Hersteller_Mapex
Test
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12.12.2012

Mapex Black Panther "Black Widow" Test

14" x 5" Ahorn Snaredrum

Die Katze tanzt die Tarantella

Mapex Black Panther Black Widow-Snare im bonedo-Test - Bei einem Paket, das sich mit gleich zwei potentiell tödlichen Erdbewohnern im Namen ankündigt, traue ich mich kaum, dem Postboten die Last abzunehmen und quittiere die Annahme mit gewisser Skepsis. Während ich noch überlege, vor wem ich mich wohl mehr fürchten muss, fällt mir auf, dass das Paket doch deutlich zu klein ist, um einer ausgewachsenen Raubkatze Platz zu bieten.

Bleibt allerdings noch die Gefahr vor den gefürchteten schwarzen Witwen. Mann oder Maus ist hier die Frage. Ich entscheide mich für Ersteres und öffne den Karton… und tatsächlich: Weder entdecke ich scharfe Krallen noch Spinnengewusel, sondern eine „Mapex Black Panther Black Widow“.

Details

In einem tiefschwarzen Case befindet sich die ebenso schwarz lackierte Snaredrum. Die dunkel schimmernde Hardware verbreitet eine schaurige Stimmung, die Temperatur fällt um gefühlte 5 Grad und mein Gedächtnis kramt plötzlich die Melodie von The Cure's Lullaby ans Licht. Sehr schön! Eine Snaredrum, die schon bevor der erste Ton erklingt soviel Aufmerksamkeit erregen kann, macht mich neugierig auf mehr!

Die großen schwarzen Katzen von Mapex sind in der aktuellen Serie eine 14 Exemplare umfassende Snaredrum-Familie, die in sehr unterschiedlichen Designs, Kesselmaterialien und Größen auf dem Markt ist. Jede Snare ist laut Hersteller mit einem individuellen Charakter und unverwechselbarer Personalität ausgestattet. Die „Black Widow“ also ist einer dieser Mapex-Individualisten und kann diesen Anspruch optisch durchaus erfüllen, ohne protzen zu müssen. Es sind eigentlich nur Kleinigkeiten die die Fantasie aufblühen lassen. Das Ventilationsloch erinnert an ein Keltisches Kreuz, die Spannböckchen kann man sich wahlweise als tragende Säulen einer Gruft oder als Kerzenständer in einem Spukschloss vorstellen. Das „Burst-Hardware-Finish“ entfaltet die Atmosphäre einer schummrigen Kellerglühbirne, und der „Transparent-Black“-Lack des Kessels bietet dem Ganzen eine prima Bühne.

Die Abmessungen der Snare betragen 14x5 Zoll, der Kessel besteht aus 5,1 Millimeter starkem Ahornholz. Damit ist der Kessel relativ dünnwandig und etwas flacher als der 14x5,5-Standard. Ein Hingucker sind die „Sonic Saver Hoops“, eine eigenwillige Konstruktion von Mapex, die sich in der Grauzone zwischen den Klassikern gegossener und geflanschter Spannreifen bewegen. Die Spielfläche ist nach innen zur Fellseite hin abgerundet, was das Spielgefühl bei Rimshots erheblich verbessern soll und eine höhere Lebensdauer der Sticks verspricht. Außerdem sind die „Sonic Saver Hoops“ leichter als gegossene Spannreifen, was laut Mapex im Vergleich zu einer besseren Resonanz des Kessels führt.

Sehr gelungen scheint mir die Snare-Abhebung. Bei Betätigung macht sie einen massiven und soliden Eindruck und erfreut mit einem gedämpften Anschlag, der für ein sattes Gefühl beim Einrasten des Hebels sorgt. Ebenso gut gefällt mir die gerasterte, an Strainer und Butt-Eend befindliche „Micro-Lock“-Stellschraube für die Teppichspannung. Durch die Rasterung ist der 20-spiralige Teppich zwar nicht mehr absolut stufenlos zu verstellen, dafür ist eine einmal gefundene Einstellung aber auch von Dauer, was ein echter Vorteil ist.

Die gleiche Stimmstabilität versprechen die mit Unterlegscheiben versehenen Spannschrauben, die mit tadellos gearbeiteten Gewinden in ebenso tadellosen Bohrungen für zuverlässigen Halt der „Sonic Saver Hoops“ sorgen. Die sauber gearbeitete Gratung, das sogenannte 5:5-Profil, verläuft mittig des Ahornkessels und soll für eine perfekte Balance zwischen dem Fellsound und der Kesselvibration sorgen. Soweit, so individuell. Also ab mit dem schwarzen Untier in die mitgelieferte Snaretasche und los geht’s in das Studio zum Praxis-Check.

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