externen Mikrofon-Vorverstärkers antreibt. Preamps in aktuellen Audio-Interfaces von ordentlichen Herstellern sind nämlich meist clean und qualitativ okay bis gut.

Preamp-Kauf: Wie viele Kanäle?

Es geht um Vocals? Dann reicht natürlich ein Kanal. Nehmt ihr Drums auf, könnt ihr über die Anschaffung eines Achtfach-Preamps nachdenken, allerdings muss man meist richtig viel Geld ausgeben, um acht Vorverstärker in einer Qualität zu bekommen, die signifikant besser sind als die in aktuellen Interfaces vorhandenen. Wenn ihr Akustikgitarren abnehmen oder Gitarrenamps abmiken wollt, tut ihr euch einen Gefallen, wenn ihr einen zweikanaligen Amp kauft, da es häufig vorkommen wird, dass ihr mit nicht nur einem Mikro arbeiten werdet - selbst dann, wenn ihr bislang nur eines habt.

Welchen Output soll der Mikro-Vorverstärker haben?

Eigentlich alle besitzen einen symmetrischen Ausgang, meist als XLR, seltener als TRS, also "große Stereoklinke". Nur Achtfach-Preamps haben manchmal Multipin-Stecker, weil der Platz auf der Rückplatte nicht reicht. In einem solchen Fall steht euch noch die Investition für eine Kabelpeitsche ins Haus (dafür aber keine Einzelkabel). Digitale Ausgänge gibt es auch manchmal, aber dann ist der Preamp schon mehr als nur ein Preamp. Überprüft in einem solchen Fall, ob euer Interface diesen Anschluss auch hat und überlegt, ob ihr das Geld nicht lieber in einen besseren Preamp stecken wollt.

Brauche ich eine Röhre im Mikrofon-Preamp?

"Tube Mic Preamp" klingt grandios und schindet Eindruck. Schließlich verheißt die Röhre den satten, warmen Vintage-Sound. Im schlimmsten Fall gibt man Geld aber nur dafür aus, dass ein Preamp eine Röhre hat. Preamps, die in Röhrenschaltung arbeiten und die Vorteile von Röhren wirklich ausspielen können, also schöne, gut steuerbare harmonische Verzerrungen hinzufügen, ohne zu verkratzen oder Details zu verlieren, kosten leider ordentlich Geld. Unterhalb von 500 Euro solltet ihr eher Abstand von dieser Technik nehmen. Für 1000 Euro gibt es mit dem Universal Audio Solo 610 dann aber schon einen klassischen, dick und "amerikanisch" klingenden Mono-Preamp. Es gibt allerdings auch sogenannte "Solid State Preamps" (also solche mit Transistoren zur Verstärkung), die ebenfalls starke charakteristische Soundfärbungen machen. Und wenn es um Klarheit und Detailreichtum geht, ist im halbwegs bezahlbaren Bereich ein Tube-Preamp meist die falsche Wahl.

Was machen Übertrager im Mic Preamp?

Der Übertrager, auch Transformer oder "Tranny" genannt", haben verschiedene Aufgaben im Preamp, darunter galvanische Trennung oder Symmetrierung. Man findet si oft am Eingang, manchmal am Ausgang und sogar "Interstage", also innerhalb der eigentlichen Verstärkerschaltung. Übertrager sind Bauteile, die mal mehr, mal weniger klangformende Eigenschaften besitzen. Es gibt solche, die eher unauffällig arbeiten, etwa die meisten der Firma Lundahl, aber auch solche, die eines der soundprägendsten Elemente darstellen. Bekannt sind solche, die mit Eisenkern arbeiten. Sie machen Signale tendenziell "griffig" und "körnig". Beliebt und bekannt sind Neve-Preamps wie der 1073 und Nachbauten, etwa von Heritage Audio. Preiswerteste Lösung für einen derartigen Sound: Fredensteins V.A.S.

Braucht mein Preamp DI Input, Phantomspeisung, Trittschallfilter und Pad?

