Test
8
Test

Cymatic Audio Live Player LP-16 Test

16-Track Audio/MIDI-Player mit USB-Audiointerface

Band in a Box!

Cymatic Audio Live Player LP-16 im bonedo.de-Test: Der Cymatic Audio ist ein Audio/MIDI-Player, der bis zu 16 Spuren von einem USB-Medium auf ebenso viele Einzelausgänge verteilen kann und zudem über ein integriertes USB-Audiointerface verfügt. Neben seinen 16 Klinkenausgängen bietet die „Band in a Box“ einen Kopfhörerausgang und einen Stereoeingang und spielt neben Standard-MIDI- und Multitrack-Files auch reguläres Stereomaterial im WAV-Format mit einer maximalen Auflösung von 24 Bit und 48 kHz ab. Am Rechner eingesetzt arbeitet der Testkandidat mit einer maximalen Auflösung von 24 Bit und 48 kHz, wobei er in diesem Szenario 18 analoge Ausgänge und zwei Eingänge unterstützt. Er ist kompatibel mit PCs, Macs und iPads und wurde laut Hersteller vornehmlich für Bands konzipiert, die ihre Live-Performance durch zusätzliche, separat abmischbare Spuren erweitern und dabei auf den Einsatz eines Computers verzichten möchten. Auch vorproduzierte MIDI-Daten lassen sich so abfeuern, um beispielsweise Soundmodule zu speisen oder eine (MIDI-gesteuerte) Lightshow zu navigieren.

Wenn man so möchte, sorgt der LP-16 also für zusätzliche virtuelle Musiker auf der Bühne. Mit diesem kompakten Konzept ist Cymatic Audio soweit ich weiß konkurrenzlos, was uns dazu veranlasst herauszufinden, wie sich der LP-16 im Live-Alltag so schlägt und ob der Preis von 356 Euro (UVP) gerechtfertigt ist.

Details

Zur „Befeuerung“ des Sample-Players dient ein externes Netzteil samt Euro-Normkabel, das zusammen mit dem LP-16, den Sicherheitshinweisen und dem Quickstart-Handbuch in einem bunt bedruckten Karton den Weg zu mir ins Kölner Studio findet. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist ein USB-Kabel für die Computer-Anbindung. Der englische Quick-Start-Guide umfasst acht Seiten und enthält alle erforderlichen Informationen, um das Gerät in Betrieb zu nehmen. Das eigentliche, ebenfalls englischsprachige Handbuch ist 39 Seiten stark und sollte dank zahlreicher Abbildungen für jedermann gut verständlich sein. Es lässt sich von der Hersteller-Website laden, wo auch die 20 Seiten umfassende Anleitung für den Audio-Playlist-Editor zu finden ist – ihr ahnt sicher schon, in welcher Sprache diese verfasst ist. Ehrlich gesagt finde ich es etwas schade, dass bei einem Produkt dieser Preisklasse keine gedruckten deutschen Handbücher beiliegen.

Erster Eindruck

Die Geräteoberseite besteht aus einem dicken kratzfesten Kunststoff, der untere Teil des Chassis (Boden, Vorder- und Rückseite) aus robustem und akkurat lackiertem Blech. Vier große Gummifüße sorgen für einen wackelfreien und auf glatten Flächen obendrein rutschfesten Stand. Sämtliche Tasten sind stabil im Gehäuse verbaut und haben einen angenehmen Druckwiderstand. Ebenso sicher und zuverlässig im Chassis fixiert sind die Buchsen und Drehregler, weshalb mein erster Eindruck bis hierhin durchweg positiv ist.

Anschlüsse

Die Mehrzahl der Anschüsse befindet sich auf der Rückseite des Gerätes. Im Detail sind dies 16 Standard-Klinkenbuchsen (unsymmetrisch), ein Stereoeingang (Miniklinke), eine USB-Buchse Typ-B und die Netzteilbuchse mit Netzschalter. Vorne dann der Kopfhörerausgang (6,3-Millimeter-Klinke), eine USB-Buchse Typ-A für Massenspeicher und ein Fußschalteranschluss (Klinke), um das Playback „freihändig“ triggern zu können. Zwei 5-PoI-Buchsen (MIDI In/Out) kümmern sich um die ein- und ausgehenden MIDI-Signale.

