Hersteller_Steinberg Software
Test
10
13.12.2016

Fazit
(2 / 5)

Während sich Sibelius spätestens seit dem Update auf Version 8 in einer Art Stillstand befindet, tut Dorico genau das, was sich viele Anwender gewünscht hätten: Es steckt voller Innovation und bringt reichlich frischen Wind in den Sektor der professionellen Notationssoftware. Wegen der meiner Meinung nach deutlich zu früh erfolgten Veröffentlichung hat man aber leider den Eindruck, dass sich die Software vor allem auf eben diese innovative Seite und damit sozusagen auf die Kür konzentriert und dabei das Pflicht-Programm außer Acht lässt. So bietet Dorico endlos tiefe Gestaltungsmöglichkeiten, die höchstwahrscheinlich nur von einer Handvoll Avantgarde-Komponisten wirklich vollständig ausgenutzt werden können. Grundlegende Features wie die Notation für Drumset, Akkordsymbole oder Voltenklammern sind aber noch nicht enthalten – und die allgemeine Bedienung hakt auch nach dem ersten Update noch an vielen, ja wirklich vielen Stellen.

Im Zuge meiner Recherchen habe ich diverse Foreneinträge und Kommentare des Entwicklerteams gelesen, von denen einer war, dass es im aktuellen Stadium der Software keinen Sinn machen würde, ein gedrucktes Handbuch zu veröffentlichen, da sich alles so schnell verändert – eine Aussage, die meiner Ansicht nach den Nagel auf den Kopf trifft. Dorico ist noch nicht fertig und wegen der grundlegenden Mängel noch nicht konkurrenzfähig mit Finale oder Sibelius. Andererseits ist es aber genauso teuer. Wenn es einmal fertig sein sollte, dann könnte es durchaus das Zeug dazu haben, die alteingesessenen Kontrahenten vom Platz zu fegen. Bis dahin darf man als Durchschnittsanwender aber getrost warten. Und so blicken wir gespannt in die Zukunft!

Für interessierte Nutzer gibt es auf der Website von Steinberg eine für 30 Tage voll funktionsfähige Demoversion.

  • Pro
  • Freiheit bei der Eingabe und Gestaltung von Noten
  • Intelligentes Verhalten beim Positionieren von Noten und Symbolen
  • Offenes Seitenlayout
  • Allgemein sehr innovative Ansätze
  • Contra
  • In der aktuellen Version noch nicht konkurrenzfähig mit Sibelius und Finale
  • Auch in Version 1.0.10 noch viele „Bugs“ und allgemein unfertig.
  • Preis/Leistung
  • FEATURES
  • Notationssoftware
  • Offenes Seitenlayout
  • VST3-Schnittstelle (VST2 eingeschränkt)
  • Kopierschutz: Soft-eLicenser bzw. USB-eLicenser (eine Aktivierung pro Person)
  • Systemvoraussetzungen: Windows 10 (64 Bit), Mac OS X 10.11 El Capitan oder macOS 12 Sierra, Intel oder AMD dual core CPU, 8 GB RAM empfohlen (4 GB minimum), 12 GB freier Festplattenspeicher, Bildschirmauflösung von 1,920 x 1,280 oder höher empfohlen (1,366 x 768 minimum), Internetverbindung zur Aktivierung und Registrierung, Systemkompatible Audio-Hardware
  • Preise
  • Vollversion: 579,- € (Box), 559,- € (Download)
  • Crossgrade von Finale, Sibelius oder Notion: 299,- € (Box), 279,- € (Download)
  • Crossgrade von Finale, Sibelius oder Notion (Edu): 179,- € (Box), 159,- € (Download)
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