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Test

Franz Bassguitars Wega 5 Test

Fünfsaitiger E-Bass

Edelkost aus heimischer Bassküche!

Mein heutiger Testkandidat hört auf den Namen Wega 5. Dahinter verbirgt sich ein fünfsaitiges Modell der jungen deutschen Company Franz Bassguitars - hier vorliegend in einer edlen Ausstattung mit gewölbter Decke aus geflammtem Ahorn. Firmengründer Xaver Tremel ist ursprünglich Schreiner in dritter Familiengeneration und hat einen Weg gefunden, zwei seiner größten Leidenschaften miteinander zu verbinden: Bassspielen und mit Holz arbeiten! Seit einigen Jahren beglückt der Franke die Welt mit bemerkenswerten E-Bässen seiner noch relativ jungen Marke "Franz Bassguitars". Gefertigt werden die Instrumente vorrangig aus regionalen Hölzern mit einer gezielten Konzentration auf Nachhaltigkeit, sowie einer großen Liebe für handwerkliches Detail und individuelles Design.

Man kann ja im Grunde wirklich nur darüber staunen, wie viele anerkannte und hochprofessionell arbeitende Bassbauer es in Deutschland gibt. Fast sieht es so aus, als wären wir heimischen Bassisten geradezu in ein Mekka der tieftönenden Zunft hineingeboren worden. Warum es gerade hierzulande zu einer derart hohen Konzentration von Fachkompetenz kommt, darüber darf spekuliert werden. Aber warum eigentlich alles hinterfragen? Genießen wir doch einfach diese schöne Tatsache und widmen uns in diesem Test einem sehr vielversprechenden Neuling aus dem Hause Franz Bassguitars. Auf zur Entdeckungsreise!

Details

Der Franz Bassguitars Wega 5 in der vorliegenden Testversion ist eine wahrhaft beeindruckende "blonde" Erscheinung. Ins Auge sticht ein Erlekorpus mit Hohlkammern (chambered) mit einer zweiteiligen Decke aus geflammtem Ahorn, optisch hübsch ergänzt mit einer Kopfplatte in demselben Look (matching headstock). Dazu kommt ein Griffbrett aus Vogelaugenahorn mit 24 Bünden, bei dem die Bundmarkierungen bzw. Inlays weggelassen wurden - sie wären aber auch angesichts dieses wunderschönen Griffbretts fast eine Sünde!

Zur Orientierung dienen daher lediglich kleine schwarze Punkteinlagen an der Griffbrettseite. Sämtliche Hardware ist in Schwarz gehalten - sogar der Sattel. Allein diese frontseitigen optischen Komponenten wirken magisch, noch bevor man den Bass in die Hände nimmt.

Der eingeleimte 34,5" Longscale-Hals besteht aus fünf Teilen Thermoahorn (wärmebehandeltes Ahorn) mit vier schmalen Eichenstreifen und wirkt ziemlich kräftig, dabei jedoch in keiner Weise unbequem. Nicht von außen sichtbar sind zwei in den Hals bzw. unter das Griffbrett liegend eingearbeitete Graphitstreifen zur zusätzlichen Verstärkung der Halskonstruktion. Auch bei der angewinkelten Kopfplatte wurde nicht an Masse gespart, wenngleich sie optisch doch recht zierlich wirkt. Fünf kleine geschlossene Mechaniken verrichten hier ihren Dienst. Der Übergang vom Hals zur angewinkelten Kopfplatte ist mit einer ausgewölbten Verstärkung stabilisiert, einem sogenannten "Kragen".

Ein besonderes Detail zeichnet das Kopfplattendesign aus: Zwischen dem Thermoahorn- und dem Eichenholz sowie dem "matching"-Aufleimer aus geflammten Ahorn befindet sich zusätzlich ein perfekt eingearbeitetes schwarzen Furnier aus Phenolharz. Diese eingearbeitete Schicht beginnt bereits unterhalb des ersten Bundes - das nenne ich perfektes Handwerk, Hut ab! Die Kopfplattendecke an der unten liegenden Hälfte wurde mit einem schmalen geschwungenen Streifen ausgefräst, so dass ein Teil des darunter liegenden mattschwarzen Phenolharz-Furniers hervorscheint. Dieser dreidimensionale Effekt ist an edler Erscheinung wirklich kaum zu toppen! Das Firmenlogo wurde dezent am Kopfplattenende platziert. Vor dem schwarzen Kunststoffsattel, an den sich ein Nullbund anschließt, sitzt eine mattschwarze Metallabdeckung. Sie verbirgt den Zugang zur Halsstellschraube. Befestigt ist sie mit einer einzigen Schlitzschraube, die in ein in der Kopfplatte versenktes Metallgewinde greift. Auch hier sehen wir also ein tolles Maß an liebevoller Detailarbeit.

