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AKAI AFX und AKAI AMX Test

Performance- und Mixer-Controller für Serato DJ

Das neue Paar am Controller-Firmament

Mit AKAI AFX und AKAI AMX nehmen zwei dedizierte MIDI-Controller für Serato DJ, einer im Mixer Layout mit integriertem USB-Audiointerface, der andere als Effekt-Add on mit Pad-Matrix, Kurs auf die DJ-Kanzeln oder Bedrooms geneigter Anwender, um sich ihnen als Werkzeug zur Übermittlung von Steuerimpulsen an die Software zu empfehlen. Der AFX möchte, wie der Name schon unschwer erkennen lässt, den Effekt-Bataillonen und diversen Pad-Modi, beispielsweise den Slicern, Samples, Flips oder Loop-Rolls, Leben einhauchen. Im Gegensatz dazu ist der AMX einem Battlemixer nachempfunden und stellt dessen typische Bedienkomponenten nebst einer Tastenansammlung für erweiterte Digital Djaying-Funktionen zur Verfügung. Obendrein schlummert im AMX ein USB-Audiointerface mit 24 Bit und 96 kHz und zwei Stereo-Eingängen für Plattenspieler oder CD-Player und er ist kompatibel zum kostenpflichtigen Serato DVS-Plugin, dass die Steuerung der Tracks über Timecode-Signale ermöglicht.

Der AMX kommt mit einer UVP von 289 Euro in den Handel, für den AFX ruft der Hersteller 239 Euro Liste auf. Was die neuen AKAIs den DVS-Artisten und Controlleristen unserer Club-, Party- und Bedroom-Landschaft im Detail zu bieten haben und wer damit gut beraten sein könnte, das soll der nachfolgende Testbericht veranschaulichen.

Details

AKAI AMX

Der Controller wird (genau wie der AFX) in einem bunt bedruckten Karton mit Styropor-Formteilen angeliefert, worin sich ein USB-Kabel, ein Handbuch und ein Beiblatt für den Software Download tummeln. Letztgenanntes zeigt einen Stapel aufgedruckter Plugins. Das macht mich natürlich neugierig und so unternehme ich direkt mal einen Ausflug auf die Homepage, um herauszufinden, was es damit auf sich hat. Dort werde ich zum Anlegen eines Accounts und der Registrierung meines Geräts aufgefordert. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass außer den ohnehin frei verfügbaren Treibern keine zusätzlichen Tools zum Download angeboten werden. Schade, da hätte ich mir die Prozedur ja auch im Grunde schenken können. Nun gut, also folgt die Stippvisite bei serato.com, um zu checken, ob dort bereits eine neue SDJ-Version verfügbar ist, da AMX ja ohnehin nativ mit SDJ läuft und die Software kostenlos bei Serato bereitsteht. Und siehe da: die aktuellen Version ist 1.7.2 und deren Installation erfolgte bei mir schon vor einigen Wochen, ohne das dabei nennenswerte Vorkommnisse hätten Erwähnung finden müssen. Also schnell zurück zur „harten Ware“...

Der AMX wiegt weniger als eine Tüte Milch, nämlich nur rund 800 Gramm und fällt mit 13,3 x 27,4 x 4,8 Zentimetern etwas kleiner aus, als sein Berliner Traktor-Kollege Kontrol Z1 von Native Instruments. Das äußere Erscheinungsbild des AMX und die Verarbeitungsqualität sind in meinen Augen gut gelungen, denn das Case mit seiner knallroten Unterschale als farblicher Akzent ist kompakt, leicht zu verstauen und es macht vor dem Hintergrund, dass es aus Kunststoff gefertigt ist, einen recht widerstandsfähigen Eindruck. Die Anschlüsse sitzen fest im Gehäuse, die Potis und Fader weisen kein bemängelnswertes Spiel auf und der Kopfhörerausgang wackelt trotz der 3,5-Millimeter-Buchse nicht übermäßig. Das „Pult“ orientiert sich am Layout eines Battlemixerx mit zwei Kanälen, die mit je einem Linefader, einem Gain und einem Dreiband-EQ aufwarten und sich mittels eines butterweichen, optional „Reverse“ zu betreibenden, freiliegenden Mini-Crossfader von „Innofader“ überblenden lassen. Etwas schwergängiger ausgefallen sind hingegen die Line Fader und die Drehregler für die EQs. Letztgenannte stehen aufgrund des begrenzten Platzes etwas nah beieinander, sodass manch einer hier mit den Fingerspitzen zuwerke gehen muss.

Rein und raus

Zwei Phono Inputs (separat schaltbar auf Line) mit einer Schraube für die Massekabel und ein Cinchausgang für die Anlage residieren am hinteren Anschlussfeld. Ein separater Monitorausgang ist nicht vorhanden. Vor dem Hintergrund, dass vier Stereo-Signalpfade oder besser gesagt zwei Stereoausgänge bei dieser Größe wohl nur über Miniklinke und nicht als Cinch zu realisieren gewesen wären, vertretbar  - aber irgendwie trotzdem schade. Auch darf man nicht vergessen, dass zum Betrieb des AMX kein Netzteil erforderlich ist, sodass ein weiterer Ausgang die ohnehin beschränkten Leistungsreserven, bedingt durch die USB-Speisung, mindern würde. Ein Großteil der Hobbyisten, Gelegenheits-DJs und Bedroomer dürften in aller Regel ohnehin keine komplette PA-Anlage nebst Monitorboxen im Wohnzimmer oder Partykeller stehen haben. Standalone funktioniert der Mixer nicht. Das ist aber für ein weiteres Modell mit optionalem Netzteil sicher keine sooo schlechte Idee.  

