Gitarre Hersteller_VGS_Guitars
Test
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29.09.2017

Praxis

Klang und Spielpraxis

Die P-10 kommt im Pappkarton. Mit einem Koffer oder Gigbag sollte man dem Prachtstück aber noch mehr Wertschätzung verleihen. Im Grunde unterscheidet sich die Polaris-10 im Handling nicht von einer echten Martin-Dreadnought. Die P-10 ist jedenfalls wie das Original komfortabel ausbalanciert und der Hals mit ausgeprägtem C-Shaping liegt gut in der Hand.

Mit rund 2000 Gramm bringt die Polaris weniger Gewicht als eine Gitarre mit Palisanderkorpus auf die Waage. Wer gerne im Stehen spielt, sollte die P-10 mit einem Gurtknopf am Halsfuß nachrüsten. Durch die tiefe Zarge bleibt dann allerdings der Blick auf die Greifhand teilweise verdeckt. Damit sollte man sich aber abfinden, wenn man von den Vorzüge einer dicken Vollakustikgitarre profitieren möchte.

Mit einem 12er Saitensatz der Firma Optima wird ein voller, ausgewogener Klang mit druckvollen Bässen und einem gewissen Seidenglanz im oberen Frequenzbereich erzeugt. Die P-10 klingt auf verschiedenen Dynamikstufen authentisch, bringt Strummings auf höchstem Level und die Intonation stimmt auf ganzer Länge. Eine Tatsache, die durchaus Lob verdient. Deshalb muss sich die P-10 auch vor einem Studiomikro nicht fürchten.

Im Sattelbereich kann man noch mit Leichtigkeit zugreifen. In den oberen Lagen ist die Polaris mit einem Höhenabstand im 10. Bund von 6 - 7 mm zur Bundkrone nur noch schwer bespielbar. Eine Einstellungssache, die eigentlich der Endkontrolle vorbehalten sein sollte, denn für den Käufer sollte die erste Amtshandlung nicht unbedingt der Griff zum Inbus-Schlüssel sein.

Die P-10 wurde mit zwei kleinen Neumännern abgenommen. Leise Nebengeräusche, die ab und an auftraten, rühren unter Umständen von der Verkabelung her - ein häufiges Problem,, das bei jedem Instrument auftreten kann und deshalb auch nicht in die Bewertung eingehen soll.

Der Presys plus von Fishman hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt. Auch renommierte Marken wie Cort, Fender und Höfner - um nur einige zu nennen - bauen den Tonabnehmer in ihre Gitarren ein, und zwar nicht unbedingt in die preiswertesten. Preamp und Pickup sind gut aufeinander abgestimmt, das System produziert einen klaren elektroakustischen und dynamischen Ton. Das übliche Piezoschnarzen geht im Live-Modus völlig unter und bleibt auch im Studio-Betrieb im Hintergrund.

Das elektroakustische Signal kann natürlich auch vorzüglich mit dem Naturklang gepaart werden.

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