Workshop_Folge
Workshop
2
22.03.2013

Vocal-Production Rock Vocals

Workshop #2 - Rock Lead Vocals

Dirty Rock

Nachdem wir uns in der letzten Folge einem lupenreinen Pop-Vocalsound gewidmet haben, geht es diesmal um die etwas rauere Gangart: Rock-Vocals. Auch in diesem Genre gibt es natürlich zahlreiche verschiedene Spielarten und Styles, die von Chuck Berry bis Nickelback oder auch von Bruce Springsteen bis zu den Foo Fighters reichen. In jedem Fall soll es uns um einen Vocalsound gehen, der sich mehr oder weniger deutlich von demjenigen im Pop-Bereich unterscheidet und somit gleich klar macht, »was Sache ist«. Für meinen Geschmack sollte der Gesangssound in einem Rocksongs nicht nur authentisch und »warm« klingen, sondern darf durchaus eine gewisse Portion Aggressivität bieten. Das Signal deutlich, aber nicht zu harsch, anzuzerren, gibt Rock-Vocals für meinen Geschmack das notwendige Etwas. Wir werden diese Ideen im Weiteren aufgreifen, damit wir bei unseren Recording- und Mix-Entscheidungen konkrete Zielvorstellungen vor Ohren haben.

Dazu habe ich für diese Folge einen Chorus produziert, der dem Style der bereits erwähnten Foo Fighters nicht unähnlich ist (siehe Song „Long Road To Ruin“). Die Vocals unseres Sängers sind druckvoll, verhältnismäßig hoch angesetzt und klingen deutlich weniger »voll« als diejenigen des Foo Fighters-Sängers Dave Grohl. Schauen wir mal, wie wir unseren Sänger so produzieren können, dass das Vocalsignal authentisch und rockig-dreckig klingt. Es darf also ruhig die nötige Portion »Grit« haben.

Los geht’s: Welche Recording-Entscheidungen helfen uns, unser Ziel zu erreichen?

Recording

Wie schon bei den Pop-Vocals, kümmern wir uns auch in diesem Fall darum, dem Gesang bereits während der Aufnahme einen typischen Sound zu verpassen. Eine erste Einflussgröße auf den Klangcharakter bildet:

Die Raumauswahl

Da die Stimme unseres Sängers einige Power hat, ist es umso wichtiger, frühe Schallreflexionen zu vermeiden. Auch für Rock-Vocals können wir unseren Aufnahmeraum im Hinblick auf Flatterechos checken, indem wir an der Mikrofonposition in die Hände klatschen. Der Raum darf für die anstehende Aufnahme ruhig »tot« klingen, das ist kein Problem. Zur Not wirken hier auch zwei hochkant aufgestellte Matratzen in einer Raumecke Wunder. Dazu einfach Mikrofon und Sänger so positionieren, dass dieser »aus der Ecke heraus« in den Raum hinein singt. Die Matratzen verhindern dann, dass allzu starke frühe Reflexionen durch das Mikrofon aufgegriffen werden. So entsteht auf einfachste Weise eine akustische Umgebung mit Live-End/Dead-End-Prinzip.

(Wie in Interviews nachzulesen ist, gehen die Foo Fighters hier anders vor. Für eines ihrer Alben, das komplett im Haus des Sängers aufgenommen wurde, fanden die Vocal-Aufnahmen letztlich im Badezimmer statt…)

Die Mikrofonauswahl

Weiter geht’s mit der Wahl eines passenden Mikrofons. Welche Eigenschaften sollte es mitbringen? Zunächst einmal entscheiden wir uns für ein Großmembran-Mikrofon. Gegenüber einem Kleinmembran-Kondensatormikrofon weist es ein geringeres Eigenrauschen auf und gegenüber einem dynamischen Mikrofon ist es deutlich effizienter in der Umsetzung der hohen Frequenzen. Außerdem müssen wir bedenken, dass der Gesang unseres Sängers recht laut ist. Wir benötigen deshalb ein Mikrofon mit hohem Grenzschalldruckwert. Klanglich richten wir unseren Blick in Richtung Röhrenmikrofone. Sie verhelfen einer Gesangsaufnahme zu immenser »Größe« und einer gewissen Rauchigkeit des Signals. Hört man sich Aufnahmen der Foo Fighters an, wird schnell klar, was gemeint ist: Der Höhenbereich in ihren Vocal-Aufnahmen klingt komplex und obertonreich. Der Einsatz eines Großmembran-Mikrofons in Transistorbauweise würde dagegen in der Regel verblassen.

