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Vox Valvetronix ToneLab ST Test

Details

Gehäuse/Optik
Wenn das Tonelab so vor einem liegt, wirkt es fast zierlich. Besonders das kleine Pedal verstärkt diesen Eindruck. Aber auch ein Metermaß stuft seine Abmessungen von 270 x 180 x 70  (B x T x H) mm eher in die Kategorie „Effektmulti-Mini-Format“ ein. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass man nicht so schnell voreilige Schlüsse ziehen sollte, und das gilt auch für den Testkandidaten. Denn allein das schwarze Stahlblechgehäuse des Tonelab ST steht stabil auf vier Gummifüßen, macht einen sehr robusten Eindruck und wird auch die harten Strapazen einer handfesten Rock’n’Roll-Show mühelos überstehen. Und für die Innereien von modernen Digitaleffekten benötigt man schließlich mittlerweile keine großen Kisten mehr.

Alle Regelelemente sind auf der Oberseite angebracht, die sehr übersichtlich in drei Reihen strukturiert ist: In der ersten Reihe wird die Ampsimulation mit sechs Chickenhead-Reglern eingestellt, das Markenzeichen von Vox-Amps. In der zweiten gibt es Effekte, die mit fünf normalen, runden Reglern justiert werden können, und ganz unten befinden sich zwei Fußschalter, mit deren Hilfe die Patches (abgespeicherte Sounds) vor- oder zurückgeschaltet werden. Tritt man beide Schalter, wird der Tuner aktiviert. Der Name Valvetronix verspricht ja, dass hier eine Röhre mit im Spiel ist und die wird auch klar und deutlich zur Schau gestellt. Links oben finden wir Sicht- und Lüftungsschlitze für die im Schaltkreis integrierte 12AX7 Röhre. Die ganze Aufmachung sieht auf jeden Fall nach einfacher Bedienung aus, kein Herumirren in irgendwelchen Untermenüs auf dem Display. Und genau das hätte ich fast vergessen. Selbstverständlich hat das Tonelab ST auch ein Display. Hier werden mit zwei Ziffern die Speichernummern der Patches oder der Wert des gerade angewählten Reglers angezeigt.

Rückseite/Anschlüsse
Auf der Rückseite finden wir alle Anschlüsse. Dazu gehören zwei Standard-Klinkenbuchsen für In- und Output, wobei die Output-Buchse sowohl zur Verbindung mit einem Gitarrenamp (Mono), als auch für Line- oder Kopfhörersignal (Stereo) genutzt werden kann. Mit einem kleinen Schalter wird zwischen drei Amp-Kategorien (Vox, F, M) und Line gewählt und das Signal des Effektgerätes so an das angeschlossene Equipment angepasst. Der Ausgangspegel wird über einen kleinen Regler eingestellt. Wer direkt mit dem Tonelab aufnehmen möchte, kann das Gerät über den USB-Anschluss mit seinem Computer verbinden und es als Audio-Interface nutzen. Über den gleichen Anschluss ist es auch möglich, die Sounds auf dem Computer zu sichern. Hierfür ist ein spezielles Sound-Verwaltungsprogramm nötig, das man sich von der Vox-Website herunter laden kann. Externe Audioquellen wie CD/MP3-Player oder Drumcomputer können über die Aux-In-Buchse (Miniklinke-Stereo) angeschlossen werden.

Bedienung
Die Bedienung ist wirklich einfach und man muss auch nicht erst die (recht dünne) Anleitung lesen, bevor man einen vernünftigen Ton aus dem Teil herausbekommt. Der Ablauf beim Erstellen eines Sounds ist recht simpel: Zuerst wird der Basis-Ampsound eingestellt. Hierfür sind die Regler in der oberen Reihe zuständig. Mit dem linken Regler der Ampsimulations-Sektion kann einer von elf verschiedenen Verstärkertypen angewählt werden. Hier stehen die üblichen Verdächtigen von Fender über Vox (logisch!) bis Marshall und Boogie zur Verfügung – die komplette Bandbreite von clean bis Ultra-HiGain. Dann werden Verzerrungsgrad (Gain) und Endlautstärke (Volume) eingestellt und mit den Reglern Treble, Middle und Bass wird der Klang geregelt. Das funktioniert recht einfach und genau so, wie man es auch vom „echten“ Amp gewohnt ist.

