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Shure SM58 Test

Tauschspulenmikrofon Klassiker

Keine Experimente!

Die Aufgabe, über das Testobjekt SM58 einen Einleitungstext zu schreiben, ist in etwa vergleichbar mit der Herausforderung, erklären zu müssen, wer eigentlich dieser Franz Beckenbauer ist oder womit das Unternehmen “Volkswagen” sein Geld verdient. Das Shure SM58 darf sich unbestritten als das bekannteste Mikrofon der Welt bezeichnen und sicher auch als das am weitesten verbreitete auf den Bühnen und in den Studios und Proberäumen dieser Welt.

Seit 1966 wird das 58er gebaut, die Veränderungen im Laufe der Zeit kann man vernachlässigen. Shure wirbt damit, dass jede Generation dieses Mikrofon neu entdecke. Das gilt zwar nicht so unbedingt für meine Großeltern, doch prinzipiell ist es richtig. Wie verhält es sich also mit dem Mythos 58?

Details

Nicht irgendein Mikrofon, sondern DAS Mikrofon!

Lasst Passanten in der Fußgängerzone “ein Mikrofon” auf ein Blatt Papier zeichnen, fast alle werden die “Eistüte” skizzieren: Sie werden ein konisches Handteil zu Papier bringen, auf welchem der Korb in Form einer Kugel thront. Damit wäre die äußerliche Beschreibung des SM58 schon fast abgeschlossen. Der Korb mit dem groben Gitter lässt sich abschrauben, damit der innenliegende Schaumstoff gereinigt oder der gesamte Korb ausgetauscht werden kann. Das Mikro ist zwar bekannt für seine Robustheit, doch gibt es mit dem Korb eine Knautschzone, die bei einem Sturz die eigentliche Kapsel schützt. Die Tauchspulenmembran ist durch ein Lochgitter auch rückseitig für den Schall erreichbar. Der Umweg, den er dabei durch das Laufzeitglied nehmen muss, beschert dem SM58 die Richtcharakteristik Niere.

Das SM58 ist für Gesang ausgerichtet und das wohl bekannteste Shure Modell

Bei 1 kHz gibt das Mikrofon 1,85 mV/Pa aus, was -54,5 dBV entspricht. Der grafische Frequenzgang beginnt bei 50 Hz mit etwa -6 dB im Vergleich zum 1kHz-Punkt. Jedoch kann der Nahbesprechungseffekt bei geringem Abstand zu Schallquelle ordentlich Bass liefern. Eine Oktave über 50 Hz – also bei 100 Hz – ist die Frequenzgangkurve “auf Niveau” und recht linear bis 1 kHz. Eine sanfte, breite Delle zwischen 0,5 und 1 kHz ist bei genauerem Hinsehen auszumachen. Es folgt ein sanfter Anstieg, der sein Maximum bei etwa 5 kHz mit annähernd 6 dB hat. 10 kHz sind ebenfalls gepeakt; im Hauptbereich scharfer S-Laute, der zwischen den beiden genannten Frequenzen liegt, gibt es eine kleine Einbuchtung. Darüber geht es wie bei eigentlich allen Tauchspulenmikros mit der Frequenzgangkurve wieder gen minus Unendlich. Der beschriebene S-Notch verdeutlicht, dass das Shure SM58 in erster Linie für Gesang ausgerichtet ist, doch das verbietet natürlich nicht automatisch den Einsatz an Instrumenten. Abseits der menschlichen Stimme hat sich typischerweise das SM57 etabliert, das einen prinzipiell ähnlichen Aufbau aufweist, jedoch auf den kugelförmigen Kopf verzichtet. Dass dieser nicht nur Zierrat oder wie oben angesprochen “Knautschzone” ist, dürfte sich von selbst verstehen: Vor allem die innenliegenden Schaumstoffschichten dienen als Popp- und Windschutz.

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