Bei diesem Sound-Vorbild haben wir im Homestudio-Bereich allerdings – gelinde gesagt – ein »kleines« Problem: Wie in Interviews mit Rich Costey (Produzent der Foos) zu lesen ist, verwendet Dave Grohl das Großmembranmikrofon Bock Audio 251, das seinen Vocalsound entscheidend prägt. Dieser Nachbau des legendären Telefunken ELA M 251 befindet sich für normalsterbliche Homerecording-Anwender normalerweise jenseits des finanziellen Budgets. 5.000,- bis 15.000,- € müssen für ein Original schon über den Tresen wandern.

Aus diesem Grund entscheiden wir uns für ein Rode NTK. Dieses erschwingliche und recht »warm« klingende Röhrenmikrofon soll uns zusätzlich ermöglichen, den weitgehend »scharf« klingenden Mittenanteil unseres Sängers ein wenig einzuebnen.

Die Preamp-Auswahl

Um einen warmen, vollen Rocksound zu erhalten, könnten wir zudem auf einen Röhren-Preamp zurückgreifen. Der Sound der Foo Fighters funktioniert jedoch anders. Hier wird auf einen Neve 1073-Preamp zurückgegriffen. Für unseren Demo-Track habe ich stattdessen den Golden Age Project Pre‑73 DLX verwendet, er fällt mit einem Straßenpreis von ca. 450,‑ € durchaus in den Budgetbereich von Homestudios. Im Inneren handelt es sich dabei um einen Nachbau des Neve 1073-Preamps, der dadurch seinem großen Vorbild soundmäßig nahe kommen möchte. Lediglich einige hochwertige Bauteile wurden durch kostengünstigere ersetzt. Aber das lässt sich für Homestudios sicher verschmerzen, da das Gerät gerade dadurch preislich in Reichweite rückt.

Hilfsmittel

Doch zurück zu unserem Setup: Um die Übertragung von Tritt-/Körperschall auf die Membran zu verringern, lagern wir das Rode NTK während der Aufnahme in seiner »Spinne«. Davor  platzieren wir einen Poppschutz, der den Luftstrom einiger Sprachlaute (Plosive) dadurch abfangen soll, dass er ihn diffundiert. Soviel zu den Basics.

Einpegeln und Signalbeurteilung

Weiter geht es mit dem Einpegeln des Signals am Preamp. Wir lassen unseren Sänger loslegen und pegeln so ein, dass ausreichend Headroom für die »echte« Aufnahmesituation verbleibt. Dabei habe ich „Line/Mic“- und „Output“-Regler so justiert, dass das Vocal-Signal zwar sehr deutlich angezerrt ist, der Ausgangspegel aber nicht allzu hoch ist. So wird eine saubere A/D-Wandlung möglich.

Im nächsten Schritt fahren wir im DAW-Mixer das Eingangssignal des Vocal-Kanals mittels Trim-Poti soweit herunter, dass der Durchschnittspegel bei etwa -18 dBFS (RMS) liegt. Das verschafft uns eine gute Ausgangssituation für das Gain-Staging unserer Produktion. Hören wir uns einmal an, zu welchem Vocalsound unsere bisherigen Entscheidungen geführt haben:

Editing

Der Klang der Vocal-Aufnahme hat durch die deutliche Verzerrung des Signals zweifelsohne bereits einen rockigen Charakter. Editing und Mix sollen diesen noch weiter herausarbeiten, sodass wir den Gesang gut in eine relativ laute und voll klingende Rock-Produktion einpassen können.

»Authentizität«

Beim Zuschneiden der Vocal-Events in der DAW entfernen wir die Übersprechungen in den Gesangspausen, belassen aber hier und da die Atemgeräusche des Sängers. Das schafft eine Atmosphäre, die nach echter Arbeit klingt und die Authentizität der Performance unterstreicht.

