GuitarFX_Loopswitcher
Test
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10.05.2016

Vergleichstest Loop-Switcher

Effektpedal Switching-Systeme im Test

Organisationstalente

Loop-Switcher im Test bei bonedo – Wohl die meisten Gitarristen besitzen und benutzen Effektpedale. Manche nur ein paar, bei anderen wird die Füllung des Pedalboards immer größer, weil viele Geräte nicht nur im Preis, sondern auch in ihren Abmessungen schrumpfen.

Und so ein Pedal im Miniformat findet immer irgendwo noch ein Plätzchen. Aber auch wenn räumlich noch Luft nach oben ist, bringt die Vergrößerung des Effektpedal-Arsenals naturgemäß andere Probleme mit sich. Zumindest ein Teil davon lässt sich mit unseren heute vorgestellten Helferlein auf clevere Art lösen, oder doch zumindest abmildern. 

Stepptanz

Wer viele Einzelpedale sein eigen nennt, der wird bei schnellen Soundwechseln ein paar hastige Tritte aufs Parkett bzw. Board legen müssen, um mal eben vom Cleansound mit Chorus und Reverb zum Leadsound mit High Gain Distortion und Delay zu wechseln. Das alles während des Spielens mit einem Zeitfenster von einer Achtelpause. Bei moderatem Rocktempo von 120 BPM ist das eine Viertelsekunde, beides verschwindend gering also. Da schaut man schon mal neidisch zum Kollegen mit dem digitalen Multieffektgerät, der entspannt mit einem Fußtritt alles mögliche umschaltet. Aber einen wirklichen Grund für Eifersucht gibt es nicht, denn mit einem sogenannten Loop-Switcher oder Loop-Umschalter kann man genau dasselbe tun, nämlich mehrere Pedale zur gleichen Zeit ein- und ausschalten (nicht zu verwechseln mit den momentan so populären Audio-Loopern, die Sequenzen des Gespielten aufnehmen und wiedergeben). Kein Problem also, mit einem Tritt von Rhythmus auf Lead zu wechseln, ohne rumpelstilzchenmäßig auf das Pedalboard stampfen zu müssen. Aber es gibt einen weiteren Vorteil für den Benutzer mehrerer Effektpedale. Dazu schauen wir uns einmal die Funktionsweise dieser Spezies an. 

Funktion

Je mehr Pedale in Reihe geschaltet werden, umso größer ist der Signalverlust. Selbst wenn alle ausgeschaltet sind, saugen sie am Signal, die einen mehr, die anderen weniger. Ein Loop-Switcher kann diesen Nachteil etwas reduzieren. Bei ihm werden die einzelnen Geräte in einen Effektloop geschaltet, und Pedale, die nicht benötigt werden, befinden sich auch nicht in der Signalkette. Dort sind nur die integriert, die auch im Einsatz sind. Nehmen wir an, wir haben sechs Pedale, die in folgender Reihenfolge auf dem Pedalboard hintereinander geschaltet sind: Wah Wah, Overdrive, Distortion, Phaser, Chorus, Delay. Mit einem Looper/Switcher könnte man die Schaltung folgendermaßen gestalten: In Loop 1 wird das Wah-Pedal geschaltet, Loop 2 schaltet den Overdrive und so weiter. Möchte man nun beispielsweise allein den Overdrive benutzen, wird Loop 2 aktiviert, der Rest bleibt außen vor und der Signalweg wird so kurz wie möglich gehalten. 

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Vorteil liegt darin, dass sich die Suche nach einem defekten Kabel in kürzester Zeit erledigt. Bei hintereinander geschalteten Pedalen ist das immer nervig, man baut auf, verkabelt und es kommt kein Ton. Wo ist die defekte Stelle? Kabel raus, ins nächste Pedal, und so weiter. Beim Looper/Switcher geht das ganz entspannt, man prüft jeden Loop einzeln und hat den Teufel schnell entdeckt. Das Problempedal wird aus der Signalkette genommen oder ein Ersatzkabel kommt zum Einsatz und „the show can go on“!

Ausstattung

Die einzelnen Loop-Switcher sind unterschiedlich ausgestattet, und wer sich dazu entscheidet, ein solches Teil anzuschaffen, der sollte einige Fakten berücksichtigen. 

Anzahl der Loops

Die wichtigste Frage ist die nach der Anzahl der benötigten Loops, und die beantwortet sich meist durch die Menge der benutzen Pedale. Denn in den meisten Fällen werden diese einzeln in die Loops geschaltet. Falls man zum Beispiel ein bestimmtes Zerrpedal ausschließlich mit einem Delay nur für Solosounds benutzt, könnte man auch darüber nachdenken, beide in einen Loop zu schalten. Und das gilt selbstverständlich auch für andere Pedale, die nur in Kombination benutzt werden.

Tuner Out

Einige Looper bieten auch einen dedizierten Ausgang für ein Stimmgerät, um dieses komplett aus dem Signalweg zu halten. Meines Erachtens ein sehr wichtiges Feature, es sei denn, man stimmt mit einem Clip-Tuner direkt am Instrument, was mittlerweile auch viele E-Gitarristen machen. 

