Gitarre Hersteller_Walrus_Audio
Test
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15.04.2019

Praxis

Das Pedal hängt zunächst vor meinem Ibanez TSA 15 Amp, der absolut clean eingestellt ist. Beginnen wollen wir mit einer schlichten Bestandsaufnahme der verschiedenen LFO-Wellenformen des Pedals, die über das Shape-Poti abgerufen werden. Welche Einstellungen im Detail zum Einsatz kommen, könnt ihr ganz bequem dem Video entnehmen.

Dort sorgt allerdings die sehr helle Tap-Tempo-LED dafür, dass sie mit ihrem rhythmischen Blinken zeitweise den Sensor der Kamera überfährt. Deshalb leidet sie aber nur im Video ab und zu unter Rhythmusstörungen, im wahren Leben blinkt sie kerngesund und regelmäßig.

Das Monument V2 bietet einen erstklassigen und authentischen Tremolosound, der wahlweise sehr smooth oder auch akzentuierter daherkommt. In Sachen Signalqualität überzeugt das Pedal dabei ebenfalls und präsentiert sich mit einem sehr geringen Nebengeräuschaufkommen. Um das Effektsignal auf Unity Gain auszugeben, sollte das Volume-Poti übrigens schon etwas über der 12-Uhr-Position stehen.

Auch der zusätzliche Harmonic-Mode gefällt mir sehr gut und sorgt für ein charmantes Clean-Signal. Im folgenden Audiobeispiel könnt ihr jeweils den Standard- und den Harmonic-Modus in zwei verschiedenen Shape-Einstellungen hören.

Lässt man den Tap-Tempo-Fußschalter unberührt, kann ganz klassisch über das Rate-Tempo die Tremolo-Geschwindigkeit bestimmt werden. Die hier gebotene Bandbreite dürfte wohl alle Anwender wunschlos glücklich machen und reicht von sehr langsamen Schwingungen bis hin zu eher speziellen flirrenden Texturen. Im folgenden Beispiel habe ich das Rate-Poti in mehreren Schritten aufgedreht.

Ich gebe dem Amp noch ein bisschen mehr Schub und garniere das Gesamtsignal zudem mit einem klassischen Federhall. Im Zusammenspiel mit dem Sinus-Tremolo des Monument V2 habe ich im Handumdrehen einen klassischen Vintage-Sound parat, der genau meiner Vorstellung entspricht.

Ich schalte noch einmal zurück in den Harmonic-Mode und aktiviere das Square-Wave-Tremolo in einem etwas offensiveren Setting.

Sobald man den Tap-Tempo-Fußschalter betätigt, aktiviert das Pedal die gewählte rhythmische Subdivision. Die Tempo-Eingabe gestaltet sich dabei völlig problemlos. Allerdings ist es dennoch nicht so einfach, das Tremolo zu einem Metronom zu synchronisieren, wie es beispielsweise bei einem Delay-Pedal der Fall wäre. Das liegt daran, dass ein Tremolo bei gehaltenen Akkorden deutlich länger ausklingt und sich damit auch schon ganz leichte Ungenauigkeiten bemerkbar machen. Ob das Tremolo "organisch" zum Beat erklingt, hängt außerdem davon ab, an welchem Punkt man auf die Welle "aufspringt". Dennoch kann man den Startverlauf mit nochmaliger Betätigung des Tap-Tempo-Fußschalters beeinflussen.

Insgesamt liegt die beschriebene Problematik aber in der Natur der Sache und ist dem Pedal nicht negativ anzukreiden.
Wie bereits erwähnt, leuchten auch bei diesem Walrus-Pedal die LEDs sehr hell. Auf der Bühne behält man so zwar den Überblick, schaut man aber direkt von oben auf das Pedal, empfinde ich das Licht als zu intensiv und störend.

Hier kommt ein weiteres Clean-Beispiel mit eingegeben Tempo.

Auch mit verzerrten Sounds macht das Monument V2 wirklich Spaß. Dabei bleibt es natürlich dem Geschmack des Anwenders überlassen, wo das Pedal im Signalweg platziert wird. Auf jeden Fall arbeitet es auch völlig problemlos im Einschleifweg meines Marshall Mini Silver Jubilee Topteils. Die "Stotterzerre", die spätestens seit Green Days "Boulevard Of Broken Dreams" wahrscheinlich fast jeder kennt, lässt sich dabei übrigens auch problemlos bewerkstelligen. Es folgen zwei weitere Beispiele über den Marshall-Amp.

Beim Anspielen der beiden Zusatzfunktionen des Bypass-Fußschalters kommt das Pedal bei mehrmaliger Betätigung der Momentary-Funktion nicht ganz ohne Klickgeräusch im Signalweg aus. Deutlich spannender bei einem Pedal dieser Art finde ich allerdings aber auch die Ramp-Funktion, bei der das Tempo des Tremolos allmählich hochgeschraubt wird. Auch hierzu sollen natürlich zwei Hörbeispiele nicht fehlen.

Wem die eben gehörten Optionen noch nicht genügen, kann auch noch einzelne Parameter anwählen und anschließend mit einem Expression Pedal steuern, was ebenfalls gut funktioniert. Im Falle der Tremologeschwindigkeit habe ich aber zumindest mit meinem Expression-Pedal nicht den vollen Umfang zur Verfügung.

Dreht man das Depth-Poti zu und das Volume-Poti voll auf, kann das Pedal übrigens auch als moderater Booster eingesetzt werden. Eine interessante und experimentelle Note können außerdem beispielsweise Overdrive-Sounds mit einem zusätzlichen sehr schnellen Tremolo bekommen. Hören wir uns dazu abschließend auch noch zwei Beispiele an.

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