Intonation

Da wir uns als Zielvorgabe für unsere Rock-Vocals Authentizität auf die Fahnen geschrieben haben, sollten wir Pitch-Korrekturen nur vorsichtig einsetzen. Andernfalls würde das Ergebnis allzu glatt und aufgeräumt klingen. Um hierbei nicht über-genau vorzugehen, ist es ganz hilfreich, sich die Intonation zwar im Pitch-Editor der DAW anzusehen, aber beim Abhören auch die übrigen Instrumentenspuren dazu zu schalten. So können die Tonhöhen des Gesangs immer im Zusammenhang mit der restlichen Musik beurteilt werden. Dann wird schnell deutlich, ob eine Passage, die auf dem Bildschirm den Eindruck macht, als müsse sie korrigiert werden, im Song-Kontext auch tatsächlich »falsch« klingt. Oftmals ist das nicht der Fall, sodass man den Vocals mit einer Pitch-Korrektur nur an Lebendigkeit genommen hätte, ohne tonhöhentechnisch große Vorteile zu erreichen. Schließlich werden Rock-Vocals erst durch Smears und Bends in der Intonation so richtig interessant. Auch Durchgangstöne dürfen ruhig etwas »flat« ausfallen. Bei unserer Aufnahme kümmern wir uns deshalb ausschließlich um die lang gehaltenen Abschlusstöne und gehen dann weiter zum…

Mix

Frequenzbild bearbeiten

Falls weder das LoCut-Filter des Mikrofons noch dasjenige des Preamps eingesetzt wurde, ist es nun an der Zeit, für die Absenkung der untersten Frequenzanteile zu sorgen. Dadurch können wir verhindern, dass unerwünschtes »Mulmen« bei unserem Vocal-Signal als Energiefresser auftritt. Das würde sich spätestens beim Einsatz eines Kompressors bemerkbar machen. Um auch beim Filter-Einsatz unserem Rocksound-Ziel näher zu kommen, nutzen wir passend zum von uns gewählten Preamp die Plugin-Emulation des Neve 1073-EQs von UAD.

Eine bei 50 Hz relativ niedrig angesetzte Scheitelfrequenz des LoCut-Filters lässt locker ausreichend tragende Frequenzanteile unserer Vocals durch. Zusätzlich senken wir auch den Bereich um 1,6 kHz leicht ab, denn hier verbergen sich bei der »Crooner«-Stimme unseres Sängers »unschön« klingende Anteile. Durch das Anheben des Hi-Shelfs (ab 12 kHz) verschaffen wir dem Vocalsignal außerdem noch einen deutlich »luftigeren« Klang. Außerdem habe ich mit dem UAD Cambridge einen »chirurgischen« EQ mit hoher Filtergüte eingesetzt, der für eine leichte Anhebung oberhalb der zuvor abgesenkten Mitten sorgt (bei 2,5 kHz). So wird die Sprachverständlichkeit durch den Einsatz des Neve EQs nicht zu stark beeinträchtigt.

Console-Emulation

Zusätzlich bringen wir noch den klanglichen Charakter einer großen Studio-Konsole ins Spiel. Dazu platzieren wir im Insert-Slot hinter unserem Equalizer-Plugin eine Konsolen-Emulation. Hier gibt es mittlerweile viele Alternativen, wie Sonimus Satson oder Waves NLS. Wir entscheiden uns hier für das Slate Digital VCC und wählen dort die API-Emulation „US A“, die den warmen, runden Klang einer API 1604-Konsole nachbildet. Das soll unserer Vorstellung eines rockigen Vocalsounds einen weiteren Schritt entgegenkommen. Den geringfügigen Pegelzugewinn gleichen wir mit einem im nächsten Insert-Slot eingefügten Leveling-Plugin aus (beispielsweise der Freeware Sonalksis Free-G) und wenden uns der Dynamikbearbeitung zu.

Na, wenn das nicht schon nach wirklich rockigen Vocals klingt… Nun müssen wir noch dafür sorgen, dass unsere Vocal-Aufnahme im Mix zugleich eingebettet wird und sich dennoch ausreichend genug durchsetzt, dass sie für den Hörer zur Main Attraction wird.