Ein klares Plus ist auch - lassen wir mal den Turntablism außen vor - dass AKAIs Produktentwickler den Controller kompakt genug gestaltet haben, um ihn in den Koffer zu packen und damit zum Beispiel im Urlaub eine spontane Strandparty zu rocken oder was einem auch immer in den Sinn kommen mag. Ein anderer mag vielleicht lieber am Baggersee Alarm schlagen: Mit einem Notebook und einem Verbund aus akkubetriebenen „Brüllwürfeln“ wie den Trolley-Speakern Alesis Transactive Wireless oder ION Blockrocker sowie einem AKAI AMX ließen sich jedenfalls einige Stunden ohne Netzstrom abfeiern. Dies aber nur am Rande erwähnt.  

Interessanterweise sind die Wahlschalter für Phono/Line nicht auf dem Backpanel zu finden, sondern links neben dem Gain-Regler auf der Oberfläche. Sie sitzen vertieft im Gehäuse, sodass keine Gefahr besteht, versehentlich dran hängen zu bleiben, wenn man einpegelt. Die ungewöhnliche Positionierung dürfte wohl eher dem knappen Raumangebot geschuldet sein, denn sie hätten eigentlich auch hinten Platz finden dürfen, da nicht zu erwarten ist, dass hier ein dauernder Zuspieler-Wechsel erfolgt. An der Vorderseite befinden sich ein Miniklinken-Kopfhörerausgang und ein Drehregler, der allerdings nicht die Lautstärke des Kopfhörers abstimmt, sondern die Kurvencharakteristik des Crossfaders. Der Knopf ist hinreichend groß und ziemlich griffig geraten, jedoch ist er nicht versenkbar, weshalb beim Transport ein wenig Vorsicht geboten ist.

Die Bedienoberfläche des AMX bevölkern insgesamt 14 Taster, drei Schalter, zwei normale und ein Touch-kapazitiver Encoder sowie 11 Drehregler, acht davon mit Touch-Funktion.

AKAI AFX

Als nächstes kommt der AFX an die Reihe, dem ich in Bezug auf die Bedienelemente und Verarbeitung die gleichen Qualitäten attestieren kann, wie seinem Counterpart. Er setzt allerdings, solltet ihr ihn mit Serato verwenden wollen, ein Serato-kompatibles Audiointerface zum Betrieb voraus. Bedeutet: wenn ihr das Gerät „einfach so“ an das Notebook anschließt und Serato hochfahrt, dann funktioniert es nicht. Mögliche Kombinationen ergeben sich mit einem USB-Audiointerface wie dem Rane SL3, einem kompatiblen Mixer wie Pioneers DJM-SRT oder eben dem (deutlich preisgünstigeren) AMX. Dass sich beide MIDI-Controller auch mit anderen Programmen betreiben lassen, sollte klar sein. Bis dato (07.01.2015) werden auf der Website des Hersteller allerdings noch keine alternativen Mapping-Dateien angeboten, also heißt es im Bedarfsfall: „Selbst ist der DJ“.

Der AFX ist natürlich ein „prädestinierter“ Add On-Controller für DVS-User und im Gegensatz zum AMX-Mixer sogar eine interessante Angelegenheit, wenn man eine in Bezug auf die Quantität der Bedienelemente etwas schwachbrüstige All-in-One Kommandozentrale wie Vestax VCI-300 oder ein Laufwerk wie den Motor-Platter V7 von Numark sein eigen nennt: Um Serato DJs FX fernzusteuern, setzt der AFX auf eine multifunktionale Pad-Sektion und zwei Effektabteilungen in Kombination mit einem Touchstrip und diversen Tasten. Insgesamt kommt das Tool auf 25 Buttons, acht Pads, sechs Drehregler und drei Encoder sowie einen berührungsempfindlichen Ribbon Controller, die zudem noch mit Zweitunktionen belegt sind. Der AFX hat außerdem einen Gutschein für Serato Flip im Schlepptau, dass normalerweise 29 Euro kostet und er hat auch gleich dedizierte Bedienelemente zur Steuerung dieser Funktion verabreicht bekommen. Um genau zu sein, sind für den Flip-Modus die beiden Tasten „Record“ und „Start“ sowie die Shift-Funktionen „Loop“ und „On“ ins Gerät gewandert. Wer den Flip-Modus noch nicht kennt: Er ermöglicht das Aufzeichnen und Abspielen von Cuepoint-Aktionen, wie im nachstehenden Clip zu sehen. Eine Quantize-Taste, die unsere Hotcues am Beatgrid einschnappen lässt, nehme ich in diesem Zusammenhang gern mit.

Ein Blick auf die Vorder- und Rückseite zeigt nichts außer Schriftzüge und der obligatorischen USB-Buchse sowie eine Aussparung für ein Kensington-Lock als Langfingerschutz. Die Spannungsversorgung des AFX erfolgt genau wie beim AMX über die USB-Verbindung zum Rechner. Kommen sie im Doppelpack zum Einsatz, wäre beispielsweise ein MacBook damit schon „ausgereizt“. 

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