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Mackie M Caster Live Test

Praxis

Testbedingungen

Die Interface- und Kommunikationseigenschaften des Mackie M Caster Live wurden an einem iMac Pro (3 GHz 10-Core Intel, 64 GB RAM) unter macOS Catalina 10.15.7 und einem 2019er iPad (als Smartphone-Ersatz) getestet, das noch mit einer 3,5mm-Klinkenbuchse ohne zusätzlichen Adapter verwendbar ist. Zur Aufnahme der Audiobeispiele kam Apple Logic Pro 10.6.3 zum Einsatz.

Mackie M Caster Live in der praktischen Anwendung

Die Herangehensweise beim Arbeiten mit dem Mackie M Caster Live erscheint mir trotz oder vielleicht gerade wegen der simplen Handhabung als etwas ungewöhnlich. Beispielsweise ist nirgends dokumentiert, welche Attribute die nicht editierbaren Presets der wichtigen ContourFX auszeichnen und wofür sie sich im praktischen Einsatz eignen. Im Manual wird tatsächlich eine „Trial-and-Error“-Vorgehensweise empfohlen. Ob sich diese Vereinfachung für einen (des Denkens fähigen) Einsteiger als hilfreich erweist, ist wohl Ansichtssache. Ungewöhnlich ist auch die fehlende Möglichkeit, das Mikrofonsignal einzupegeln, was offensichtlich irgendwie automatisch stattfindet, da der Input/Volume-Regler laut Blockschaltbild hinter dem Vorverstärker und den Effekten sitzt. Vielleicht liegt hier der Grund für einen vergleichsweise präsenten Rauschanteil beim Mikrofonsignal, doch mehr zu den Klangeigenschaften im folgenden Abschnitt.

im Einsatz
Fotostrecke: 3 Bilder Der Mackie M Caster Live im Einsatz. Die RGB-LED-Beleuchtung bietet verschiedene Farben, ist aber auch deaktivierbar.
Fotostrecke

Mackie M Caster Live Test: Klang

Mackies M Caster Live klingt dem Einsatzzweck entsprechen ordentlich. Die Kommunikation mit einem Gesprächspartner erfolgt einwandfrei und dank „Mix-Minus“-Automatik auf dem Smartphone-Channel ohne jegliche Feedbacks oder Echos. Die integrierten Effekt-Presets sind aufgrund der fehlenden Dokumentation zwar eine Art Wundertüte, aber durchaus nützlich! So bieten einige Presets der ContourFX sehr zweckdienliche Kombinationen aus Kompression und Frequenzeinstellungen, die eine gute Sprachverständlichkeit und Präsenz gewährleisten. Offenbar sind auch Low Cuts im Einsatz, da die folgenden Audiobeispiele eine insgesamt positive Unempfindlichkeit gegenüber Plopplauten belegen. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass das Einschleifen eines StreamFX im Mikrofonsignals in einem Stereosignal resultiert. Das heißt, die Verwendung von Hall oder Delay der StreamFX erklingt in stereo und nicht wie bei zumindest einem mir bekannten Konkurrenzprodukt in mono.

Wie bereits angemerkt, ist der Rauschanteil im Mikrofonsignal etwas höher als bei einigen mir bekannten günstigen Audiointerfaces. Dies trifft sowohl auf das dynamische Shure SM7B als auch das Kondensatormikrofon Neumann TLM 102 zu, die ich während des Tests verwendet habe. Bei letzterem wird dies allerdings erst bei entsprechenden Höhenanhebungen einiger ContourFX-Presets spürbar. Angesichts des Verwendungszwecks ist das kein Beinbruch, allerdings wäre ein integriertes Noise Gate in den ContourFX oder StreamFX zum Live-Streaming möglicherweise sinnvoller als der ein oder andere Gimmick-Effekt. Weiterhin ist anzumerken, dass Kanal 1(Mic) und Kanal 2 (Host/Aux) auf die identischen Effekt-Presets zugreifen, was eine flexiblere und selektive Verwendung der StreamFX und ContourFX ein wenig einschränkt.

Audio Samples
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Sprache Neumann TLM 102 (clean + ContourFX 0 – 2) Sprache Neumann TLM 102 (ContourFX 3 – 6) Sprache Shure SM7B (clean + ContourFX 0 – 2) Sprache Shure SM7B (ContourFX 3 – 6) Sprache Shure SM7B (StreamFX) Stream Mix Aux Input
Griff des Mackie M Caster Live im Test
Mackie M Caster Live im Test: Logo auf dem Griff
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