Gitarre Hersteller_Supro
Test
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18.10.2017

Supro 1699RH Statesman Head Test

Vollröhren-Topteil für E-Gitarre

Röhrenklassiker mit Ambition

Das Supro 1699RH Statesman Vollröhren-Topteil führt die Tradition der Supro-Amps fort, die in den 50er und 60er Jahren für schmutzigen South-Side Chicago Blues standen. Dieser wiederum beeinflusste damals viele der frühen englischen Rockbands, darunter auch Jimmy Page von Led Zeppelin, der mit dem Sound seines Supro-Amps Rockgeschichte schrieb. Obwohl die Amps damals als günstige Allrounder gehandelt wurden, verschwanden sie Ende der 60er Jahre vollständig von der Bildfläche.

Bis 2014, als sie von Absara Audio, Muttergesellschaft von Pigtronix mit Sitz in New York, zu neuem Leben erweckt wurden. Trotz aller Tradition und einer konsequent rückwärtsgewandten Klangästhetik lassen die Konstrukteure auch moderne Ideen in ihre ansonsten klassischen Konstruktionen einfließen. Wie gut der Spagat zwischen Tradition und Moderne beim Supro 1699RH Statesman funktioniert, sagt euch unser Test.

Details

Aufbau und Konzept

Der Supro Statesman ist ein zweikanaliger Vollröhrenamp, bei dem die beiden Kanäle im Gegensatz zu den meisten Gitarrenverstärkern nicht nur einzeln, sondern auch parallel geschaltet werden können. Mit diesem Zusammenspiel entsteht ein massiver Dual-Preamp-Sound, bei dem jeder Kanal einen Teil zur Gesamtstruktur beiträgt. Geschaltet werden die beiden mit einem Dreiwegschalter auf dem Frontpaneel oder mit dem beigelegten Fußschalter auch vom Bühnenrand.

Der rote Kanal liegt im linken Bereich des Bedienpaneels und entspricht dem des Supro Thunderbolt. Er ist ausschließlich mit einem Volume- und einem Tone-Regler ausgestattet und klingt rau und ungeschliffen, ideal also für klassischen Soul, Beat und schmutzigen Blues. Der blaue Kanal des Staatsmannes im rechten Teil ist dem Comet entnommen und besitzt auch dessen Zweiband-EQ, bestehend aus Bass und Treble, sowie dessen röhrengepufferten Hall. Sein Sound unterscheidet sich völlig von dem des ersten Kanals. Er ist straffer und weist eine andere Obertonstruktur und Verzerrung auf. Obwohl der Amp nicht mit einem Mastervolumen ausgestattet ist, kann man zu diesem Zweck und als Booster den schaltbaren Einschleifweg "missbrauchen". Das gilt aber nur für den blauen Kanal, sodass man sich einen cleanen und einen verzerrten Kanal voreinstellen kann. Rechts neben dem zweiten Kanal befindet sich das Powermanagement in Form des On/Off- und Standby-Schalters, und ein weiterer Schalter ermöglicht die Umschaltung der Endstufe von Class A auf A/B. Der Class-A-Modus bietet mehr Vintage-Flair und einen etwas mittigeren Ton, gleichzeitig ist er etwas träger in der Ansprache. Class A/B ist dagegen etwas straffer mit weniger Kompression, der Ton ist einen Tacken aggressiver, mit schnelleren Transienten und einem höheren Headroom. Das Ganze ist aber nicht so extrem, wie ich es mir zunächst vorgestellt hätte, aber dazu später mehr.

Die Rückseite

Für einen Vintage-orientierten Röhrenamp geht es auf der Rückseite ganz schön zur Sache. Schließlich bietet der Statesman insgesamt drei Fußschalteranschlüsse für die Kanalumschaltung, den Hall und den Effektloop. Um den Einschleifweg scharfzustellen, hat man hier einen kleinen Schalter angebracht. Aber damit nicht genug besitzt der Einschleifweg neben den beiden Ein- und Ausgangsbuchsen noch je einen Level-Regler für Send und Return, alles vom Feinsten also. Allerdings nützt das alles nichts, wenn man hier ein minderwertiges Effektgerät anschließt. Deshalb sollte man nur erstklassiges Equipment verwenden, weil hier schließlich das komplette Ampsignal durchgeschleust wird. Auch in punkto Speakeranschlüsse lässt der Amp kein Auge trocken. Zur Ausstattung gehören zwei Vier-Ohm-Buchsen, zwei acht Ohm und eine 16 Ohm. Bliebe noch die Schukobuchse samt Sicherungskästchen zu erwähnen. Alles in Allem macht der Amp einen sehr wertigen und gut verarbeiteten Eindruck, also auf ins Studio und ran an die Bouletten.

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