Hersteller_Audiowerkzeug
Test
8
Test

Audiowerkzeug CoDI Test

USB-Audio-Interface

Duo mit zwei Fäusten

Das neue Audiowerkzeug CoDI im bonedo-Test! Es handelt sich um ein recht einfaches Produkt, nämlich ein zweikanaliges, unidirektionales USB-Interface. Unidirektional bedeutet, es „geht nur in eine Richtung“: Das Tool bietet zwei Ausgänge, aber keine Eingänge. Diese Einschränkung muss nicht schlecht sein, für manche Anwendungen benötigt man schließlich keinen Input.

Doch zunächst sind Firmen- und Produktnamen erwähnenswert – genaugenommen schreien beide förmlich nach Erklärungen. „Audiowerkzeug“ ist bei „Audiowerk“ im Vertrieb; ihr ahnt sicher, dass das einen tieferen Grund hat und kein Zufall ist. Im Gegenteil: Auf der SAE Alumni Convention 2011 konnte ich mit Audiowerks Chef-Werker Uwe Grundei sprechen. Er verriet mir sein Vorhaben: Es gibt viele kleine Manufakturen in Deutschland, die teilweise die einzigen sind, die spezialisierte Kleingeräte bauen. Um eine überall erhältliche Produktrange anbieten zu können, ist aber weitaus mehr notwendig, und nicht jeder hat die Ressourcen (und möglicherweise die Lust), sich um Marketing und Vertrieb selbst zu kümmern. Audiowerk übernimmt genau das, bündelt die kleinen Helferlein, gibt ihnen einen einheitlichen Look und ein Label: Audiowerkzeug. Selten so einen passenden und griffigen Namen gesehen!

„CoDI“ steht für „Computer-Interface/DI“, da kommt man natürlich schnell drauf. Man muss nur auf die USB-Buchse und die beiden XLR-Outputs blicken – oder die Beschriftung lesen. „CoDI“, oder „Cody“ ist für mich aber semantisch besetzt mit dem schnautzbärtigen Halb-Cowboy aus „Trio mit vier Fäusten“, einem wöchentlichen Höhepunkt in der noch recht kargen TV-Landschaft meiner Kindheit. Ich kann aus heutiger Sicht kaum sagen, ob das jetzt gut oder schlecht ist – zumindest fand ich Cody Allen weitaus sympathischer als den schleimigen Nick Ryder, der sich zudem noch meines Vornamens bemächtigt hatte! Wie dem auch sei: „Audiowerkzeug CoDI“ kann man sich vortrefflich merken. Zudem befindet es sich in bester Gesellschaft mit anderen Audiowerkzeugen namens BOOSTi, MoDI, DuDI und MeDI. Die heißen tatsächlich so. Nur der Mic-/Preamp-Umschalter „Switchmaid“ fällt etwas aus der Reihe. Wie wär´s stattdessen mit „SCHALTi“?

Details

Wer braucht das?

Bevor ich mich um die Beschreibung des kleinen Metallkubus kümmere, möchte ich auf eine wichtige Frage eingehen: Wer braucht so ein Ding? Nun, die Frage ist eigentlich recht einfach: Musiker oder DJs mit einem Laptop auf der Bühne. Also: Immer dann, wenn man im Live-Betrieb Audio von einem Computer bis zu den Ohren der Zuschauer transportieren möchte. Dabei ist Zuverlässigkeit genauso wichtig wie gute Klangqualität. Diese kann einerseits durch einen ordentlichen DA-Wandler, besonders aber durch die nachfolgende analoge Übertragungskette gewährleistet werden. Wer wie die meisten PC-Musiker live mit nur einem Stereoausgang auskommt, der hat im Regelfall ein einfaches Audiointerface mit unsymmetrischen Ausgängen am Start. Um die live notwendigen langen Wege zu überbrücken und die vielen Störeinflüsse in die Schranken zu weisen, ist eine Symmetrierung notwendig, die mittels einer DI-Box bewerkstelligt wird. Audiowerkzeug CoDI bietet direkt symmetrierte +4dBU-Ausgänge in Form zweier XLR-Male-Buchsen.

Spartanischst!

CoDI verzichtet auf den ganzen Chi-Chi, den auch kleine, preiswerte Audio-Interfaces oft an Bord haben. Was soll man mit Instrumenten-, Line- und Mikrofon-Eingängen, Schaltern für Pad, Phantomspeisung, Hochpassfilter, Gain-Reglern, regelbaren Kopfhörerausgängen, Inserts, Direct Monitoring, Digitalschnittstellen und dergleichen, wenn einfach ein Stereosignal von einem Computer auf die Anlage geschickt werden soll? Das Audiowerkzeug verzichtet auf diesen Beifang und positioniert sich somit ganz bewusst abseits der ganzen USB-Interfaces, die der Markt sonst bereithält – ein Spezialist, kein Alleskönner.

Simple Ausstattung – auch beim „Zahlenwerk“

Die Digital-Analog-Konvertierung erfolgt im CoDI mit einer Rate von 44,1 oder 48 kHz, ein Sample wird mit einer Wortbreite von 16 Bit dem Wandler zugeführt. Das USB-Interface, erreichbar per USB-B-Buchse, arbeitet im Format USB 1.1 (Full Speed), was zumindest vom Datendurchsatz für die zwei Kanälchen locker ausreicht. Mac OS 10.4 sollte auf einem Apple-Computer, XP, Vista oder 7 auf einem Windows-System installiert sein. Linux geht ebenfalls (ab Kernel 2.6). Als Spannungsquelle reicht das Bus-Powering der Datenschnittstelle USB.

Verwandte Inhalte

Basics - Ratgeber Audio-Interfaces

Klar: Audio muß in den Computer hinein und wieder raus. Doch der Markt ist etwa so übersichtlich wie die Altstadt von Kairo. Wir sagen euch, worauf ihr beim Kauf achten solltet!

MotU Stage-B16 Test

Motus Stage-B16 will nicht weniger sein als Stagebox für AVB-Netze und Audiointerface in Personalunion. Wir schauen, ob dieses ehrgeizige Unterfangen gelingt.

Presonus Studio 192 Test

Das Studio 192 von Presonus integriert sich hervorragend in die DAW-Software Studio One. Was das Audio-Interface sonst noch alles kann, erfährst du in unserem Review.

RME Babyface Pro Test

Mit dem Babyface Pro überholt RME sein kleinstes Audiointerface. Wird das mobile Interface nun richtig erwachsen?

User Kommentare