Hersteller_Studiologic
Test
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27.09.2012

Praxis

Bedienung
In der Praxis bewährt sich die Displayanzeige, die jeweils den aktuellen Stand des Potis sowie den ursprünglichen (gespeicherten) Wert angezeigt. Das erlaubt genaues Editieren und garantiert die Übersicht. Auch die Wahlmöglichkeit zwischen direktem und „Catch-on“-Verhalten der Potis bei Parameter-Änderungen ist gerade für die Livesituation ein echter Pluspunkt. Über den Bedienkomfort braucht man ohnehin nicht viele Worte zu verlieren. Dank der großen Anzahl an Reglern und dem Platz, den man ihnen zugestanden hat, ist die Bedienung ein Traum. Direktzugriff at it's best. Auch die physische Qualität und Größe der Drehpotis lässt Analog-Feeling aufkommen. Wer sich ein wenig mit Klangsynthese auskennt, kann direkt loslegen. Seit dem Prophet '08 habe ich an einem Synthie nicht mehr so viel Spaß gehabt.

Zugegeben: Die Modulationsmöglichkeiten sind begrenzt. Gleichzeitiges Filteraufreißen, Noisehochdrehen und Tonhöhenmodulieren nur mit dem Mod-Wheel ist nicht drin (der Nordlead kann das). Auch eine über simples USB-MIDI hinausgehende Computeranbindung, sprich ein Software-Editor oder gar eine DAW-Einbindungsmöglichkeit, fehlt leider.

Durch sein klassisches Layout und seine umfangreiche Ausstattung mit Drehreglern bietet sich der Sledge auch als MIDI-Controller für Software-Synths an. Angesichts der übersichtlichen Aufteilung und Beschriftung der Potis ein interessantes Einsatzgebiet und eine schöne Möglichkeit zur „Zweitnutzung“ – man denke etwa an Arturias Moog- und Prophet-Simulationen.

Sound
Soundmäßig gibt der Sledge alles her, was man mit drei Oszillatoren, Wavetable-Synthese und FM eben so machen kann – und das ist ja bekanntlich eine ganze Menge. Layer- oder Splitmöglichkeiten gibt es allerdings nicht; Studiologic ist dem Konzept eines klassischen monotimbralen Synthesizers treu geblieben. Auch mit Samplememory wie beim Blofeld, mit dem man beispielsweise auch E-Pianos erzeugen kann, kann der Sledge nicht aufwarten.

Die 100 Werkssounds konzentrieren sich auf analoge Klänge der 70er und 80er. Beachtlich sind dabei vor allem die Flächen, die weich, lebendig, blubbernd aber auch trancemäßig bretthaft rüberkommen können.

In den zwei folgenden Beispielen toben sich die Wavetables aus und werden jeweils mit einem LFO moduliert.

Aber auch die einfachen, monophonen Klänge haben es in sich.

Spaßeshalber habe ich mal den Moog Prodigy und den DSI Mopho angeworfen und eine einfache Sägezahnwelle zum Vergleich produziert. Man hört immer zuerst den Sledge, dann den Prodigy und zum Schluss den Mopho. 

Ich finde, dass sich der Sledge nicht vor den echten Analogen zu verstecken braucht. Einzig bei einer Filterfahrt in der Selbstresonanz sind im Vergleich mit dem Prodigy ein paar digitale Spurenelemente zu entdecken.

Neben klassischen Synth-Klängen findet man unter den Werks-Presets ein buntes Programm an Effektsounds, retromäßigen Orgel- bzw. Clavinet-Simulationen und diversen anderen Analog-Sounds.

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