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Hatsune Miku English Test

Vocaloid 3 Library

I sing a Liad für Di!

Vocaloid nennt sich die von Yamaha seit 2003 entwickelte Technologie, die Sprache und Gesang synthetisch zu erzeugen vermag. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2013 und Vocaloid gibt es bereits in der Versionsnummer 3, dennoch fristet diese technische Errungenschaft hierzulande ein noch recht exotisches Dasein. Dafür mag es unterschiedliche Gründe geben, der Hauptgrund allerdings ist, dass der Großteil der Anwendungen oder besser gesagt der „Sänger“ ausschließlich auf japanisch singen - italienische Polizisten sprechen schließlich auch nur italienisch. Das soll sich aber mit der englischen Version von Hatsune Miku ändern.

Andere Länder, andere Sitten! In Japan ist Hatsune Miku ein etablierter Superstar mit gefüllten Konzerthallen, Merchandising, Awards und was das „Berühmtsein“ sonst noch so mit sich bringt. Welcher andere Star singt schon die Eigenkompositionen der Fans? Ein interessantes Konzept der Zielgruppen-Bindung, und dabei ist die grünhaarige Hatsune nur die Spitze des Eisbergs inmitten weiterer virtueller Idole. Diese Neuerscheinung ist allerdings nicht die erste englischsprachige Stimme. Anfang 2013 erschien „Avanna“, eine Vocaloid 3 Library von Zero-G, allerdings ausschließlich für PC-User, worin ich einen weiteren Grund des Exotenstatus sehe, weil man somit einen nicht unerheblichen Teil der Musikschaffenden ausschließt. Unsere Hatsune Miku (vom Library Produzenten Crypton) ist da schon etwas flexibler, womit wir uns den Details nähern.

Details

Kompatibilität

Hatsune Miku English ist ein VSTi- und jetzt auch (!) AU-Plugin (Version 1.1.0.1), obwohl dieser Umstand während ich diese Zeilen schreibe noch nirgends (hersteller- und vertriebsseitig) nachzulesen ist. Da ich in den Voreinstellungen die Funktion „Automatische Updates“ aktiviert habe, wäre diese für mich als hauptsächlicher Logic-Anwender wichtige Neuerung beinahe unbemerkt geblieben. Somit funktioniert die Software mit gängigen DAW-Hosts, wie Steinberg Cubase, Ableton Live, Apple Logic, Presonus Studio One, usw. Pro Tools Anwender müssen sich eine echte Sängerin suchen, womit sie wahrscheinlich aber auch kein Problem haben. Ich konnte keinerlei Informationen bezüglich einer geplanten AAX Version entdecken. Die Rechner-spezifischen Mindestvoraussetzungen für PC und Mac findet ihr am Ende dieses Testberichts.

Lieferumfang

Im Lieferumfang befinden sich zwei Installations-DVDs. Neben der besagten Stimmen-Library sind ca. 200 MB Bonus-Samples sowie die sogenannte „Artist Piapro Edition“ von Presonus´ aufstrebender DAW-Software Studio One 2 mit von der Partie, deren Test (der Vollversion) ihr hier findet. Bei den Bonus-Samples des Herstellers Sonicwire handelt es sich quasi um Construction-Kits der Stilrichtungen Progressive House, Trance und „Crush“ (eine Art Gitarren-Rock). Letzteres fällt hier irgendwie aus dem Rahmen, aber man wird ja nicht gezwungen, es zu verwenden.

Presonus Studio One 2 - Artist Piapro Edition

Die Einstiegsversion von Studio One 2 stellt einerseits einen interessanten Mehrwert dar und war andererseits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Hatsune Miku für reine Logic-User absolut notwendig, da es noch keine AU-Version gab. Die Artist-Edition kostet normalerweise rund 90 € und ist für ca. 90 € bzw. 260 € auf die Versionen „Producer“ und „Professional“ upgradefähig. Positiv zu bemerken ist die unbegrenzte Anzahl an Audio- und MIDI-Spuren in dieser Einsteiger-Version, allerdings muss man sich mit den 25 internen Effekten und vier virtuellen Instrumenten (Hatsune nicht mitgerechnet) begnügen, da KEINE(!) VST- und AU-Plugins von Drittanbietern unterstützt werden. Die Sounds der internen Instrumente wirken auf mich etwas altbacken, sodass man mittelfristig um ein Upgrade nicht herumkommt, sofern man die Bekanntschaft mit Studio One intensivieren möchte. Der Screenshot-Auszug aus der sehr guten deutschsprachigen Bedienungsanleitung im folgende zweiten Bild dokumentiert die grundsätzlichen Unterschiede der Versionen Artist, Producer und Professional. Weitere Informationen findet ihr hier auf der Hersteller-Homepage.

Piapro Studio

Piapro Studio nennt sich der sogenannte „Vocal Editor“, der in einer Instrumentenspur zu öffnen ist, um die Stimme zu generieren und zu bearbeiten. Bei Bedarf ist sogar ein Multi-Output-Betrieb möglich, um mehrere Gesangsstimmen separat im Mixer des Host-Programms zu verfeinern. Eine ausführliche englischsprachige Bedienungsanleitung steht zum Download bereit. Wer schon mit DAWs und Pianoroll- bzw. Key-Editoren Kontakt hatte, sollte sich mit einem Großteil der umfangreichen Bearbeitungsmöglichkeiten intuitiv zurechtfinden

Um die Artikulation des Gesangs zu gestalten, lassen sich diverse Parameter statisch oder auch dynamisch per Piapro Studio-interner Automation anpassen, hier eine kleine und sich überwiegend selbsterklärende Auswahl der Einstellmöglichkeiten:

  • Volume
  • Dynamics (Intensität des Gesangs)
  • Breathiness
  • Brightness
  • Opening (Öffnung des Mundes)
  • Gender (Formanten)
  • Portamento Timing
  • Vibrato

Des Weiteren lassen sich je Note separate Einstellungen vornehmen, zu sehen in den folgenden beiden Abbildungen:

Laut Hersteller wird die Verwendung in einem Tempobereich von 100 bis 130 BPM und einem Tonhöhenbereich von B2 bis B3 empfohlen, darüber hinausgehende Werte sind durchaus möglich, wobei das Ergebnis zunehmend unnatürlich und unverständlich klingt. Der Verständlichkeit und phonetischer Probleme durch gewisse Doppeldeutigkeiten der Texteingabe widmen sich einige Absätze der Bedienungsanleitung, doch hierzu mehr im nun folgenden Praxisteil.

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