Gitarre Hersteller_Bugera
Test
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23.11.2012
Test

Bugera Vintage 5 Test

Vollröhren-Gitarrencombo

Von wegen kleinlaut

In diesem Test geht es um einen Preisknaller, der auf den ersten Blick überhaupt nicht wie einer aussieht. Die Bugera-Amps aus der Vintage-Reihe steckt man zumindest optisch eher in die Boutique-Amp-Schublade. Doch die Optik täuscht, wenn man diesbezüglich Rückschlüsse auf den Preis ziehen möchte. Tatsächlich werden die Verstärker in Fernost gefertigt und unser Testkandidat, der Vintage 5 Combo, geht für weniger als 160 Euro über den Verkaufstresen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich sofort die Frage, wie die Realität aussieht. Zwar sind es nur fünf Watt Ausgangsleistung, die unser Kandidat an den Lautsprecher weitergibt, aber dabei handelt es sich immerhin um waschechte Röhrenpower. Greift hier etwa der altbekannte abschätzige Spruch, dass das, was außen hui ist, innen durchaus anders aussehen kann? Oder haben wir es etwa mit einem kleinen Preiswunder zu tun, das auch noch richtig gut klingt?

Details

Nach Billig-Amp oder Spielzeug sieht der Vintage 5 nun wirklich nicht aus. Der kleine Würfel (360 x 225 x 400 mm - B x H x T) kommt in zweifarbiger Vinyl-Optik (schwarz, creme), während ein goldener Keder den Rahmen für die Frontseite bildet und die Trennlinie zwischen der oberen Hälfte zum Boxenbespannstoff zieht. Auf der Oberseite finden wir einen breiten Kunststoffgriff, mit dem sich der kleine Amp entspannt tragen lässt. Einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu liefert natürlich auch das akzeptable Gewicht von 10,3 Kilo, das den Verstärker bus- und bahntauglich macht.

Alle Ecken des rückseitig offenen Gehäuses sind mit Metallschonern bestückt, allerdings ist der Bespannstoff selbst recht weich und dadurch anfällig gegen Stöße. Ich schätze, dass unser Kollege nach einem Jahr on the road tatsächlich nach Vintage aussehen wird. Vier Schrauben halten das Ampchassis durch die Oberseite an seinem Platz, das mit einer Class A Röhrenschaltung aufwarten kann, bei der eine 12AX7 in der Vor- und eine EL84 in der Endstufe glühen. Für die Schallabgabe steht ein acht Zoll großer Lautsprecher aus eigener Produktion bereit, der mit den von der Endstufe gelieferten fünf Watt keine Probleme haben sollte - immerhin verträgt er bis zu 30 Watt im Dauerbetrieb. Und last, but not least sorgen vier richtig große Gummifüße für einen sicheren Stand.

Außer der Eingangsbuchse, dem Netzschalter und der Kontrollleuchte finden sich auf dem Frontpaneel gerade einmal vier Regler, die bei dem einfach aufgebauten Amp der Einstellung des guten Tons dienen. Mit Gain wird der Verzerrungsgrad bestimmt, Tone justiert die Klangfarbe und der Volume-Regler die Endlautstärke des Verstärkers. Außerdem ist ein digitaler Hall mit von der Partie, dessen Effektanteil sich mit dem Reverb-Regler einstellen lässt. Mehr gibt es nicht, was die Bedienung kompliziert machen könnte.

In der Output-Sektion dient die Anschlussbuchse für den Lautsprecher (Minimum 4 Ohm) normalerweise dem internen Speaker, allerdings kann dort aber auch eine größere Box angeschlossen werden, was den kleinen Kerl dann auch größer klingen lässt. Und hier finden sich auch noch zwei weitere Specials. So lässt sich die Endlautstärke mit einem Power Attenuator in zwei Stufen reduzieren. Der Schiebeschalter bietet die Wahl zwischen 5 Watt, 1 Watt und 0,1 Watt Leistung, um die Endstufenzerre auch bei moderater Lautstärke genießen zu können. Wer niemanden in der nächsten Umgebung mit seinem Gitarrenspiel stören möchte, der kann außerdem den Phones Out zu Hilfe nehmen, denn hier wird ein frequenzkorrigiertes Signal für den Kopfhörerbetrieb angeboten.

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