Gleiches gilt für die Abdeckung des Elektronikfaches auf der Rückseite des Bodies, das wie die Halsschraubenabdeckung aus schwarz eloxiertem Metall besteht und mit vier Schrauben befestigt wurde - natürlich wiederum mithilfe von Gewinden und nicht etwa schnöde direkt in das Holz gedreht.

Insgesamt muss man dem Wega 5 eine sehr gelungene Ästhetik bescheinigen. Das schlüssige Design arbeitet mit vielen geschwungenen Linien. Die Kopfplatte wirkt besonders stimmig, aber auch der Body wirkt absolut schlank und ästhetisch. Die Deckenwölbung wird durch ergonomische Rundungen an den Rändern unterstützt. Wie schon bei der Kopfplatte umgibt den Übergang zwischen Korpus und Decke abermals ein kunstvoll eingearbeitetes schwarzes Furnier, das die Ahorndecke wie ein zartes Band umkreist. Dieses Element besteht hier jedoch aus Räucher-Eiche (wie auch die schmalen Sperrstreifen im Hals).

Auch das Griffbrettende wurde nicht einfach plump abgeschnitten, sondern leicht sichelförmig gekonnt abgerundet. Den Korpus hat Xaver Tremel mit einem angenehmen Mattfinish lackiert, während der Hals wachs- und ölbehandelt ist.

Die Bridge des Herstellers ETS aus Hanau könnte man als Gegenteil zur Philosophie "mehr Masse = mehr Sound" anführen. Hier wird vielmehr das Ideal verfolgt, bei dem die Saite bei ihrem Weg über den Steg möglichst wenig Material berührt. Während die Saiten lediglich in kleine Metallösen eingehängt werden (dass diese wiederum perfekt eingearbeitet sind, braucht man kaum noch zu erwähnen), laufen sie über eine lediglich 23mm breite Brücke mit fünf kleinen 3D-Böckchen, in die sehr schmale Chromstege eingearbeitet sind. Jedes Böckchen sitzt dabei - von festen Führungen eingerahmt - in der Bridge und verfügt über vier Inbusschrauben, von denen drei der Justierung von Höhe und Winkel dienen. Die vierte Schraube übernimmt die feste Arretierung, sodass sich die Böckchen nicht mehr ungewollt verschieben können. Die jeweils im Böckchen sitzende schmale Sattelplatte lässt sich seitlich verschieben, nachdem man eine weitere, fast nicht sichtbare Inbusschraube auf der Vorderseite des Böckchens löst. Dies wird jedoch so gut wie niemals nötig sein, außer man möchte tatsächlich einmal das Spacing der Saiten zueinander verändern.

Die Enden des Bridgerahmens sind abgerundet, was besonders das Spielen mit dem Plektrum sehr angenehm gestaltet, wenn man den Handballen zum Abdämpfen der Saiten an der Bridge auflegt.

Ausgestattet hat man den Wega 5 mit zwei Delano JSBC-Tonabnehmern und einer TCM-2 Elektronik von Noll, welche gleichermaßen aktiv wie passiv benutzt werden kann. Auffällig ist dabei, dass die Tonabnehmer mit lediglich 18mm Beite ziemlich schmal sind. Dabei handelt es sich um zweispulige "Soapstick"-Tonabnehmer, die die nebengeräuscharmen Vorteile von Humbuckern mit den Klangeigenschaften von Singlecoils verbinden.

Die Elektronik hält die Potis Volumen, Balance, passive Tonblende und aktive Bässen und Höhen (als Stackpoti) bereit. Wenn man den Push/Pull-Volumenregler herauszieht, verwendet man die Elektronik rein passiv, wobei dann natürlich lediglich die passive Tonkontrolle funktioniert. Bei hereingedrücktem Volumeregler fährt man den Bass aktiv, womit die Höhen- und Bassregelung zum Einsatz kommt. Diese wurden mit einer Mittelraste versehen, und entsprechend kann man die Frequenzbereiche anheben oder absenken. Die aktiven Bässe greifen bei +/-15 dB @ 80 Hz und +/-15 dB @ 4,2 kHz. Die passive Tonblende kann zudem übrigens auch im aktiven Modus zusätzlich zur Klangfärbung eingesetzt werden. Gespeist wird die Elektronik über eine in einer getrennten Quickchange-Kammer auf der Rückseite sitzenden 9V-Batterie.

Natürlich sind auch die oben abgerundeten Potiknöpfe keine Stangenware. Die Stellung der Potis wird optisch markiert durch eine kleine, kreisrunde Bohrung, welche man sowohl optisch erkennen, als auch im Dunkeln "ertasten" kann. In Verbindung zu den Mittelrasten des Balancereglers und der beiden Stackpotis des aktiven EQs ergibt sich somit eine hervorragende Kontrolle der Steuereinheiten, ohne immer optisch nachkontrollieren zu müssen.

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