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Test
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13.09.2013
Test

Presonus Eris 5 und Eris 8 Test

Aktive 2-Wege-Studiomonitore

Günstig und Feature-reich

Die amerikanische Firma Presonus unterhält ein kleines, feines Portfolio an hochwertigen Audiolösungen für das heimische Studio. Die Monitorcontroller Centralstation und Monitorstation zählen schon länger zu den Standards im Projektstudio - nur Studio-Lautsprecher fehlten bisher im Angebot. 

Und da der Markt an Nahfeldmonitoren bereits hart umkämpft ist, muss man sich als Shooting-Star schon etwas einfallen lassen. Oder „einfach nur besser sein“ als die anderen, was konkret heißt: Hohe Qualität, viele Features UND geringer Preis. Was liegt da näher, als uns einmal diese Speaker kommen zu lassen und sie ausgiebig zu testen? 

Details

Die Presonus Eris 5 und Eris 8 sind aktive 2-Wege-Nahfeldmonitore der Budget-Preisklasse und werden im Paar gehandelt, was durchaus üblich ist. Mit dem 5,25-Zoll großen Tieftöner ist die Eris 5 der kleinste Monitor von Presonus, die Eris 8 mit dem 8-Zöller hingegen ist äußerst üppig ausgestattet. Die Bass-Treiber sind aus Kevlargewebe, was in dieser Liga mittlerweile zum „guten Ton“ gehört. Hier wurden sie zur Abwechslung mal „blau“ eingefärbt. Im Studio-Schummerlicht wirken sie jedoch fast schwarz. Aufgrund  durchaus ähnlicher Komponenten gleicht die Presonus-Box einer Reihe anderer Monitorboxen, u.a. wären hier die M-Audio BX8 D2 und BX5a zu nennen, die ESI Unik 05, sowie die Behringer B1030A.

Aktiv bedeutet , dass die Frequenzweiche vor den eingebauten Endstufen sitzt und „aktive“ Bauelemente, wie Operationsverstärker, zur Trennung des Frequenzspektrums benutzt. Getrennt wird bei 3 kHz (Eris 5) respektive 2,2 kHz (Eris 8). Es kommen demzufolge auch zwei Endstufen („Bi-Amping“) je Box zum Einsatz, die Hoch- und Tieftöner unabhängig voneinander versorgen. Gut zu wissen ist, dass man mit diesem Prinzip und verhältnismäßig geringem (finanziellen) Aufwand ziemlich lineare Ergebnisse erzielen kann.


Wie man auch bereits an unserem Aufmacherbild sieht, unterscheiden sich die beiden Modelle deutlich in ihren Ausmaßen. Während man die kleine Eris 5 in Verbindung mit optionalen Schaumstoffkeilen noch ruhig mit auf den Schreibtisch stellen kann, wird es bei der großen Eris 8 dagegen schon enger! Hier sollten Stative sowieso nicht nur Kür, sondern vor allen Pflicht sein. Detaillierte Abmessungen und das Gewicht entnehmt ihr bitte folgender Liste:

  • Modell: Eris 5 / Eris 8
  • Breite in mm: 178 / 250
  • Tiefe in mm: 195 / 299
  • Höhe in mm: 260 / 384
  • Gewicht in kg: 4,6 / 10,1

Der 1,25-Zoll Silk-Dome Tweeter der Eris 8 erhält laut Datenblatt 65 „Watt“, der 1-Zoll Tweeter der Eris 5 hingegen 35 Watt. Die Tieftontreiber werden indes von 45 Watt (Eris 5) bzw. 75 Watt befeuert (Eris 8). Dass dies keine RMS-Angaben sein können, sollte klar sein und in diesem Preissegment nicht überraschen.

