Software
Test
10
30.04.2018

Native Instruments Maschine Software Update 2.7.5 Test

Groove Production Studio

Timestretching in Echtzeit, DAW-Integration und mehr!

Produktpflege steht beim Berliner Hard- und Software-Hersteller Native Instruments weit oben und User-Wünsche dabei oftmals im Fokus. Für das Groove-Schlachtschiff MASCHINE steht ein Software-Update zum kostenlosen Download bereit, das mit Neuerungen aufwartet, auf die viele User bereits lange gewartet haben. Seit Version 2.7 verfügt Maschine über die langersehnten Audiospuren und Timestretching in Echtzeit – möglich wird dies mit dem sogenannten Audio-Plug-in. 

Loops sollen sich dadurch live an die Geschwindigkeit des Projekts anpassen. Ein kreativer Gate Mode ermöglicht es, Loops on-the-fly in rhythmische Muster zu formen, während sie im Hintergrund mitlaufen. Zudem können Audioloops im Keyboard Mode in Tonleitern gespielt werden. Das zeitgleich veröffentlichte Firmware-Update 1.4.1 für die Maschine MK3 Hardware erlaubt es, globale Einstellungen wie Audio- und MIDI-Settings und hardwarespezifische Einstellungen direkt am Controller durchzuführen. 

Seit Maschine 2.7.3 lässt sich Logic Pro X’ Mixer und Transport-Sektion über die Maschine Hardware steuern, so wie wir es bereits von den Komplete Kontrol MK2 Keyboards kennen. In dem erst kürzlich erschienenen 2.7.5 Update dürfen sich nun auch Ableton-Live-Nutzer über dieses Feature freuen. Mit diesem Review haben wir die neuen Features genauer unter die Lupe genommen.

Details

Audio-Plug-in

Mit meinem Wunsch, den ich noch im Testbericht zu Maschine Software 2.6 äußerte, war ich offensichtlich nicht alleine: Audiospuren in Maschine! Zwar konnte man bisher Loops aufzeichnen und auch stretchen, doch damit sie abgespielt werden, mussten sie bisher via Pads oder Step Sequencer getriggert werden. Die Audiofiles befanden sich bisher nämlich im Sampler-Plug-in und nicht in einer eigenen Audiospur, wie man es etwa von DAWs kennt. Mit dem Update ermöglicht das „Audio-Plug-in“ den Import von Audiomaterial, das im Loop wiedergegeben wird. Das Audio wird automatisch an das Projekttempo angepasst, was sich im Nachhinein noch nachjustieren lässt – wie gut das funktioniert und welche Optionen gegeben sind, schauen wir uns im Praxisteil an. Übrigens: Auch AKAI spendierte mit dem Update der MPC Software auf Version 2 Echtzeit-Time-Stretching und Pitch-Shift.

Neben der normalen Loop-Wiedergabe gibt es noch einen weiteren Abspielmodus namens „Gate Mode“. Dieser lässt das Material gemutet im Hintergrund abspielen. Erst wenn man ein Pad betätigt, wird der Loop hörbar, und auch nur so lange, bis das Pad losgelassen wird. Feuert man das Pad schnell hintereinander ab, entstehen dadurch rhythmische Gate-Muster, die man selbst spielt – genial. Im Keyboard Mode lassen sich die Loops bzw. die Gate-Schnipsel auch in der Tonhöhe spielen, was weitere Dekonstruktionen des Audios ermöglicht.

Seit Version 2.7.5 gibt es neben dem Time-Stretching-Algorithmus noch einen zusätzlichen Re-Pitch Mode, der das Material nicht nur in einer anderen Geschwindigkeit, sondern auch Tonhöhe wiedergibt – ähnlich wie bei Schallplatten oder Tonbändern.

DAW-Steuerung mit Maschine MK 3

Mit den Komplete Keyboards der MK2-Serie wurde die vorgefertigte DAW-Steuerung eingeführt. Nun erhält dieses Feature auch Einzug in Maschine MK3. Bisher ist dieses Feature nur für die DAWs Ableton Live und Logic Pro X vorgesehen. Bleibt abzuwarten, welche DAWs in Zukunft zusätzlich mit der DAW-Integration unterstützt werden. Nach Logic und Live folgte die Cubase-Integration für die Komplete Kontrol Keyboards – vielleicht wird dies für Maschine ebenfalls so sein.

Durch die DAW-Integration lässt sich der Mixer mit den acht Buttons und Drehreglern steuern. Regelbar sind Volume, Pan, Mute, Solo, Record Arm. Mit dem 4-D-Encoder kann zwischen den Mixer-Channels navigiert werden. Bei Ableton Live werden zusätzlich die Clips ausgewählt. Auch die Transport-Sektion der DAWs wird über die Maschine gesteuert, was Play, Stop, Record, Quantize, Undo/Redo, Automation Toggle, Loop Toggle und Tab Tempo ermöglicht.

 

Settings ändern an der Hardware

Abgesehen von den General Settings, mit denen sich bisher Metronom-Einstellungen vornehmen ließen, gelangt man mit dem Settings-Button zu Audio-, MIDI- und Hardware-Einstellungen. Unter Audio erhält man Zugriff auf Treiber, Device, Sample Rate und Buffer Size; unter MIDI sind der MIDI Sync Mode und Clock Offset sowie Input- und Output-Geräte einstellbar. Für die Hardware selbst können die Empfindlichkeit der Pads sowie Helligkeiten von Display und Pads eingestellt werden. Hier kann der Main Output der Maschine wahlweise nur über den Line Out oder zusätzlich auch auf die Kopfhörer geleitet werden, praktisch.

NKS für Effekte

NKS (Native Kontrol Standard) wurde bislang ausschließlich zur Steuerung virtueller Instrumente eingesetzt. Mittels vorgefertigter Parameter-Mappings – die sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen – sind Software-Klangerzeuger und deren Patches über die Maschine und die Komplete Kontrol Keyboards steuerbar, ohne eigene Mappings vornehmen zu müssen. Diese vorgefertigten Mappings werden von den Drittherstellern der Plug-ins mitgeliefert. Fortan werden auch Effekt-Plug-ins für diese Schnittstelle freigegeben. Softube, Eventide, Sugar Bytes und Waves sind von Beginn an mit einigen Effekten vertreten. Weitere werden ganz sicher folgen – auch bei den Klangerzeugern hat es nicht lange gedauert, bis die meisten bekannten Klangerzeuger über NKS-Mappings verfügten.

Mehr Scales 

Mit dem Update bekommt Maschine eine größere Auswahl an Scales spendiert, die auch bereits auf den Komplete Kontrol Keyboards hinzugefügt wurden. Die Tonarten sind fortan in Banks und Types unterteilt. So gibt es beispielsweise eine eigene Jazz Bank, in der sich 15 entsprechende Tonarten befinden. In einer World Bank sind unter anderem Hungarian, Jewish, Spanish, Greek, Indian mit dabei. Hinzu kommen die Banks Modern, Major und Minor, in denen ebenfalls jeweils 15 Tonarten zu finden sind.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare