Bass Hersteller_Fender
Test
7
19.06.2011

DETAILS

Der typische Jazz Bass aus den 70er Jahren ist die Funk-Maschine schlechthin, ein schwerer Korpus aus Esche und das Ahorn-Griffbrett mit Blockinlays und Binding sind die typischen Merkmale und sorgen für einen gescoopten Sound mit tiefen Bässen und crispen, attackstarken Höhen, der sich ideal zum Slappen eignet. Statt Esche verwendet Squier beim typischen Jazz Bass Offset-Korpus des Vintage Modified Models preisgünstigeres Agathis-Holz, welches überwiegend bei Instrumenten der Einsteigerklasse Verwendung findet. Man darf also gespannt sein, wie sich das Holz auf den Sound des JBs auswirkt. Im Praxisteil gibt’s die Antworten!

Der mittelschwere Korpus ist mit einem tadellos verarbeiteten schwarzen Hochglanz - Polyesterlack versehen und wirkt, wie schon beim 60er Model, hochwertiger als man es in dieser Preisklasse erwarten würde. Keine Experimente macht Fender hingegen beim Hals: Er ist komplett aus Ahorn gefertigt und kommt mit den typischen Blockinlays als Lagenmarkierung und einem weißen Binding. Das ultraschlanke C-Profil des Halses fühlt sich absolut vintagemäßig und komfortabel an und auch der Skunk-Stripe aus dunklerem Holz auf der Rückseite erinnert an alte Schätzchen. Die 20 Bünde sind leider nicht schmal wie bei alten Fenders, sondern im populären Medium-Jumbo-Format gehalten. Sie sind sauber eingesetzt und im Großen und Ganzen ordentlich abgerichtet. Auch der Kunststoffsattel ist gut befeilt, sodass der Bass auch in den tiefen Lagen komfortabel genug zu spielen ist.  An der Grundkonstruktion und der Verarbeitung gibt es beim ’77 Jazz Bass also wirklich nichts auszusetzen, die Lackierung ist ordentlich und der Hals sitzt bombenfest in der passgenauen Ausfräsung.

Als Brücke kommt beim ’77 Jazz Bass selbstverständlich der berühmte Fender Blechwinkel zum Einsatz. Vier Saitenreiter stehen ohne Führungsrillen auf dem Winkel und sind -wie üblich- in Sachen Saitenlage und Bundreinheit justierbar. Diese Konstruktion verdient natürlich keinen Schönheitspreis und ist technisch nicht auf dem neuesten Stand, hat sich aber millionenfach bewährt und ist schlussendlich auch zu einem Teil für den typischen Fendersound mitverantwortlich. An der Kopfplatte sitzen offene Standard-Mechaniken und ein Saitenniederhalter für die D- und G-Saite. Die Mechaniken verrichten ihren Dienst zwar zuverlässig, laufen aber etwas hakelig und wirken dadurch eher „Low Budget“ mäßig.

Zwei Single-Coil-Tonabnehmer mit Alinico 5 Magneten und dem Aufdruck „Duncan Designed“ sorgen für die Tonübertragung. Die Pickups wurden speziell für die Vintage Modified Serie entwickelt und sind mit separaten Lautstärkereglern ausgerüstet. Zusätzlich steht eine Tonblende zum Absenken der Höhen zur Verfügung, hier gibt es also keine Abweichung zum typischen Fender Jazzbass-Cockpit. Als kleines Schmankerl verwendet Squier allerdings nicht die üblichen Poti-Knöpfe der Bässe, sondern weiß beschriftete Regler im Stratocaster-Gitarren-Design.

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