Ähnlich verhält es sich mit folgenden Angaben, die ohne weitere Bezugsangaben „relativ aussagelos“ bleiben und man ihnen beim Vergleich von Boxen nicht blind vertrauen sollte. Das ist allerdings kein alleiniges Problem von Presonus, sondern eher unserem „stumpfen Vertrauen“ gegenüber Zahlen geschuldet. Dennoch möchte ich diese Werte nicht vorenthalten: Der Übertragungsverlauf für die große Eris 8 ist jedenfalls mit 35 Hz bis 22 kHz angegeben, und der für die kleinere Eris 5 mit 53 Hz bis 22 kHz. Den „beachtlichen“ Werten fehlt es allerdings am Bezugspunkt der Eckfrequenzen (z.B. „-3dB“). Merkwürdig, dass in einer älteren Pressemitteilung die untersten Eckfrequenzen noch rund 10 Hz höher angegeben waren. 

Ähnlich verhält es sich grundsätzlich auch mit dem angegebenen, maximalen Schalldruckpegel, weswegen er an dieser Stelle nur unkommentiert genannt werden soll: 102 dB „Peak SPL“ für Eris 5 und 105 dB  „Peak SPL“ für die Eris 8 und das in einem Meter Entfernung.

Das robuste Bassreflex-Gehäuse besteht wie fast alle Lautsprecher heutzutage aus MDF und wurde entsprechend mit Vinyl matt-schwarz foliert. Das Front-Baffel besteht aus schnörkellosem Kunststoff, ist Kanten-frei und leicht nach außen gewölbt, was Kantenreflexionen und Strömungsgeräusche mindern soll. Auch um den Hochtöner herum ist das Baffel gewölbt und wirkt hier sogar wie ein Waveguide, um homogener an die Schallwand anzukoppeln. Der Bassport befindet sich in Form eines breiten Schlitzes unten, wodurch die Box zur Not auch mal Wand-nah aufgebaut werden darf. Obwohl man von „Manufactured in China“ auch durchaus anderes erwarten könnte, ließen sich an keiner meiner vier Stichproben Mängel oder Unregelmäßigkeiten in der Verarbeitung finden. Die Speaker erscheinen somit sehr solide und hochwertig gefertigt.

Alle Anschlüsse befinden sich selbstverständlich auf der Rückseite: Hier gibt es einen IEC-“Kaltgeräteanschluss“ für 120/240 Volt, den Spannungswahlschalter, den Hauptschalter  sowie die Audioeingänge und eine umfangreiche Filter-Sektion. Auch die Anschlusssektion lässt keine Wünsche offen: Symmetrischer XLR und 1/4-Zoll TRS („große Klinke“) Anschluss (+4dBu) sowie unsymmetrischer Cinch auf -10dBV-Niveau. Was will man mehr...?

Hinzu kommt ein INPUT-GAIN-Poti mit gerasterter „Unity“-Mittelstellung. Die beiden  anderen stufenlosen Potis sind ebenfalls mit einer gerasterten Mittelstellung versehen, dienen allerdings der Klanganpassung und stellen ein +/- 6 dB Peak-Mittenfilter bei 1 kHz (MID) und +/- 6 dB Höhen-Shelvingfilter ab 10 kHz (HIGH) dar.

Die Bassfilter hingegen kommen in Form zweier kleiner Schiebeschalter daher: LOW CUTOFF ist dabei als ein klassisches High-Pass anzusehen, welches die Box „nach unten“ beschneidet und die Positionen „Aus(Flat)“/ „80 Hz“ / „100 Hz“ kennt. Wobei man an dieser Stelle nicht verschweigen sollte, dass ein „Subsonic-Filter“ verbaut ist, was „ganz tiefe“ Töne grundsätzlich ohnehin wegfiltert. ACOUSTIC SPACE hingegen ist ein breites Shelving-Filter, welches unter 800 Hz ansetzt und Positionierungen in der Ecke (Quarter-Space), vor der Wand (Half-Space) oder im Raum (Full-Space) kompensieren soll. Damit kann man den Bass nochmal um 0 dB / -2 dB / -4 dB absenken. Fehlt eigentlich nur noch ein Desktop-Filter, aber wir wollen ja nicht übermütig werden. Weiter geht es mit der Praxis!

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