Gitarre Hersteller_Thermion
Test
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04.05.2019

Praxis

Thermion empfiehlt den Anschluss im Effekt-Einschleifweg eines Amps, sofern vorhanden. Sollte der Effekteinschleifweg mit Line-Level arbeiten, rät der Hersteller zur Verwendung eines 18-Volt-Netzteils, wodurch sich der Headroom vergrößern soll.
Ich schleife das Pedal in den Effekteinschleifweg meines Marshall JVM 410 Topteils und nehme die angeschlossene 2x12" Box mit einem SM 57 ab. Alle Audiofiles werden im Klang natürlich nicht weiter bearbeitet. Eingespielt wird das Ganze mit einer Music Man Reflex.

Den Anfang macht der Boost-Regler. Zuerst ist der Amp ohne Effekt zu hören, dann drehe ich pro Beispiel das Boost-Poti erst in die Minimalstellung, dann auf 9 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr und im letzten Beispiel dann in die Maximalstellung.

Boost Check

Wie erwartet erhöhen sich Lautstärke und Zerrdichte. Auch bei maximaler Boost-Reglerstellung bleibt das Signal offen und druckvoll. Die eintretende Kompression ist eher spür- als hörbar, was für ein sehr natürliches Spielgefühl sorgt.

Und nun die Delay-Sektion. Hier spiele ich erst einmal alle drei Stellungen des Character-Schalters an und beginne mit BRGHT. Weiter geht es dann mit der NRML-Stellung und abschließend ist die DRK-Position zu hören.

Hier lässt sich sehr schön heraushören, wo die Unterschiede der drei Delay-Typen liegen.
Bei BRGHT bleiben die Wiederholungen in der Tat weitestgehend unbearbeitet, NRML bedämpft die Höhen hörbar und in der DRK-Stellung des Character-Schalters wird der Effekt etwas intensiver dargestellt als auf NRML. Allerdings hätte dieser Unterschied für meinen Geschmack noch deutlicher ausfallen können. So ähneln die beiden Einstellungen sich doch ziemlich.

Natürlich interessiert mich auch der Time-Regler, den ich mit der NRML-Stellung des Character-Schalters anspiele. Dabei drehe ich den Time-Regler von der Minimal- über die Mittel- hin zur Maximalstellung.

In der Minimalstellung des Time-Reglers kommt ein Slap-Delay zustande, das dem Sound eine tolle räumliche Tiefe beschert. Mit einer maximalen Verzögerungszeit von bis zu 700 ms sollte man damit für die meisten Situationen gewappnet sein.

Wie sich die beiden Tails-Schalterstellungen bemerkbar machen, zeigen die folgenden Beispiele. Erst steht der Schalter auf Off, im Beispiel danach auf On.

Die Funktion dieses Schalters arbeitet wie erwartet. in der Off-Stellung wird das Signal beim Betätigen des Fußschalters abrupt beendet, steht der Schalter auf On, klingt das Delay aus.

Für das folgende Beispiel setze ich das Outlaw-Pedal für einen Solosound ein. Dabei positioniere ich den Boost-Schalter auf 9 Uhr. Zuerst ist aber der Amp ohne Pedal zu hören, für das zweite Beispiel wird es aktiviert. Ich schalte dazu in den NRML-Mode des Character-Schalters.

Selbst bei dem schon recht verzerrten Sound hebt das Outlaw den Pegel deutlich an und rückt so das Signal ein Stückchen weiter nach vorn. Auch das Delay gefällt mir sehr gut, es hält sich vornehm zurück, verleiht dem Sound aber eine gewisse Tiefe. Allerdings vermisse ich ein Tap-Funktion, mit der sich das Tempo spontan ändern lässt.

Abschließend erzeuge ich mit dem Outlaw ein Ambient-Delay. Dazu drehe ich den Boost-Regler ganz zurück, MIX und TIME stehen in der Mittelstellung und Feedback in der Maximalstellung. Der Character-Schalter zeigt auf DRK.

Auch hier kann das Outlaw gefallen. Für meinen Geschmack klingt es in dieser Disziplin aber ein wenig steril. Hier vermisse ich die räumliche Tiefe und deutliche Modulationen.

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