Hersteller_Sonor Snare_Pro_Vintage_Sonor_Vergleich
Test
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20.03.2015

Die D454 in 14“x5“ aus den frühen 70's - schlicht und funky

Die flache D454 aus den frühen Siebzigern erinnert mit Ihren acht Spannböckchen spontan an die Ludwig Acrolite. Die Kombination aus hochwertiger Verchromung (die Trommel sieht auch nach über 35 Jahren von außen noch frisch aus) und dem charmant wirkenden Hebel der Teppichabhebung im "Baseball Bat-Style" ergeben ein schönes Gesamtpaket. Im Kesselinneren und am Hebel zeigt sie ihr wahres Alter in Form von etwas Flugrost. Im Spieltest lässt sie sich leicht stimmen, klingt trocken und trotzdem resonant, was auf die reduzierte Kesselhardware zurückzuführen ist. Sie ist insgesamt nicht besonders laut, und auch der Stimmumfang kann gegenüber dem Acrolite Modell nicht mithalten. Dennoch alles in allem eine schöne Vintage-Trommel mit eigenem Charme und Charakter.

Die D505 14“x5,75“ Phonic - The Spirit Of '76

Die D505 von 1976 ist eine Weiterentwicklung der D454. Ein kleines optisches Manko findet sich auch hier im Inneren des Kessels in Form von leichtem Rost entlang der Sicke. In tieferen Lagen kommt sie der D454 sehr nahe, aber durch die zwei zusätzlichen Spannböckchen und die deutlich schwerere Abhebung bei leicht veränderter Kesselkonstruktion ergeben sich gegenüber der D454 in höherer Stimmung leicht veränderte Klangeigenschaften. Hier zeigt sich die D505 weniger flexibel und klingt sehr trocken. Eine schöne Rock/Pop-Trommel für Leute, die ungern experimentieren, aber auf der Suche nach einem hochwertig gebauten Vintage-Instrument sind. Ein besonderes Merkmal ist bei beiden Trommeln der eigenständige "knirschende" und singende Rimshot-Sound.

Die D528 14“x8“ Phonic - ein Klassiker der 80's

Mit 24 Stimmschrauben - jede einzelne davon mit einer Snap Lock-Stimmsicherung ausgestattet - stellt der Fellwechsel bei der D528 eine kleine Kraftanstrengung dar. Die Schrauben fingerfest anzuziehen ist unmöglich und das Anziehen mit dem Schlüssel scheint ewig zu dauern, und auch sonst ist diese Trommel alles andere als ein Leichtgewicht. Sie klingt durch den tiefen Kessel singender als die D505 und überzeugt vor allem als klassische Rock-Snare mit gedämpften Center-Schlägen. Da kommt richtiges 80er-Feeling auf. Die Lautstärke und die Präsenz können problemlos schmerzerfüllte Gesichter bei den Mitmusikern erzeugen. Die massive Parallelabhebung arbeitet, wenn sie richtig justiert ist, problemlos und zuverlässig. Viele der Sounds kann man sicherlich auch mit einer sechseinhalb Zoll tiefen Trommel erzeugen, und der hohe Gebrauchtpreis in Verbindung mit den insgesamt eher unhandlichen Abmessungen lassen auf einen eingeschränkten Käuferkreis schließen. Nichtsdestotrotz eine Snare mit Kultfaktor.

Die HLD590 14“x8“ – Die Chef-Trommel

Die Sonor Signature HLD 590 war Ende der 80er das Aushängeschild der Signature-Serie. Unser Exemplar hat eine Zehner-Teilung, das heißt, zehn Stimmschrauben pro Seite. Ebenfalls erhältlich war eine Ausführung mit Zwölfer-Teilung. Auch heute noch ist diese Trommel auf dem Gebrauchtmarkt die teuerste Einzeltrommel aus dem Hause Sonor, mit Preisen bis jenseits der 2500-Euro-Marke. An der verkupferten Hardware nagt allerdings sichtbar der Zahn der Zeit, und auch der Bronze-Kessel selbst wirkt nicht mehr so frisch wie seine Vettern aus Ferromangan-Stahl. Neben dem brutalen Gewicht - mein lange vergessen geglaubtes Rückenleiden kehrte auf einen Schlag zurück - ist außerdem der lang anhaltende, sehr präsente glockige Ton zu erwähnen. Durch die Gussreifen kann die Trommel sehr laut sein und bringt ein reines, direktes Signal hervor. Mit höherer Stimmung und angespanntem Teppich wird sie zunehmend trockener. Für mich persönlich eine der interessantesten Trommeln im Test. Ich würde sie wohlhabenden Freaks ans Herz legen, als Tourinstrument ist sie allerdings nur für routinierte Gewichtheber zu empfehlen.

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