Kompression

Hören wir uns die Vocals von Dave Grohl an, stellen wir fest, dass die Dynamik des Signals ordentlich gestaucht wurde, um gegen die Soundwand aus Gitarren, Bass und Drums bestehen zu können. Um den Vocals zu mehr Durchsetzungskraft zu verhelfen, verringern wir deren Dynamikumfang mit einem Kompressor. Während bei den Foo Fighters dafür ein Empirical Labs Distressor zum Einsatz kommt, können DAW-Produzenten auch Plugin-Alternativen nutzen. Hierzu zählt das FATSO-Plugin von UAD ebenso wie das Freeware-Plugin Antress Modern Deathcore. Für den Beispieltrack habe ich mich für letzteres entschieden. Auch wenn Antress-Plugins mitunter zwiespältig diskutiert werden, finde ich, dass der Deathcore-Kompressor für unsere Vocals ein gutes (Klang-)Bild abgibt. Ein heftiges Kompressionsverhältnis von 10:1 sorgt für eine ordentliche Pegelminderung von bis zu 12 dB und verhilft den Vocals damit zu einer insgesamt größeren Lautheitswirkung. Am Ende sorgt der „Output“-Regler wieder für einen entsprechenden Pegelausgleich der Signalbearbeitung.

Automation

Zwar ist die Dynamik der Vocals nun deutlich komprimiert, dennoch stechen einige Stellen heraus und wirken andere wiederum etwas zu leise. Dieses Problem können wir mit einer gezielten Automation der Kanallautstärke lösen. Hier ist gutes Zuhören gefragt. Vor allem Konsonanten und Zischlaute, aber auch manch lang gehaltene Töne vertragen einiges an  Lautstärke-Absenkung.

Ein Problem ergibt sich durch den Einsatz zwischengeschalteter Trim-Plugins: Schnell ist die maximale Anzahl an Insert-Plugins eines Kanals erreicht. Um hier vorzubeugen, habe ich einen Gruppenkanal erzeugt, in den ich das Signal des Vocal-Kanals einspeise. Das Ausgangssignal des Gruppenkanals wird zum gleichen Bus geschickt, den zuvor der Vocalkanal der Vocalspur angesteuert hat (zum Beispiel zum Eingangsbus der Subgruppe „Lead + 2nd VOXs“). Wie wir noch sehen werden, liegen wir mit dieser Entscheidung goldrichtig. Denn durch diesen kleinen Trick wird unser Vocalsignal am Ende insgesamt 11 Insert-Plugins durchlaufen können. Und dabei bleibt sogar noch locker Platz für ein zusätzliches Metering-Plugin, mit dem bei Unity Gain der beiden Kanalfader („0 dBFS“-Stellung) fortlaufend der RMS-Pegel überprüft werden kann.

Die Lautstärke-Automation des Vocalsignals findet also bereits vor den Insert-Plugins des nachfolgenden Kanals „Lead VOX“ statt. Dass hat zum Einen den Vorteil, dass diese Plugins mit einem lautstärketechnisch ausgewogenen Signal versorgt werden, zum Anderen kann später die Lautstärke der Lead-Vocals über den Fader des nachfolgenden Kanals in den Mix eingepasst werden. Das ist eine Erleichterung, weil so die hart erarbeitete Lautstärke-Automation unserer Vocals nicht mehr unbedingt verändert werden muss.

Stereobreite

Um das Monosignal unserer Vocals interessanter zu gestalten, lasse ich sie im Insert-Weg durch das Cubase-Plugin „Mono To Stereo“ laufen. Einen deutlichen Stereo-Effekt kann man hiermit auch ohne extreme Einstellungen erreichen. Schon bei einer gewählten Stereobreite von 75% gewinnt der Gesang deutlich an Weite. Es ist allerdings möglich, dass sich dadurch auch die Signallautstärke verändert. Die Differenz kann dann (wieder mal) durch ein nachgeschaltetes Trim-Plugin ausgeglichen werden.

