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Test
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17.04.2013

Vestax HMX-05 Test

DJ-Kopfhörer

Rot, rasant und DJ-freundlich

Vestax HMX-05 im bonedo-Test. Der Sommer steht vor der Tür. Zeit also, die dicken ohrumschließenden 53-Millimeter-Kopfhörer in den Schrank mit den Wintersachen zu hängen und zu luftig-leichter Ohr-Nahbeschallung zu greifen. Wie gerufen kommt da der neue HMX-05 von Vestax. Der ohraufliegende Stereo-Kopfhörer ist mit 40-Millimeter-Treibern bestückt. Er ist zusammenklappbar und verspricht mit einer robusten Konstruktion sowohl den Anforderungen in der DJ-Booth wie auch dem persönlichen Musikgenuss im öffentlichen Nahverkehr gerecht zu werden. Ob der Vestax das nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis einlösen kann?

Details

Der HMX-05 ist ein dynamischer, ohraufliegender Stereo-Kopfhörer mit 40-Millimeter-Treibern. In der Spitze vermag er einen maximalen Schalldruck von 103 Dezibel zu emittieren und liefert einen Fullrange-Frequenzgang von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Seine Konzeption als „Immer-dabei-Kopfhörer“ wird durch zwei Metallscharniere im Kopfbügel unterstrichen, die ein Einklappen der beiden Ohrausleger ermöglichen. Mit Audiosignalen befeuert man den HMX-05 über ein Stereokabel, das im linken Ohrhörer auf eine nicht verriegelte Mini-Klinkenbuchse trifft. Beide Ohrmuscheln sind mit austauschbaren Ohrpolstern ausgestattet, die zum Zeitpunkt dieses Tests leider noch nicht als Ersatzteil verfügbar waren.

Auspacken

Der weitgehend transparenten Kunststoff-Box entnehme ich den Kopfhörer selbst, ein 1,2 Meter langes, gerades Anschlusskabel in flacher Ausführung und einen „Mini-auf-Standard-Klinke“ Adapter. Prima finde ich, dass sich der Kopfhörer problemlos wieder in den Originalzustand zusammenpacken lässt. Das ist in letzter Zeit leider immer seltener der Fall.

Äußerlichkeiten

Schon durch die transparente Verpackung erkennt man: Der HMX-05 ist ziemlich „rasant“ designt und grundsätzlich in Schwarz gehalten. Die Innenseite des Kopfbügels wie auch die Beschriftung und die seitlichen Zierleisten sind in kräftigem Magenta eingefärbt. Aus irgendeinem Grund muss ich beim ersten Blickkontakt an Autotuning und Motorsport denken. Besonders schick: Zum Rand des Kopfbügels hin scheint der schwarze Hinterbau durch, wodurch das Rot ein bisschen so wirkt, als wenn es leuchten würde. Und wo wir schon beim Kopfbügel sind: Dessen Polsterung ist aus weichem, leicht gummiertem Elastomer gefertigt und bietet augenscheinlich sehr wenig, um sich der Kopfform tragefreundlich anzupassen. Der erste, einstündige Hörtest zeigt aber bereits das Gegenteil. Der Kopfhörer drückt von oben kaum und verteilt seine 200 Gramm Gewicht insgesamt sehr angenehm auf dem Kopf des Trägers (was natürlich immer auch von der Kopfform abhängig ist).

Ich setze meine Erkundungstour weiter südlich fort und treffe auf die auffälligen, aus Metall gefertigten Klappscharniere. Bewege ich diese in die Normalposition, rasten sie mit einem leichten Klacken ein. Die daran anschließenden Ausleger sind für die Anpassung an die Kopfgröße in zwölf gerasterten Stufen herausziehbar (etwa drei Zentimeter). Das signalführende Kabel geht von der Achse des Scharniers aus sichtbar in die Metallschiene über. In Verbindung mit der Verschraubung der Scharniere und der wahrscheinlich auch an Raumkreuzern nicht deplatziert wirkenden Typografie gibt dies dem Kopfhörer eine ziemlich stylische, technisch wirkende Anmutung, die mir persönlich sehr gut gefällt. Am unteren Ende sitzen dann die Hörgondeln. Diese passen sich in der Vertikalachse um ungefähr vier Millimeter der Kopfform an. Horizontal sind sie fest. 

In der linken Hörmuschel ist eine Mini-Klinkenbuchse zur Aufnahme des Anschlusskabels verbaut. Auf eine Verriegelung wurde verzichtet. Der Nachteil an diesem Konzept liegt auf der Hand, denn das Kabel kann bei festem Ziehen aus der Buchse rutschen. Die Vorteile sind ebenfalls klar. Dadurch, dass das Kabel eben nicht fix mit dem Kopfhörer verbunden ist, darf es sich an dieser Stelle bei ruckartigen Bewegungen aus der Buchse lösen. Das Schlimmste, was also passieren kann: Man muss es wieder einstöpseln. Bei Verriegelungen dagegen kann es viel leichter zum Kabelbruch oder Ausreißen von Lötpunkten kommen. Im schlimmsten Fall sogar zum Herausbrechen der Verriegelung. Ein weiterer positiver Aspekt der vorliegenden Konstruktion: Jedes herkömmliche Mini-Klinkenkabel kann als Ersatzteil genutzt werden. 

Für den avisierten Einsatzbereich als DJ- und Allround-Kopfhörer halte ich diese Lösung folglich für optimal und vergebe einen Pluspunkt, auch wenn ich das mitgelieferte Anschlusskabel mit seinen 1,2 Metern (Kabelknoten-Vermeidung hin oder her) für entschieden zu kurz halte. Da hätte man gut und gerne noch 40 Zentimeter mehr konfektionieren dürfen.

Insgesamt kann ich dem HMX-05 eine hervorragende Haptik und einen – in Anbetracht der Härte der Kopfbügelpolsterung - erstaunlich guten Tragekomfort attestieren. Besonders angenehm empfand ich das Gefühl, das an diesem Kopfhörer nichts „rappelt“ oder „klappert“. Er fühlt sich bereits in der Hand außerordentlich solide und verbindlich an. Mit „verbindlich“ lässt sich auch der Sitz des Hörers auf dem Kopf des Testers am besten beschreiben. Denn der HMX-05 schafft den schwierigen Spagat zwischen festem Andruck auf dem Ohr und gutem Tragekomfort über die Zeit mit Bravour. Bei Bewegungen, die im normalen Rahmen DJ-typischer Aktionen liegen, hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, der Kopfhörer würde Anstalten machen, seine Position zu verlassen. Gleichzeitig hält sich das Andruckgefühl auch bei längerem Tragen in angenehmen Grenzen. Klar, ein Hi-Fi-Lounge Listening-Hörer, der sich die größte Mühe gibt, unmerklich auf dem Kopf zu sitzen, ist der HMX-05 nicht. Das entspricht aber auch nicht seiner Zielsetzung.

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