Gitarre Hersteller_UniversalAudio Software
Test
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12.02.2016

UAD Marshall JMP 2203 Amp Plug-In Test

Software Plug-In

Rock-Klassiker in Bits und Bytes

Das Marshall JMP 2203 Plug-In, vorgestellt von Universal Audio anlässlich der Winter-Namm 2016, wurde wie seine Markengeschwister in Kooperation mit dem Software Spezialisten Softube und dem Amp-Hersteller Marshall entwickelt. Auch Toningenieur Tony Platt, seines Zeichens verantwortlich unter anderem für die beiden AC/DC-Alben Black in Black und Highway to Hell, war wieder mit an Bord.

Nach den sehr guten Ergebnissen der bisherigen Marshall Amp Plug-Ins Plexi Super Lead 1959, Silver Jubilee 2555 und Bluesbreaker 1962 sind die Hoffnungen, dass auch unser heutiger Testkandidat eine gute Figur abgibt, naturgemäß sehr hoch. Ob die Erwartungen erfüllt werden, erfahrt ihr im folgenden Test.

Details

Das Original

1975 nahm Marshall eine Kursänderung vor und konzipierte Amps mit Master-Volume, um den beliebten Rocksound auch bei geringeren Lautstärken fahren zu können. Die Veränderungen im Vergleich zu den Non-Master-Volume-Amps bestanden darin, dass es nun statt der zwei Volume-Regler des Plexi ein Preamp- und ein Master-Volume gab. Die Klangregelung mit Treble, Middle, Bass und Presence blieb bestehen, während die Kippschalter auf der linken Seite gegen große, beleuchtete sogenannte Rocker-Switches ausgetauscht wurden. Das Logo war etwas größer und die Front wurde mit weißem Keder ausgestattet. Für ein Plug-In ist das natürlich recht irrelevant, wurde aber trotzdem vom Grafiker berücksichtigt und umgesetzt. Dummerweise haben sie auch wieder den kaputten Potiknopf des Original-Amps eingearbeitet. Das hat mich beim Plexi Plug-In schon gestört, denn man sieht die Reglerstellung auf einem Notebook-Bildschirm nicht optimal. Aber zurück zum Original, hier gab es in der JMP 2203 Serie noch eine weitere Veränderung gegenüber den Plexis, denn die 2203er hatten nur noch zwei Eingänge High und Low statt der vorherigen vier. Somit fällt die Querverkabelung flach, es kann nur noch ein Eingang benutzt werden. Den Sound dieser Amps kennt man von AC/DC, die 1976 von Marshall für deren "Let There Be Rock"-Album mit ihnen ausgestattet wurden. Seit dieser Zeit sind die Amps in Verbindung mit den alten Super Lead Plexis der Grundstock für den klassischen australischen Rocksound, den viele zum Vorbild haben. Weitere User des JMP 2203 sind unter anderen Iron Maiden, Jeff Beck oder Slayer.

Das Plug-In

Als Vorlage des Plug-Ins diente wieder einmal ein Klassiker aus dem Marshall-Museum, somit kann sich Universal Audio erneut auf die Fahne schreiben, dass sie das weltweit einzig lizensierte Marshall Plug-In eines JMP 2203 im Angebot haben. Die grafische Oberfläche ist den anderen Plug-Ins entsprechend, im Hauptbild ist die Front des Amps mit dem Bedienfeld zu sehen und man kann mit der Maus die Regler einstellen und den Eingang auswählen. Beim Klicken auf Channel Strip ganz recht am Bildrand klappt ein weiteres Fenster auf und man sieht den zur Verfügung stehenden Kanalzug mit zwei Mikrofonkanälen. Die Bestückung ist auch hier speziell auf den JMP 2203 zugeschnitten, es gibt zwei Kanäle und pro Kanal kann man aus fünf verschiedenen Mikrofontypen auswählen. Hier sind die üblichen Verdächtigen: 2x AKG C414 (A&B), SM 57 (C), SM 7B (D) und ein Telefunken ELA M 251 (E), das weiter hinten im Raum positioniert wurde. Darüber hinaus steht eine Kanal-Klangregelung mit Höhen, Mitten (parametrisch) und Bässen zur Feinabstimmung der beiden Mikrofonsignale zur Verfügung. Wenn es bei höheren Gainsettings etwas rauscht, dann hilft das Noisegate, das mit nur einem Regler sehr gitarristenfreundlich ausgelegt ist. Die Ausstattung ist sehr übersichtlich und das zweikanalige Mischpult ist ein amtliches Werkzeug zum schnellen und flexiblen Einstellen des Gitarrensounds. Wer keine Lust auf große Experimente hat, der kann natürlich auch auf eines der 50 vorgefertigten Presets von Tony Platt zurückgreifen.

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