Test
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08.08.2019

Praxis

Der Praxistest hat leider einen etwas unglücklichen Start. Beim Aufbauen der Conga-Stative, genauer gesagt beim Versuch, deren Höhe auf meine Körpergröße (180 cm) einzustellen, gebe ich nach kurzer Zeit auf. Die Inbusschrauben sitzen so fest, dass ich sie mit dem mitgelieferten Inbus kaum bewegen kann. Mit einem übergestülpten Rohr als Hebel funktioniert es zwar, doch sind die restlichen Gewinde zu eng, um die Schrauben dort unbeschadet hineinzudrehen. So muss ich wohl oder übel mit den zu niedrigen Stativen weitertesten.

Dank des gleichmäßig dicken Fells geht das  Stimmen der 11“ Quinto leicht von der Hand, und schon nach wenigen Umdrehungen ertönt aus dem vorher schlaffen Fell ein runder, warmer und erstaunlich voller Open Tone. Wie bereits vermutet, macht das Fell der 10“ Requinto ein paar Probleme. Durch das an verschiedenen Stellen unterschiedlich starke und insgesamt etwas zu dünne Fell beherrschen unkontrollierte Obertöne das Klangbild, die sich auch nach längeren Stimmversuchen nicht wirklich in den Griff bekommen lassen. Dadurch klingt die Requinto leider etwas schwachbrüstig und weniger fokussiert als die Quinto. Je höher die Stimmung wird, desto dünner wird auch ihr Ton, während die Quinto in allen Stimmlagen überzeugen kann.

Bei den Bongos habe ich zuerst etwas Skrupel, die kleinere, „Macho“ genannte, 7“ Trommel auf die im Salsa übliche Spannung zu bringen, da mir die Hardware dafür nicht robust genug ausgelegt zu sein scheint. Auch machen mir die Einschnitte im Fellkragen etwas Sorgen, doch ich bekomme sie ohne Unfälle auf die gewünschte Spannung und gut in Stimmung. Auch die, „Hembra“ genannte, 8,5“ Trommel lässt sich gut stimmen. Ein „Martillo“ (der Standard-Bongo-Rhythmus) klingt auf diesen Bongos so, wie er klingen soll. Nur im Vergleich zu einem Profimodell mit entsprechender Befellung fällt auf, dass es dem Modell aus der Classic Serie doch etwas an Durchsetzungsfähigkeit fehlt und besonders die Akzente auf der Macho etwas giftiger ausfallen könnten.

Obwohl die beiden Congas mit ihrem kleinen Durchmesser in der kubanischen Musik für Solostimmen verwendet werden, dürfen sie ihre Klangqualitäten in den folgenden Audiobeispielen mit einem Tumbao in verschiedenen Stimmlagen demonstrieren.

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