Test
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18.02.2019

Superlux PRA628 MKII Test

Dynamisches Mikrofon

Am langen Arm

Das Superlux PRA628 MKII hat es nicht einfach: Soll ein Gitarren-Amp oder eine Snaredrum auf die Festplatte gebannt werden, spuckt die Netzrecherche mit ziemlicher Sicherheit das Shure SM57 als weit verbreiteten Mikrofon-Standard aus. Mit einem Ladenpreis von knapp über 100 Euro stellt es auch für notorisch klamme Musikschaffende keine unerreichbare Investition dar. Aber auch alle anderen Hersteller haben vergleichbare Mikrofone im Programm, einige Modelle sind teilweise sogar für deutlich weniger Geld zu haben. Unser heutiger Testkandidat, das Superlux PRA628 MKII, steht für knappe 40 Euro in den Läden.

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich beim Superlux PRA628 MKII bereits um die zweite Auflage des Schallwandlers. Das aktuelle Modell besitzt bessere technische Werte als sein Vorgänger, formal unterscheidet es sich durch den eckigen Grill. Das Konzept eines dynamischen Mikrofons mit seitlicher Einsprechrichtung wurde allerdings ebenso beibehalten wie eine spezielle Schwanenhals-Halterung zur direkten Befestigung am Gitarrenverstärker. Ob der in China hergestellte Schallwandler am Amp, Snaredrum und Toms überzeugen kann, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Eine spezielle Halterung soll ein Stativ überflüssig machen

Dass man für 39 Euro keine Wunder in Sachen Verabeitungsqualität erwarten kann, sollte klar sein, trotzdem kommt das PRA628 erstaunlich solide daher. Das 13,5 Zentimeter kurze Mikrofon besitzt einen sauber verarbeiteten Metallkorpus und liegt mit etwa 190 Gramm angenehm proper in der Hand. Formal erinnert es an ein Sennheiser e906, was von Superlux sicherlich auch beabsichtigt ist, schließlich fördern optische Bezüge zu Bewährtem den Kaufreflex. Davon abgesehen, hat die Form des PRA allerdings auch einen praktischen Sinn, denn als Hauptanwendung ist der Betrieb vor einem Gitarren-Amp vorgesehen. Wo man für ein Shure SM57 gute 20 Zentimeter Platz vor der Bespannung des Verstärkers einplanen sollte, kommt das PRA mit seiner seitlichen Einsprechrichtung mit einem Bruchteil dessen aus. Bauartbedingt besitzt das Superlux eine Vorder- und Rückseite, falscher Positionierung soll nicht nur die zweifarbige Auslegung der beiden Grills vorbeugen, die Vorderseite ist zudem mit einer runden Ausbuchtung sowie der Aufschrift „Front“ gekennzeichnet.

Das auffälligste Feature des PRA628 MKII findet sich allerdings nicht am Mikrofon selbst, sondern unter dem mitgelieferten Zubehör. Neben einer konventionellen Halteklemme, einer Anleitung und einer Kunststofftasche ist die große Schwanenhalskonstruktion kaum zu übersehen. Ihr Sinn besteht darin, das Mikrofon direkt am Amp zu befestigen, ohne auf ein zusätzliches Stativ zurück greifen zu müssen. Am oberen Ende des Schwanenhalses befindet sich eine gefederte, per Schraube variabel fixierbare Klemme, welche an der oberen Gehäusekante des Verstärkers befestigt wird. Für zusätzlichen Anpressdruck sorgt eine Rändelschraube, welche die beiden Klemmbacken zusammendrückt und so ein Abfallen der Konstruktion verhindern soll. Am unteren Ende des Schwanenhalses wird die Mikrofonhalterung samt Mikrofon angeschraubt, dank genormtem Gewinde passen hier theoretisch alle Standardhalterungen. Der sehr starre Schwanenhals in Kombination mit einem hohen Anteil recht labil wirkendes Plastiks lässt bei der Halterung kein großes Vertrauen aufkommen, wir dürfen auf den Praxiseinsatz gespannt sein. 

Das PRA628 MKII ist als Superniere ausgelegt

Ein Blick auf das Datenblatt fördert wenig Überraschendes zutage. Ein nutzbares Frequenzband von 80 bis 18000 Hertz ist für ein dynamisches Intrumentenmikrofon ebenso guter Standard, wie die Empfindlichkeit von 1,8 mV/Pa. Als Close Mic für laute Quellen ausgelegt, verträgt es einen maximalen Schalldruck von 150 dB SPL, die Supernieren-Charakteristik soll helfen, unerwünschtes Übersprechen anderer Quellen zu verhindern. Dem Frequenzdiagramm ist zu entnehmen, dass die Übertragung Bass-starker Instrumente bei der Entwicklung des Superlux nicht ganz oben im Lastenheft stand. Unterhalb 200 Hertz geht es kontinuierlich abwärts, bei etwa 4000 Hertz ist der übliche Präsenzbereich-Boost zu verzeichnen, welcher für Durchsetzungsfähigkeit sorgen soll.  

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