Test
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13.11.2018

Praxis

Nun, da ich endlich zum praktischen Teil übergehen kann, bin ich besonders auf zwei Dinge gespannt: Wie harmonieren Hi-Hat und Crash mit dem deutlich exotischeren Ride? Wie „groß“ können die kleinen Becken tatsächlich klingen? Doch zunächst horche ich die Becken im Einzelnen ab.

Das Beckenset vereint perfekt helle und dunkle Sounds miteinander

Die kleinen 12“ A-Series New Beat Hi-Hats stehen deutlich in der Tradition ihrer großen Geschwister. Sie produzieren einen hellen, klaren und sehr definierten Ton, so dass sie auch frickelige Hi-Hat-Figuren präzise und durchsetzungsfähig abbilden. Auch getreten liefern sie einen sauber artikulierten „Chick“-Sound. Trotz ihrer Dicke bieten die Becken genug „Wash“, wenn sie leicht geöffnet gespielt werden. Stilistisch lassen sie sich vor allem in Pop-, Rock- und Funk-Gefilden verorten - wo die New Beat Hi-Hats sich eh schon einen festen Platz in der Hall of Fame der Hi-Hat-Becken gesichert haben. Soll es in Richtung Jazz gehen, sind die Hörgewohnheiten jedoch auf leichtere und weicher klingende Becken eingestellt.

Wo wir schon bei leichten Becken sind, geht es gleich weiter mit dem leichtesten Becken im Set, dem 14“ A-Series Fast Crash. Wie schon der Name sagt, geht es schnell und explosiv auf und klingt nach dem Ancrashen auch recht zügig wieder ab. Seiner bescheidenen Größe geschuldet, klingt es hoch und hell, besitzt aber auch ordentliche Mittenanteile, die es voller als erwartet klingen lassen. Auch dieses Becken lässt sich am ehesten in die Schublade Pop und Funk stecken. Für erdigen Rock oder um auch im Jazz als „ridebares“ Crash zu funktionieren, fehlen ihm jedoch ein paar Zoll an Durchmesser.

Mit seinen äußeren und inneren Merkmalen tanzt das 18“ A-Series Uptown Ride deutlich aus der Reihe. Im Gegensatz zu seinen beiden schneidig-brillant klingenden Set-Genossen besticht es durch seinen staubtrockenen und dunklen Sound. Sustain und Crashbarkeit sind auf ein Minimum reduziert, dafür klingen Ride Patterns unaufdringlich, transparent und sauber definiert und erinnern tatsächlich an aufgeräumte Becken-Samples. Auch die Glocke ist eher zurückhaltend, ohne aber Artikulation und Präsenz vermissen zu lassen. Mit diesen Eigenschaften ist das Uptown Ride sicherlich das Becken aus dem City Pack, welches die Geschmäcker am stärksten polarisiert, ein echter „Man liebt es oder man hasst es“-Kandidat.

Da ich zu den Erstgenannten gehöre und seit vielen Jahren ein Re-Mix Breakbeat Ride mein Eigen nennen darf, kann ich übrigens bestätigen, dass das aktuelle Uptown Ride äußerlich und klanglich nahezu identisch mit seinem Urahnen ist.

Trotz der sich teils diametral gegenüber stehenden Eigenschaften der Becken klingt das Dreiergespann durchaus homogen. Der trockene Charakter des Uptown Rides sorgt ebenso für Transparenz im Sound wie der klare und definierte Sound der New Beat Hi-Hats und des Fast Crashes. Das heißt nicht, dass die Becken besonders leise sind - vielmehr tragen sie einfach nicht besonders dick auf und bieten sich so besonders für Liveclub-Situationen an, in denen allzu wuchtige Becken gerne mal den gesamten restlichen Sound an die Wand fahren.

Sowohl an einem Drumset mit Sticks beackert, als auch an einem Percussion Set mit Besen gepinselt, könnt ihr das City Pack in den folgenden Audiofiles anhören.

Zu guter Letzt hätte ich noch eine Anregung: Da es keine wirkliche Platzersparnis bringt, ein 18“ Becken in einer 20“ oder gar 22“ Beckentasche zu transportieren und sich die Suche nach einer solchen Beckentasche als schwierig gestaltet: Eine entsprechende 18“ Beckentasche wäre die perfekte Komplettierung dieses Sets!

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