Stromversorgung

Auch die Stromversorgung der Pedale kann von manchen Loop-Switchern übernommen werden, und manche von ihnen haben eine ganze Menge im Angebot. Und das bedeutet, dass man sich die Anschaffung auf jeden Fall reiflich überlegen sollte, denn mit einem solchen Exemplar spart man sich immerhin das Multi-Netzteil und hat mehr Platz auf dem Board. Nicht vergessen sollte man allerdings, in diesem Fall den Strombedarf der Pedale zu errechnen und dann zu überprüfen, ob der Kandidat das leisten kann. 

Programmierbarkeit

Wer den Stepptanz vermeiden möchte, der sollte einen Loop-Switcher auswählen, der in der Lage ist, Kombinationen von Loops (Pedalen) zu speichern und umzuschalten. Die Anzahl der Speicher ist natürlich wichtig und hängt vom jeweiligen Bedarf ab. Falls ihr zum Beispiel in verschiedenen Bands unterschiedliche Sounds abrufen müsst, sollte es schon etwas mehr sein. 

MIDI-Tauglichkeit

Wer ein MIDI-fähiges Effektgerät im Einsatz hat, der kann dieses auch per MIDI vom Loop-Switcher umschalten lassen. Ich benutze in meinem Board zum Beispiel ein Line 6 M9, dessen Soundwechsel über MIDI gesteuert werden. Dadurch kann ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Über den Loop-Switcher wird mit einem Fußtritt der Loop des M9 aktiviert, gleichzeitig wird über MIDI der richtige Sound aufgerufen. Das erleichtert das Leben ungemein. 

Buffer Amp

Die Glaubensfrage True Bypass oder Buffer Amp? Bei diesem Thema muss ich etwas weiter ausholen. Das hochohmige Gitarrensignal ist recht anfällig für Störgeräusche und bei längeren Kabelwegen findet außerdem ein Höhenverlust statt. Um zumindest bei Effektpedalen, die ja mit recht dünnen Drähten intern verkabelt sind, diesem Verlust entgegenzuwirken, wird eine True Bypass-Schaltung eingesetzt, die das Eingangssignal direkt an den Ausgang schickt, wenn der Effekt nicht aktiviert (Bypass) ist. Das ist aber nur dann wirklich sinnvoll, wenn nicht allzu viele Pedale (zwei bis drei) benutzt werden und der Kabelweg von der Gitarre zum Amp nicht übermäßig lang ist. 

Ein Buffer Amp wird am Anfang des Signalweges eingesetzt. Hierbei handelt es sich in der Regel um einen Impedanzwandler, der aus dem hochohmigen Gitarrensignal ein niederohmiges macht. Dadurch ist es nicht so anfällig gegen Störgeräusche und der Höhenverlust bei längeren Kabelwegen hält sich ebenfalls in Grenzen. Wer einen Loop-Switcher benutzt, der hat mit Sicherheit mehrere Pedale im Einsatz und in diesem Fall ist ein Buffer Amp am Anfang der Signalkette zur Stabilisierung des Signals sehr sinnvoll. 

Es gibt Fuzz-Pedale, die unterschiedlich auf hoch- und niederohmige Signale reagieren. Dort sollte man den Buffer in der Effekt-Kette hinter dem Fuzz-Pedal installieren, wenn es denn möglich ist. Manche Loop-Switcher verfügen über schaltbare Buffer, und da könnte man unter Umständen den besseren Sound erhalten, wenn beim Fuzz keiner aktiviert ist. 

Specials

Manche Hersteller haben noch ein paar Kunststücke in der Trickkiste, die nicht unerheblich sind. Bei G-Lab gibt es zum Beispiel ein Wah- und ein Whammy-Pad. Dabei handelt es sich um eine Metallplatte mit Schaltfunktion, auf die man das (eingeschaltete) Wah-Pedal legt. Setzt man nun den Fuß auf das Wah-Pedal, wird die Schaltfunktion aktiviert und mit ihr automatisch der entsprechende Loop. Das ergibt einen Zugriff in Echtzeit auf den Wah Effekt - eine sehr clevere und praxisnahe Funktion. Wer die Kanäle seines Amps umschalten möchte, sollte darauf achten, dass der Looper/Switcher eine solche Schaltfunktion hat. Manche schaffen auch dreikanalige Verstärker. 

Stereo Loops

Modulationseffekte werden gerne in Stereo genutzt. Wer dann auch noch zwei Amps ansteuert, der sollte wissen, ob genügend Stereo-Loops zur Verfügung stehen und die beiden auch angesteuert werden können. In dieser Konstellation wäre natürlich eine Ground-Lift-Funktion nicht schlecht, denn bei der Benutzung von zwei Verstärkern kann es schnell zu Brummschleifen kommen.  

Weitere Informationen und Artikel zu Gitarren Effektgeräten findest du in unserer Themenwelt Effektgeräte

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