Test
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19.06.2018

Praxis

Ein paar Gedanken vor dem Aufbau

Das Stairville LED BossFx-1 Bundle Complete wird bereits montiert geliefert, sodass der Aufbau simpel ist. Dennoch sollte man schon vor dem Kauf beachten, dass ein Laser der Klasse 3R zum Einsatz kommt. Es gilt, drei Schutzrichtungen zu beachten: Der Bediener des Sets soll nicht verletzt werden. Kein Gast oder Mitwirkender soll bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu Schaden kommen. Niemand soll andere durch unbefugte Eingriffe in die Nutzung gefährden können, zum Beispiel im Laufe einer Party. Um den Laser zu nutzen, muss schriftlich ein Laserschutzbeauftragter bestellt und der Betrieb der Berufsgenossenschaft und der für den Arbeitsschutz zuständigen Stelle angezeigt werden.

Vor dem Aufbau sollte man insbesondere wegen des Lasers den Aufstellort überlegt auswählen. Wo kann kein Unbefugter in die Steuerung eingreifen? Wo befindet sich niemand im Laserstrahl und wo kann die Bar trotzdem ihre volle Wirkung entfalten? Die mitgelieferten Montagebügel können hier sinnvolle Dienste leisten. Zum Aufbau auf dem ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Stativ steckt man die Bar einfach auf selbiges.

Wer außer den LEDs, Derby-Effekten und dem Stroboskop auch den Laser in Betrieb nehmen möchte, verkabelt den Not-Aus-Schalter mit der dafür vorgesehenen Buchse an der Bar und platziert ihn an einer gut erreichbaren Stelle. Dann wird der kleine Sicherheitsschlüssel ins Schloss gesteckt und die Bar an den Stromkreis angeschlossen. Allerdings ist das Netzkabel relativ kurz, so dass man in aller Regel ein Verlängerungskabel benötigen wird.

Sofort nach dem Anschalten hört man die Lüfter und Motoren und stellt sogleich fest, dass das Gerät für Einsätze in ruhiger Umgebung wie bei Lesungen oder im Theater nicht geeignet ist. Aber wo bewegtes Licht versprochen wird, darf es ruhig lauter zugehen. Schon bei dezenter Hintergrundmusik fallen die Geräusche nicht auf. Um den Laser einzuschalten, dreht man den Schlüssel in die Stellung „On“.

Welche Ansteuerung zu deinem Einsatz passt

Das Bundle kann wie bereits erwähnt folgendermaßen angesteuert werden: mit den Tasten an der Bar, mit einem Lichtpult per DMX, mit einer Infrarot-Fernbedienung oder einem Funk-Fußschalter. Die Tasten an der Bar werden nicht an jedem Aufstellort erreichbar sein. Der Fußschalter ist praktisch für die One-Man-Show von der Bühne aus. Man bringt die Antennen an Bar und Fußschalter in Stellung und schaltet Letzteren ein. Der On-Schalter ist durch eine Abdeckung geschützt, zum Beispiel gegen auf dem Boden verschüttete Getränke.

Die Infrarot-Fernbedienung kann zum Einsatz kommen, wenn der Gastgeber selbst die Beleuchtung regeln möchte. Praktisch fand ich, dass die Bar sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite einen Infrarot-Sensor hat. So kann sie mit der Fernbedienung sowohl von vorn als auch von hinten angesteuert werden. Hat man sich für einen automatischen oder musikgesteuerten Effekt entschieden, wird man ihn eine Weile durchlaufen lassen können, in der man sich anderen Aufgaben widmen kann, bevor man den nächsten Effekt wählt. Den passenden Rhythmus erhalten die Sound-to Light-Effekte, indem die Musik im Saal von dem in der Bar eingebauten Mikrofon aufgenommen und weiterverarbeitet wird. Die Empfindlichkeit des Mikros lässt sich allerdings nur an der Bar selbst regeln. Sollen die Lichtwechsel nicht schon bei jedem Lacher erfolgen, heißt es also bei aufgehängter Bar: Die Leiter kann erst weg, wenn die Empfindlichkeit des Mikros stimmt.

Wer sich einen Lichttechniker oder eine Lichttechnikerin mit Lichtpult leistet, kann die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des Bundles per DMX-Steuerung vollends ausschöpfen. Dann wird mit einem DMX-Kabel der Lichtpult-Ausgang mit dem DMX-Input der Bar verbunden, der gewünschte DMX-Modus gewählt und eine Startadresse vergeben. Per Hand kreiert man sanfte Fades, schnelle Wechsel und gezielte Effekte punktgenau.

Die Effekt-Bar in Aktion

Beim Erkunden der zahlreichen Features des Multitalents half mir die Bedienungsanleitung leider nicht optimal. Das Set kann viel und im Handbuch sind alle Features systematisch, so wie das Menü aufgebaut ist, aufgelistet. Anwenderfreundlicher wäre es meines Erachtens gewesen, zuerst die Bedienung des Menüs grundsätzlich zu erklären und dann aus der Sicht des Nutzers passende Effekt-Kombinationen in drei Anwendungsbereichen zu präsentieren:

1. statische Hintergrundbeleuchtung

2. langsame Effekte für ruhige Stimmungswechsel

3. viel Effekt und Sound-to-Light-Funktionen für die große Show

So könnte man schnell die Effekte finden, die zum eigenen Anwendungszweck passen. Bei einer technisch-systematischen Auflistung hingegen besteht immer das Risiko, dass beim Einrichten wild durchs Menü gezappt wird und nicht alle Features ausgeschöpft werden. Diese tabellarische Darstellung des Menüs könnte man zusätzlich anbieten. Auf Seite 18 der Anleitung hat sich meines Erachtens ein kleiner Fehler eingeschlichen. Zum Speichern geänderter Einstellungen soll man „Mode“ drücken. Diese Taste gibt es jedoch nicht. Es war wohl „Enter“ gemeint.

Begeistert war ich davon, dass nur eine Bar einen 70 qm großen Raum schon nach wenigen Minuten des Programmierens mit beeindruckenden Effekten zu füllen vermag. Die Lichtkegel wirken dicht. Die LEDs strahlen hell. Der Radius des sich bewegenden Derby-Effekts ist groß. Einzig das Stroboskop machte auf mich nur mäßig Eindruck.

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