Hersteller_Swissonic KC_Keyboard_Controller KC_einfach
Test
3
18.02.2015

Praxis

Tastatur

Der positive erste Eindruck setzt sich bei der Klaviatur fort. Die EasyKey Controller bieten in meinen Augen ein überraschend gutes Spielgefühl, vor allem zu diesem Preis. Die Tasten haben einen realistischen Anschlagsweg und eine leichte Gewichtung, die sich erfreulich wenig nach starrer Feder anfühlt. Dazu klappern sie weniger als bei manchem teureren Modell. Die Anschlagdynamik lässt sich mit den drei Velocitykurven „Normal“, „Hard“ und „Soft“ anpassen, zusätzlich gibt es drei verschiedene feste Werte zur Auswahl (127, 100, 80). Übrigens senden die EasyKey-Keyboards sogar Note-Off-Velocity, nur auf Aftertouch muss man verzichten. Natürlich werden die Tastaturen keinen höheren pianistischen Ansprüchen gerecht und letztlich ist das immer auch eine Geschmacksfrage, aber für so günstige Keyboard Controller kann man hier meiner Ansicht nach wirklich nicht meckern – mir fallen einige Markenkeyboards ein, die deutlich mehr kosten und in dieser Hinsicht nicht mithalten können.

Konfiguration

Die Swissonic EasyKey Controller besitzen neun Speicherplätze für verschiedene Konfigurationen, angesichts des überschaubaren Funktionsumfangs ist das ausreichend. Die Programmierung erfolgt am Gerät selbst, einen Software Editor gibt es nicht. Man ruft mit dem EDIT-Button den Bearbeitungsmodus auf und kann die gewünschten Einstellungen dann über verschiedene Tasten der Klaviatur durchführen, wobei das Display eine große Hilfe ist. Das Prinzip ist einfach und auch für Neulinge schnell zu durchschauen, weil alle Sonderfunktionen der Tasten aufgedruckt sind. So kann man beispielsweise den MIDI-Kanal ändern, die Velocitykurve einstellen und den Controllern (Modulationsrad, Fader, Drehregler, Pedal) MIDI CC-Nummern zuweisen. Wenn man alle Einstellungen getätigt hat, kann man die Konfiguration auf einem der neun Speicherplätze ablegen und jederzeit wieder aufrufen. Etwas schade ist, dass der Drehregler nicht zur Eingabe von Werten im Edit-Mode genutzt werden kann, das würde die Eingabe beispielsweise von CC-Nummern noch vereinfachen. Stattdessen muss man die gewünschte Nummer über numerische Tasten eintippen.

Im Edit-Mode können die EasyKeys auch MIDI-Programmwechselbefehle und Bank Select Messages senden. Diese werden mit Konfigurations-Presets gespeichert, sodass man beim Umschalten von Presets automatisch den gewünschten Sound des Klangerzeugers anwählen kann. Als Schaltzentralen für größere MIDI-Setups sind die EasyKeys wegen des Fehlens umfangreicherer Masterkeyboard-Funktionen wie z.B. mehrerer Tastaturzonen aber dennoch nicht wirklich geeignet.

Loben möchte ich an dieser Stelle noch die Bedienungsanleitung. Sie kommt auf Deutsch und in gedruckter Form daher und ist deutlich umfangreicher, als man es von vergleichbaren Geräten gewohnt ist. Angesichts des überschaubaren Funktionsumfangs wirken die etwa 20 gedruckten Seiten fast verschwenderisch. Hier wird jede Einstellung Schritt für Schritt erklärt, sodass sich auch Einsteiger schnell zurecht finden dürften. 

Mitgelieferte Software

Den Swissonic EasyKey Keyboards liegt eine DVD mit dem Softwarepaket „Thomann Studio Starter Kit LE“ bei. Unter anderem findet man hier eine kostenlose Version der DAW Presonus Studio One für PC und Mac sowie diverse virtuelle Instrumente, darunter z.B. Sennheiser DrumMic'a, die Waldorf Edition LE und den hauseigenen Thomann Zampler mit ein paar Soundpacks. Insgesamt wirkt der Inhalt der DVD aber ein bisschen wie ein Sammelsurium von Software, die man größtenteils frei verfügbar im Netz bekommen kann. Die PC- und Mac-Versionen sind bunt durcheinander gewürfelt. Auch die Dokumentation ist nicht optimal – zwar befindet sich auf der DVD ein PDF-Handbuch mit vielen Tipps und Tricks für Einsteiger, aber dieses wurde offenbar für eine andere Version des Starter Kits geschrieben und passt nur teilweise zu der enthaltenen Software. Die kostenlose Version von Studio One unterstützt keine VST- oder AU-Plug-ins, sodass sie sich gar nicht mit den enthaltenen Software Synths verwenden lässt. Wer das möchte, muss auf eine höhere Version upgraden. Den Thomann Zampler und einige andere Plug-ins habe ich auf einem 64-Bit OS X System nicht zum Laufen bekommen. Einige ZIP-Dateien verlangen ein Passwort, das nirgendwo zu finden ist. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich hier einfach jemand hingesetzt, ein paar allseits bekannte Freeware-Programme heruntergeladen und auf eine DVD gepackt hat. Das Versprechen „Komplettes Tonstudio für den erfolgreichen Start als Musikproduzent“ wirkt angesichts des hier Gebotenen etwas hochtrabend. In dieser Hinsicht bekommt man bei den meisten Markenprodukten dann doch etwas mehr.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare