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Test
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16.06.2014

Audio-Technica – ATH-M50 X Test

Allround-Monitor-Kopfhörer

Das Multifunktionstalent

Mit ihrer neuen M-Serie bieten Audio-Technica Kopfhörer für (fast) jeden Einsatz- und Preisbereich. In fünf Stufen arbeiten sich die Modelle vom günstigsten Vertreter, dem M20x für rund 50,- Euro hoch, bis zum – hier getesteten, dreimal so teuren M50x.

Geschickter Weise legt sich der Hersteller über die gesamte Range nicht fest, ob es sich nun um DJ- oder Studio-Kopfhörer handelt, sondern klassifiziert sie einsatzneutral als professionelle Monitor-Kopfhörer. Eine Verallgemeinerung, die man durchaus nachvollziehen kann, denn letztlich soll ein Kopfhörer ja nur drei Dinge leisten: gut klingen (wobei „gut“ natürlich ein unterschiedlich interpretierbarer Begriff ist), robust sein und angenehm sitzen. Ungeachtet dessen verfügen die einzelnen Modelle durchaus über bestimmte Ausstattungsmerkmale, die sie für die möglichen Einsatzzwecke prädestinieren. Wie beispielsweise der hier getestete M50x, der sich dank schwenkbarer Ohrmuscheln und austauschbarem Anschlusskabel auch für die DJ-Booth empfiehlt.

Details

Alle Kopfhörer der M-Serie haben die Gemeinsamkeit, über eine ohrumschließende Polsterung und eine Membran zu verfügen, deren Kupferspule von kräftigen Magneten auf Neodym-Basis angetrieben wird. Neodym, das zur Stoffgruppe der seltenen Erden gehört, ist einer der stärksten bekannten Magneten und wird aufgrund dieser und anderer Eigenschaften wie etwa geringen Gewichts und Oxydationsneigung gerne in der industriellen Fertigung – besonders von hochwertigen Kopfhörern – verwendet. Dass das Erz im Ruf steht, in der Gewinnung (besonders in China) ökologisch nicht ganz unproblematisch zu sein, soll hier nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Eine weitere Gemeinsamkeit durchzieht die M-Kopfhörer-Linie und spannt einen konsistenten Design-Bogen zur vorherigen Serie, nämlich die leicht ovale Form des Membran-Gehäuses. Ob und wenn ja wie sich das auf den Tragekomfort auswirkt, werden wir im Praxisteil herausfinden. Anzumerken bleibt fürs Erste noch, dass die Kopfhörer in den Farbvarianten Schwarz und Weiß erhältlich sind.

Konzept

Der ATH-M50 X ist ein dynamischer, ohrumschließender Stereo-Kopfhörer, dessen Hörmuscheln als geschlossenes System ausgelegt sind. Der Frequenzbereich wird herstellerseitig mit 15 bis 28.000 Hz angegeben, was weit über das menschliche Hörspektrum hinausgeht, der Schalldruck mit moderaten 99 dB. Gegenüber dem Verstärker tritt der Kopfhörer mit einem relativ typischen Widerstand von 38 Ohm an. Die Hörmuscheln des Kopfhörers können sowohl nach innen für den Transport zusammengeklappt, als auch in der Vertikalachse um 90°Grad gedreht werden, um das DJ-typische „Ein-Ohr-Vorhören“ zu ermöglichen.

Auspacken

Dem angenehm seriös gestalteten, vollständig recyclebaren Karton entnehme ich neben dem Kopfhörer selbst eine beispielhaft umfassende Zubehör-Ausstattung. Es kommen nämlich nicht weniger als ein Spiralkabel (1,2 bis 3 Meter), zwei (!) gerade Kabel (1,2 und 3 Meter), eine Transporttasche und ein aufschraubbarer Mini-/Standard-Klinken-Adapter zum Vorschein. Vorbildlich

Äußerlichkeiten

Mit 285 Gramm zählt der ATH-M50 X keinesfalls zu den Leichtgewichten im Bereich der Ohrnahbeschallung. Dennoch fühlt sich der Kopfhörer haptisch „richtig“ an. Will sagen: Vom Gewicht geht eine gewisse Wertigkeit und auch Verbindlichkeit aus – ich meine sprachbildliche Situationen wie „so, jetzt setz ich mal den Kopfhörer auf, um das Panning der Mischung genau zu kontrollieren“ oder auch „o.k., zieht die Kopfhörer an, wir nehmen auf“. Um den Schallwandler in Betrieb zu nehmen, darf ich mich zwischen einem der mitgelieferten Kabel entscheiden. Egal welches man wählt, es wird Kopfhörer-seitig über einen Stereo-Micro (2,5 mm) Stecker mit dem Hörer verbunden und mit einer knappen Vierteldrehung in der Buchse arretiert. Eine weiße Positionsmarkierung identifiziert dabei die korrekte Positionierung. Über den richtigen Sitz in Bezug auf das Stereofeld geben Links-/Rechts-Aufkleber Auskunft, die auf der horizontalen Drehachse der Ohrmuscheln angebracht sind. Für die Anpassung an unterschiedliche Kopfgrößen sorgt die – pro Seite um 38 Millimeter ausziehbare – Höhenverstellung. Das Design ist durchzogen von einer unspektakulären, zeitlosen Sachlichkeit. Entsprechend sind die einzigen nennenswerten Verzierungen der Herstellername auf dem Kopfbügel und ein Metallring auf der Seite der Hörmuscheln.

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