Gitarre Hersteller_Traveler_Guitar Traveler_Guitar_LTD_EC-1
Test
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22.01.2019

Praxis

Sound

Die Gitarre lässt sich trotz kleinem Korpus im Sitzen gut spielen, man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass die Auflageflächen nicht denen eines normalen Korpus entsprechen. Was das betrifft, bot die Speedster Hot Rod V2 mit der anschraubbaren "Armlehne" eine bessere Ergonomie und ein natürlicheres Spielgefühl/Haltung. Der Korpus ist am Halsübergang und am Cutaway zusätzlich leicht abgeflacht, wodurch auch die hohen Lagen locker erreicht werden. Die Einstellung von Halsneigung und Saitenlage ist sehr gut, es schnarrt nichts, lediglich die Bünde hätten besser poliert sein können, aber nach etwas Einspielzeit mit diversen Bendings werden sie zunehmend glatter.

Die LTD EC-1 wird erst einmal an einen clean eingestellten Sovtek MIG-50H angeschlossen. Der Amp ist mit einer Marshall 4x12 Box (Celestion G12M) verbunden, die mit einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Die vier unterschiedlichen Sound Settings liegen auch an diesem Ausgang an, ihr hört nun die vier Grundsounds nacheinander über diesen clean eingestellten Amp - die Verzerrung kommt von der Gitarre.

Die Overdrive-Sounds aus der Gitarre klingen etwas statisch, das ist kein Ersatz für ein gutes Zerrpedal oder eine Ampzerre, aber prinzipiell ist es gut, auch an diesem Ausgang die Möglichkeit zur Verfügung zu haben. Der Pickup liefert einen knackigen Ton mit ordentlich Pegel, der eine Ampvorstufe schon früh ins Schwitzen bringt und bei einem verzerrten Amp/Pedal-Sound das kleine Quäntchen mehr Drive herausholt. Aber auch für Cleansounds ist das Ganze geeignet, und wenn es etwas wärmer klingen soll, hat man ja den Tone-Regler parat. Durch den hohen Output des Pickups lassen sich Overdrive-Sounds nur bedingt durch das Zurücknehmen des Volume-Reglers an der Gitarre realisieren. Ihr hört nun zwei Beispiele zur Demonstration der Wirkungsweise der beiden Regler mit dem Clean-Setting an der Gitarre. Die Verzerrung wurde von einem Vertex Ultraphonix erzeugt. Beim ersten Beispiel habe ich in der zweiten Hälfte den Volume-Regler zurückgenommen, beim zweiten Beispiel wird im zweiten Durchgang der Tone-Regler zurückgedreht.

Zur Kernkompetenz der Gitarre gehören natürlich High-Gain-Sounds aller Art, und die werden zur vollen Zufriedenheit erzeugt. Klanglich geht es klar in die moderne Ecke mit eher scharfen Höhen, die sich aber im Zerrgewitter der Band gut durchsetzen. Auch Downtunings sind unproblematisch. Der Pickup liefert einen strammen Ton mit guter Definition im Bassbereich, besonders bei tiefer gestimmten Riffs klappt das sehr gut. Hier ein Beispiel mit einem Emma PisdiYAUwot Distortion.

Nun bleibt der Amp aus und ihr hört eine Kostprobe wie es klingt, wenn man die Gitarre über den Kopfhörerausgang direkt anschließt. Die internen Sounds des Headphone-Amps sind zwar mit einer hochwertigen Ampsimulation nicht zu vergleichen, aber zum Üben meines Erachtens absolut ausreichend. Man spart sich einfach ein paar Zusatzgeräte: Kopfhörer anschließen, und los gehts. Wenn man möchte, spielt man dazu Playbacks beispielsweise vom Smartphone über den Aux In zum Jammen oder Üben ein - einfacher geht es wirklich nicht.

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