Allerdings bieten die beiden Schalter über dem Amp-Auswahl-Regler noch Variationsmöglichkeiten. Man kann nämlich für jedes Modell drei verschiedene Variationen aufrufen – jede Ampsimulation ist quasi dreikanalig ausgelegt. Welcher „Kanal“ angewählt ist, zeigt die LED neben dem Schalter: Grün/Standard, Orange/Special, Rot/Custom. Mit dem zweiten Schalter wird die Speakersimulation aktiviert. Hält man diesen etwas länger gedrückt, sind die Regler anders belegt: Gain/Speaker, Treble/Presence, Middle/Noisegate. Sehr gut gemacht. Die wichtigen Dinge kann man in der normalen Oberfläche sofort einstellen, für das Finetuning (wenn nötig) gibt es eine zweite Ebene, die aber auch mit einem einzigen Knopfdruck und keinen utopischen Tastenkombinationen erreichbar ist. Wenn der Basisklang steht, werden die Effekte hinzugefügt. Diese findet man unter den Amp-Reglern. Hier gibt es die drei Gruppen Pedal, Mod/Delay und Reverb. Bei Pedal kann man zwischen elf verschiedenen Effekten wählen, die gewöhnlich vor den Amp geschaltet werden. Dabei handelt es sich um Kompressor, Wah Wah, Uni Vibe und diverse Verzerrer-Simulationen. Eingestellt wird das Ganze mit einem Regler (Edit). Hinter Mod/Delay verstecken sich einige Modulations- und Delay-Effekte, die ebenfalls mit einem Regler und im Tempo mit einem Tap-Schalter justiert werden. Hält man Letzteren gedrückt, ist es möglich, die Geschwindigkeit auch per Edit-Regler einzustellen. Beim Reverb kann man drei verschiedene Halltypen mit einem Regler anpassen. Im ersten Drittel wird Spring (Federhall), im zweiten Room (kleiner Raum) und im dritten Hall (großer Raum) in der Intensität geregelt. Aktiviert werden die einzelnen Effektgruppen mit einem kleinen Taster, neben dem eine rote LED leuchtet, wenn der Effekt eingeschaltet ist. Ist der Sound in Ordnung, muss nur noch die Taste Write gedrückt werden und alles ist gesichert.

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Profilbild von Pit

Pit sagt:

#1 - 02.02.2012 um 21:05 Uhr

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Liebe Musiker,
habe mir gestern das Vox ToneLab ST von "meinem" kleinen Fachhändler für 170 € gekauft. Liste 237 €, Thomann 178 €..
Hätte mich prinzipiell für das neue Fender Mustang Floor interessiert ( Einführungspreis ab Feb. 2012 etwa 299 € ).
Mein Musikgeschäft legte mir alle Fakten dar und ich bin sehr sehr dankbar. Wohlgemerkt habe ich das Fender Mustang Floor weder gesehen noch getestet!
Ich oute mich hier auch als definitiver Fender-Fan!
Probier doch mal das Tonelab ST... holte es aus dem Lager
und schloß es an einen Hughes & Kettner Editon Tube an..
Ich glaube zwar nicht an Voodoozauber aus einem kleinen Kästchen aber es übertrifft so ziemlich alles was ich kenne..
Ferner oute ich mich als "Röhrenfetischist" und da glüht wirklich eine sichtbare 12AX7 oben links..
Dies war ein weiteres Kaufargument für mich denn hier besteht aus meiner Sicht eine unschlagbare Möglichkeit direkt mit Röhrensound in eine PA zu gehen ( wer das mal mit anderen Prozessoren versucht hat wird wissen was ich meine )..
Dank konkretem deutschem Handbuch ist wirklich alles kein Problem und ich erspare mir mehr Erklärungen aufgrund des wirklich sehr guten Testberichts.

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Olli sagt:

#2 - 09.09.2012 um 20:47 Uhr

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die grosse schwäche der ampmodeller zeigt sich hier auch bei vox und ner röhre mal wieder ganz deutlich :also ich bin schockiert, wie grauselig piepsig und harsh dieses teil in der sogenannten breakup und cleanzone bei deinen soundbeispielen tönt-typisch modeller!ich habe keine ahnung,obs an deinen selbst gewählten einstellungen liegt...oder das ding wirklich so erbärmlich klingt..beim test u.a. von dave martone und vox selber auf youtube hatte ich eigentlich einen ganz anderen eindruck gewonnen...komischerweise steht bei pro nicht das wort guter sound oder klasse ampmodels etc.

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