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Test
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07.03.2016

Tama S.L.P. 14“x5,5“ Vintage Poplar Maple Snare Test

Snare Drum

Vintage Vibes aus dem Klanglabor

Im hauseigenen Klanglabor entwickeln Tamas Instrumentenbauer schon seit geraumer Zeit unterschiedlichste Snares, die, losgelöst von Tamas regulären Serien, als Teil des eigenständigen Sound Lab Projects erscheinen. Bei der 14x5,5 Zoll S.L.P. Vintage Poplar Maple Snare ließen sich die japanischen Spezialisten von den Kesselkonstruktionen der 1960er und 1970er Jahre inspirieren. Für einen erschwinglichen Preis soll hier dem Klangfetischisten eine Trommel mit den besten Eigenschaften eines Vintage Modells geboten werden. Doch kann diese Snaredrum den hohen Ansprüchen gerecht werden?

Zunächst sollte man sich der Tragweite dieses Vorhabens bewusst werden: Seit jeher gelten Drumsets, aber vor allem Snaredrums, der großen amerikanischen Firmen Gretsch, Slingerland und Ludwig aus den 1950er bis 1970er Jahren als Reminiszenz des guten, alten Sounds und sind vor allem im Studio äußerst beliebt. Wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts Snares wie Slingerlands Radio Kings noch aus einem einzelnen, über Wasserdampf gebogenen Stück Holz gefertigt, sind spätestens seit den Sechzigerjahren mehrlagige Kessel der gängige Standard. Die Mehrzahl dieser warm klingenden Trommeln wurde damals aus den Hölzern Ahorn und Pappel hergestellt. Nun greift Tama das altbewährte Rezept auf und verbindet es mit zeitgemäßen Hardware-Bauteilen zu dieser jüngst vorgestellten Snare.

Details

Klassische Optik trifft auf zeitgemäße Komponenten

Das Design des fünfeinhalb Zoll tiefen Kessels ist klassisch gehalten, ebenso wie die Kesselkonstruktion, die eine Rückbesinnung auf den Trommelbau der heutzutage so angesagten Vintage Drums ist. Waren damals viele der Instrumente aus lediglich drei dickeren Lagen Holz mit Verstärkungsreifen gebaut, hat Tama die Zutaten für diese Snare einfach verdoppelt. Zwischen den ersten beiden Schichten Ahorn verbergen sich zwei Lagen Pappelholz, die wiederum von zwei Schichten Ahorn umschlossen sind. Die einzelnen Lagen des sechs Millimeter starken Kessels wurden sauber quer geschnitten und zugunsten maximaler Stabilität kreuzverleimt. Dazu sind auf der Ober- und Unterseite jeweils Verstärkungsreifen eingeleimt, die, genau wie die Kesselwand, in einem Winkel von 45 Grad mit einem leichten Gegenschnitt gegratet sind. Auf der Resonanzfellseite verläuft ein sauber gearbeitetes Snarebed. Auffällig ist, dass alle Holzlagen sowie die Verstärkungsreifen im Vergleich zu Vintage Modellen wesentlich dünner ausfallen und viel feiner verarbeitet sind. Die Snare besticht optisch durch eine feine Lackierung über der äußeren Ahornlage des sechsschichtigen Kessels.

Um der althergebrachten Konstruktion gerecht zu werden, sind, wie bei vielen Vintage Snares, nur acht statt der heute gängigen zehn Spannböckchen montiert. Im Falle unseres Testmodells heißen sie „High-Tension Lugs“ und sind als Doppelspannböckchen konstruiert. Die Trommel ist insgesamt leichtgewichtig, was sich positiv auf das Resonanzverhalten auswirken sollte.  Zeitgemäßes Detail: Unter jedem Hardware-Teil sind schwarze Gummiunterlagen verschraubt. Als kleines Manko bei unserem Testmodell fällt jedoch auf, dass die Unterlage der Snare-Abhebung leicht schief geschnitten ist, was aber nur auf den zweiten Blick auffällt und Funktionalität oder gar Klang in keinster Weise beeinträchtigt.

Auch bei der Wahl der Spannreifen haben Tamas Klanglaboranten eine bewusste Entscheidung getroffen: anders als bei vielen Drumsets und Snares der Firma wurden weder harte Gussspannreifen, noch die hauseigenen Sound Arc Hoops verwendet. Stattdessen kommen gewöhnliche, dreifach geflanschte Spannreifen zum Einsatz, womit auch auf der Hardware-Seite die Grundlage für einen offenen und warmen Sound geschaffen wäre. Für die optimale Teppichspannung ist der Kessel durch das „Linear Drive“-Modell mit einer beidseitig justierbaren Abhebung ausgestattet, die einen zwanzigspiraligen Hi-Carbon Snareteppich präzise in Position hält. Um eine gute Ansprache dieses Teppichs zu gewährleisten, ist gegenüberliegend vom S.L.P. Badge ein Luftausgleichsloch angebracht.

Sämtliche montierte Hardware ist durchweg sauber verchromt. Das G1 Schlag- und Hazy 300 Resonanzfell von Evans versetzen wir im folgenden Praxisteil in Schwingung.

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