Frequenzbild gestalten

Wie eingangs besprochen, kann unsere Aufnahme leider nicht mit den kristallklaren, samtigen Höhen eines Bock Audio 251-Mikrofons punkten. Soll das Ergebnis aber ähnlich »offen« und »luftig« in den Höhen klingen wie bei den Foo Fighters, dann muss das Frequenzbild unseres Vocalsignals wohl oder übel verhältnismäßig stark „verbogen“ werden. Das kann beispielsweise ein Pultec EQP-1A auf äußerst »musikalisch« klingende Weise leisten. Im Beispiel habe ich die tiefen Frequenzanteile von 100 Hz abwärts und die Höhen ab 8 kHz breitbandig angehoben. Den hinzugewonnenen Lautstärkeanteil senke ich erneut durch ein nachfolgendes Trim-Plugin ab. Weil durch die Höhenanhebung nun einige [S]-Laute zu sehr hervorstechen, kommt außerdem noch ein DeEsser zum Einsatz. Er sorgt dafür, dass die neu gewonnene Brillanz nicht zu unerwünschtem Zischeln führt.

Hören wir uns den Stand der Dinge an, stellen wir fest, dass der Einsatzbereich für unsere Aufnahme deutlich auszumachen ist – der Vocalsound hat eine klar aggressive Note, ohne dass man von »vernichtenden« Verzerrungen sprechen könnte. Um unsere Vocals nun noch etwas »weicher« zu gestalten habe ich mich zusätzlich für den Einsatz eines Tape Saturation-Plugins entschieden. Es sorgt zum einen für Bandwärme und zum anderen für ein klein wenig zusätzliche Kompression. In unserem Fall habe ich dafür die Sättigungs-Sektion des Plugins iZotope Nectar benutzt – ein Plugin, das sich speziell der Bearbeitung von Vocals widmet. Die gewählte Tape-Saturation rundet vor allem den Höhen- und Mittenbereich des Vocalsignals ab und bringt es außerdem im Mix noch etwas nach vorn.

Frequenzabstimmung

Damit sich unser Gesangssignal gut durchsetzt, senken wir im restlichen Mix diejenigen Frequenzen ein wenig ab, in denen die Lead-Vocals am meisten »Fleisch« haben. Damit sind wir klanglich bereits auf der Zielgeraden.

Hall und Delay

Was dem Gesang nun ganz offensichtlich noch fehlt, ist ein wenig Tiefe. Dazu setzen wir zum Einen aus den Cubase-Bordmitteln das ModDelay ein, um die Lead-Vocals fetter klingen zu lassen, zum Anderen soll ein klassischer EMT 140-Plattenhall für mehr Tiefe sorgen. Die Backing-Vocals werden dagegen später mit einem Raumhall des UAD Dreamverb versehen, der für eine weitere Tiefenstaffelung sorgt.

Final Touch

Zur Unterstützung der Lead-Vocals kann ein Vocal-Doubler eingesetzt werden (beispielsweise das Plugin Martin Eastwood Audio Duet) oder aber die Passage tatsächlich ein zweites Mal eingesungen werden. Im Track habe ich mich für letztere Möglichkeit entschieden. Außerdem wird eine Harmoniestimme hinzugemischt, die doppelt eingesungen wurde und eine Quinte tiefer liegt - ihr Signal wird im Stereobild zu den Extremen hin ausgelenkt und flankiert so gewissermaßen die Lead-Vocals. Auch die Lautstärkeverläufe der gedoppelten Lead-Vocals und der Backing-Vocals werden nun noch automatisiert zum Gesamtbild hinzugemischt. Ein SSL Buss Compressor sorgt im Masterkanal dafür, dass sich alle Vocals (und später auch die Instrumente) zu einer Einheit zusammenfügen.

Zu guter Letzt

Unser Ziel war es, für unsere Lead-Vocals einen modernen Rocksound zu erarbeiten. Wenn wir uns das Resultat anhören, wird schnell klar, dass etliche Feinarbeit erforderlich ist, damit das Ganze richtig rund klingt. So hätten wir etwa für die Kombination von Gesangsstimme und Mikrofonauswahl noch etwas mehr Zeit investieren können. Das Vocalsignal hätte am Preamp insgesamt etwas weniger »heiß« gefahren werden können. Die Bearbeitung der Frequenzen könnte detaillierter sein, um einen insgesamt ausgewogeneren Vocalsound zu erzeugen. Die rhythmische Phrasierung der Backing-Vocals könnte noch exakter an den Lead-Vocals »andocken«. So ganz fertig ist ein Mix eben nie… Grundsätzlich können wir aber festhalten, dass wir auch mit einfachen Mitteln einen Sound erzielt haben, der demjenigen der Foos schon recht nahe kommt.

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