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Test
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02.06.2008

Vox AC30CC - Custom Classic Test

Traditionalist mit Perspektive


Dieser Verstärker hat Kultstatus. Das technische Konzept des AC30 von VOX stammt aus den End-Fünfzigern. Damals tat sich der Musikalienhändler  Tom Jennings mit dem Elektronikspezialisten und Hobbygitarristen Dick Denney zusammen, um an der Entwicklung eines ausdrucksstarken und praktikablen Gitarrenverstärkers zu arbeiten. Und da Denney im Vorfeld schon einige Zeit damit verbracht hatte an einem Verstärker für seine Gitarre zu werkeln, war er in dieser Hinsicht genau der richtige Mann.

 

Das erste Kind dieser Verbindung hörte auf den Namen AC15. Ein Combo mit einem Celestion G12 Lautsprecher, einem Normal Channel und einem Kanal mit Tremolo Effekt. Als Klangregelung gab es einen Regler zur Höhenabsenkung, das sogenannte Cut-Poti. Der AC15 wurde aus dem Stand ein Renner. Allerdings wollten die Gitarristen schnell eine Veränderung – noch mehr Lautstärke. Und so wurde 1959 der AC30 aus der Taufe gehoben. Der Amp war mit zwei G12 Lautsprechern und vier EL84 Endstufenröhren beladen. Im Vergleich dazu, konnte der AC15 nur mit zwei Glaskolben an Bord aufwarten. Ursprünglich war der AC30 eigentlich als eine Art Allroundverstärker konzipiert, an den man gleichzeitig eine Gitarre, einen Bass und auch ein Gesangsmikrofon anschließen konnte. Folglich hatte er drei Kanäle (Normal, Top Boost, Vib/Trem) mit jeweils zwei Eingängen. Da allerdings in erster Linie Gitarristen die Qualitäten dieses Amps nutzten, entwickelte er sich immer mehr zu dem, was er heute ist –  ein Klassiker der Gitarrenamp-Historie.

Und Gitarristen, die seinen Sound zu schätzen wissen, gibt es eine ganze Menge. Angefangen mit den Shadows und den Beatles über Brian May (Queen), The Edge (U2), Rory Gallagher,bis hin zu Lenny Kravitz und Nickelback. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Was dabei auffällt: der Vox ist in den unterschiedlichsten Musikrichtungen im Einsatz. Denn trotz seiner überschaubaren 30 Watt hat er eine unglaubliche Power, die die Gitarre in wirklich jedem Bandgefüge in Position bringen kann. Allerdings hat er auch ein paar kleine Schönheitsfehler: Beispielsweise bringt der Comboamp, je nach Lautsprecherbestückung, ca. 25-32 kg auf die Waage. Das muss erst mal gehoben werden. Wohl dem, dessen Übungsraum/Wohnung nicht im dritten Stock liegt. Apropos Wohnung! Auch das Spielen in einer Wohnung war früher nur möglich wenn kein ander Mensch im Haus war. Denn es gab keinen Mastervolume- Regler und der AC-30 lief eigentlich nur dann zu Höchstform auf, wenn man ihn recht weit aufdrehte.

Es  war also  an der Zeit dem rüstigen Klassiker ein paar zeitgemäße Features zu verpassen, ohne dabei allerdings seinen eigentlichen Grundsound anzutasten. Der von uns getestete AC30CC ist klanglich dem klassischen AC30 aus den 60er Jahren nachempfunden. Daher ist das technische Grundgerüst prinzipiell schon vorgegeben und sollte auch tunlichst nicht verändert werden. Die grundsätzliche Ausstattung wurde allerdings schon extrem modernisiert. Der AC30CC bietet zwei Kanäle (Normal, Top-Boost), Reverb, Tremolo und eine Master Sektion, in der sich Lautstärke und Höhenabsenkungen für beide Kanäle getrennt regeln lassen. Man kann den satten Ampsound ab sofort also auch in gemäßigter Lautstärke genießen.

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