Ein DI-Input ermöglicht die direkte Aufnahme von Bass, Gitarre, E-Piano und anderen Instrumenten. Besonders bei klangfärbenden Preamps ist es vorteilhaft, den Soundcharakter nicht nur Mikrofonsignalen zugute kommen lassen zu können. Phantomspeisung ist ein Muss für fast alle Kondensatormikrofone, es gibt auch nur wenige Preamps, die auf die Speisespannung von 48 Volt verzichten. Das tun sie dann aber oft aus konzeptionellen Gründen, wie beispielsweise die auf dynamische Mikros spezialisierten Preamps True Systems P-Solo Ribbon und der AEA TRP. Ein Trittschallfilter ist praktisch, doch besonders dann verzichtbar, wenn das Mikrofon das auch besitzt. Ein Pad ist dann vonnöten, wenn man wirklich laute Signale vorliegen hat, wie Drums, Blechbläser und Gitarrenamps.

Wie viel Gain muss es sein?

Wenn ihr mit Kondensatormikrofonen arbeitet, kommt ihr mit einem MIke Preamp mit unter 60 Dezibel meist schon weit genug. Nutzt ihr Tauchspulenmikrofone und Bändchenmikros, sollte es deutlich mehr sein, also 70 dB und mehr!

Welche Ohmzahl brauche ich? Muss die Impedanz umschaltbar sein?

Fast alle Preamps liefern Überanpassung, also eine mehr als fünffach höhere Eingangsimpedanz als die Ausgangsimpedanz des Mikrofons. Da kann man heute eigentlich nichts verkehrt machen. Schaltbare Impedanz ist in den letzten Jahren in Mode gekommen und kann besonders bei dynamischen Mikros, also Bändchen und Tauchspulen, eine kleine Klangänderung bewirken. Nett, aber verzichtbar.

Auf welche Werte muss ich beim Kauf eines Mikrofonvorverstärkers achten?

Der Frequenzgang ist meist ein nackter Graph, der bei der Auswahl wenig hilft, ja selbst die Angabe der Dynamik sagt nicht allzu viel über die Qualität aus. So gibt es Geräte, die ein wenig mehr rauschen als andere, die Art des Rauschens aber dennoch nicht sehr stört. Ab etwa 200 Euro pro Kanal muss man sich um solche Probleme im Grunde nicht sorgen.

19", 9,5", System-500, Desktop: Welches Format soll der Amp haben?

Der Industriestandard von 19" ist praktisch, allerdings nur, wenn man mehrere Geräte in diesem Format hat oder anschaffen wird und entsprechend Platz dafür vorhanden ist. Für den typischen Schreibtisch-Produzenten sind kleine Boxen häufig praktischer, zudem lassen sie sich schnell mit in der Laptop-Tasche verstauen. 9,5" sind ein schöner Kompromiss, denn diese Geräte passen in jede noch so kleine Nische, bei Bedarf können sie jedoch ins Rack geschraubt werden. In letzter Zeit erlebt das System 500 von API, auch "Lunchbox-Modul-System" genannt, einen wahren Run. Hier werden kleine Kassetten in ein Backbone gesteckt, das rückseitig Inputs und Outputs bereitstellt - und eine Stromversorgung. Es gibt Housings für sechs, zehn, aber auch drei, zwei oder sogar nur ein einzelnes API-500-Modul. Übrigens: Eine gute Stromversorgung ist ein Standpfeiler für eine gute Audioqualität. Viele Preamps mit Steckernetzteilen performen auch tatsächlich eher schlecht - aber nicht zwingend.

Was muss ich sonst noch beachten, wenn ich einen Preamp kaufen möchte?

Probiere ihn mit deinem Mikrofon aus! Am besten besorgst du zwei oder drei aus der engeren Wahl, die du direkt vergleichen kannst. Wähle eine Mikrofonierung mit einem Instrument und einem Mikrofon, die du gut kennst und entscheide, was für dich am besten klingt. Nimm dir Zeit und setze die Signale auch mal im Mix ein!

Gibt es Tipps für gute preiswerte Mikrofon-Amps?

Klar! Fredenstein etwa baut mit dem V.A.S einen schönen "griffigen" und mit dem HD einen cleanen Preamp für wenig Geld. Auch bei Black Lion Audio, Warm und Golden Age erhält man für nicht zu viel Geld charaktervolle, aber gut zu handelnde Pres. Clean und hochwertig, aber bezahlbar ist der H2O von Sonum. Universal Audios TwinFinity liefert einen noch recht preiswerten, von Solid State zu Röhre überblendbaren Mikrofon-Vorverstärker.

Wir haben außerdem einen ganzen Haufen Preamps von super-preiswert bis absolut edel im Test - immer mit Audiobeispielen: Dafür hilft euch unsere Gearmachine.

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