LP-16 Bedienelemente und Display

Das kompakte Gehäuse des LP-16 misst 24 x 15,7 x 6,5 Zentimeter (B x T x H). Sämtliche Funktionstasten befinden sich auf der Oberseite, wo auch das 7 x 3,8 Zentimeter große schwarz-orangene LC-Display Platz gefunden hat, das dem Benutzer folgende Dinge angezeigt:

-Menüpunkte/Preferences
-Mode-Status (ST oder MT)
-Playback-Status
-Playback-Modus Remaining
-Time
-Name der gewählten Playlist
-Nummer und Songtitel (aktuell gewählter Song)
-Nummer und Songtitel (nächster Song)
-Level Meter für alle Ausgangskanäle
-MIDI-Input Indikator
-MIDI-Output Indikator

Das Display ist hell und kontrastreich und bei verschiedensten Lichtverhältnissen gut ablesbar. Diesbezüglich habe ich nichts zu beanstanden. Die gesamte Geräteoberseite ist circa 10 Grad nach vorne geneigt, was sowohl das Ablesen der Anzeige als auch die eigentliche Bedienung erleichtert. Alle Tasten sind praktischerweise orangefarbig beleuchtet. Links neben dem Bildschirm befindet sich der Mode-Button, mit dem ich den Wiedergabemodus zwischen MT (Multitrack) und ST (Stereo) umschalten kann. Die Menu-Taste ruft das Konfigurationsmenü auf, das mir die folgenden Einstellmöglichkeiten bietet:

-Playback Mode (Playlist, Normal, Repeat, Shuffle etc.)
-Select Playlist (Auswahl der gewünschten Playlists)
-Playout Channels (Zuordnung der Audioausgänge)
-Foot Switch Settings (Fußschalter-Funktionen)
-Display Settings (Kontrast & Helligkeit)
-Format USB Device

Auf dem Bildschirm markierte Objekte, Funktionen oder Menüpunkte werden über die Select-Taste (rechts) ausgewählt. Mit den beiden Up- und Down-Tasten bewege ich mich durch die Gerätefunktionen. Der Back-Button auf der linken Seite dient dazu, im Menü zurückzuspringen. Unterhalb der LCD-Anzeige befinden sich fünf weitere Funktionstasten, davon vier „Transporter“ (Skip-Forward, Skip-Backwards, Stop und Play), welche die Steuerung der Musiktitel vom USB-Medium gewährleisten und die Show-Folder-Taste zum Öffnen der entsprechenden Ordner (Audiofiles, Playlists etc.).

USB-Medien

An die USB-2.0-Buchse des Gerätes lassen sich externe Festplatten oder USB-Sticks anschließen, wobei der LP-16 diese mit der nötigen Betriebsspannung versorgt, vorausgesetzt, diese sind bus-powered. Die Medien müssen mit dem FAT-32 Dateisystem formatiert sein. Schließe ich mein Laufwerk zum ersten Mal an, erstellt der Testkandidat automatische die Ordner „Music“ für Stereo-Audiodateien und „Recording“ für Multitrack-Wiedergaben. Für beide Verzeichnisse generiert der LP-16 außerdem die Unterordner „Playlists“ für die jeweiligen Abspiellisten. Diese lassen sich unter Verwendung der Playlist-Editor-Software anlegen und editieren. Mehr dazu später. Für diesen Artikel habe ich den Player mit einem vier Gigabyte großen USB-Stick, einem ein Terrabyte großen USB-Harddrive (bus-powered) und einer ebenso großen USB-Festplatte getestet, die ein Netzteil zur Spannungsversorgung benötigt. Soviel vorweg: Das Zusammenspiel zwischen LP-16 und meinen Datenträgern funktionierte in sämtlichen Fällen störungsfrei und zuverlässig.

Wiedergabe-Modus: Multitrack

Im Multitrack-Modus (MT) ist der LP-16 in der Lage, 16 separate Audiodateien getrennt über die Einzelausgänge wiederzugeben. Die Files dürfen eine Auflösung von 16 oder 24 Bit bei 44,1 oder 48 kHz Sampling-Frequenz aufweisen. Sie werden den Ausgängen automatisch entsprechend ihres Dateinamens (alphabetisch/numerisch) zugeordnet. Beispiel:

01_Rap.wav

02_Bass.wav

03_Kick.wav

Wiedergabe-Modus: Stereo

Im Stereo-Modus spielt der LP-16 herkömmliche Stereo-Dateien ab. Dazu muss ich die gewünschten Sounds (16/24Bit und 44,1/48kHz) in den „Music“ Ordner des USB-Mediums kopieren und in den Preferences den gewünschten Einzelausgängen zuweisen. In diesem Modus ist eine Zuweisung auf den Kopfhörerausgang nicht möglich.

MIDI-Daten

In den MIDI-Settings des Gerätemenüs nehme ich meine Voreinstellungen bezüglich der Verarbeitung von MIDI-Daten vor. Als „Multitracker“ ist der LP-16 in der Lage, MIDI-Daten parallel zu den Audiofiles abzuspielen – ohne integrierten Klangerzeuger versteht sich – ein Soundmodul gehört schon angeschlossen. Aktiviere ich in MIDI-Preferences die Funktion „MIDI Thru“, so kombiniert das Live-Tool die MIDI-Daten am Eingang mit den abgespielten MIDI-Informationen. Sollte es dabei zu Laufzeitproblemen kommen, hilft der „MIDI-Offset“, der es ermöglicht, die MIDI-Informationen vom USB-Medium in Schritten von einer Millisekunde vorzuziehen oder zu verzögern (+/-1000 ms). Außerdem gibt es die Funktion „All Notes Off“, die eingreifen kann, wenn das System sich einmal „aufhängt“ und man beispielsweise ein Klangmodul „zum Schweigen“ bringen muss.

USB-Audiointerface-Modus

Zusätzlich zu seiner Funktion als Mehrspur-Audioplayer kann der LP-16 als USB-Audiointerface eingesetzt werden. Kompatibel ist das Gerät mit PCs, Macs oder iPads. So verwendet, verfügt das Gerät über 18 analoge Audioausgänge und zwei Eingänge. Die Auflösung beträgt 24 Bit bei 44,1 oder 48 kHz. Mein Testsystem ist ein MacBook mit 2,26 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor, 1,7-GB-RAM und dem Betriebssystem Windows XP (Service Pack 2). Ferner kommt ein iMac mit 2,4 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor, 4-GB-RAM unter OSX 10.8.5 zum Einsatz, der praktischerweise keine zusätzlichen Interface-Treiber benötigt. Da ich zum Testzeitpunkt kein iPad zur Hand hatte, konnte ich den LP-16 diesbezüglich nicht auf die Probe stellen.

Verwandte Inhalte

Akai MPX8 Test

Akai MPX8 Sample-Player – kommt hier die neue Wunderwaffe für DJs und Performer? Jetzt den Test lesen!

Sennheiser Evolution Wireless G3 Vocal Set Test

Sennheiser Evolution Wireless G3 Vocal Set – Mit dem EW G3 Vocal-Set zeigt Sennheiser, dass ein Begriff wie ‚Einstiegsklasse’ relativ ist. Im mittleren Preissegment angesiedelt, bietet das Funkmikrofon-Set aus der „Evolution Wireless“-Reihe sowohl für Amateure als auch für Profis eine bedienerfreundliche und zuverlässige True Diversity-Funkstrecke, die zahlreiche nützliche Features mitbringt.

Sonible ml:1 Missing Link :1 Test

Der Sonible ml:1 ist das “Missing Link”: Als USB-D/A-Wandler mit DI-Box und Testtongenerator im soliden Gehäuse dient er als All-In-One-Lösung im Live-Betrieb.

RME Fireface UC

RME hat in einer einjährigen Entwicklungsphase eine mit dem Fireface 400 identische Hardware entwickelt, die latenzfrei mit der USB 2.0 Schnittstelle kommuniziert. Wir haben das "Plug&Sound"-Gerät getestet.

Alesis MultiMix 16 USB FX Test

Alesis MultiMix 16 USB FX – 16-Kanal-Mischer, Effektgerät und Audio-Interface, und alles in einem Gerät und für unter 500 Euro – klingt nach einem echten Preiswunder oder wurde vielleicht an anderer Stelle gespart? Hier erfahrt ihr mehr...

User Kommentare