Recording Hersteller_SPL
Test
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21.03.2018

Praxis

Klang des goldenen Preamps

Zum Test habe ich mit einem Neumann KM84 Sprache und Akustikgitarre aufgenommen und über den SPL GoldMike verstärkt. Das Mikrofon habe ich dazu mit einem Splitter aufgeteilt, um zwei identische Eingangssignale jeweils an den Eingang meiner Yamaha-Vorverstärker als auch in den GoldMike anschließen zu können.

Die Sprachaufnahme klingt für mich mit dem Yamaha-Preamp grundsätzlich etwas dicker als mit dem GoldMike. Mit zugeschalteter SPL-Flair-Funktion wirkt sie direkt verständlicher und höhenreicher, aber ohne unangenehm zu zischeln oder die "s"-Laute störend zu verstärken. Die Stimme klingt für mich mit Hilfe der Flair-Schaltung genau so, wie ich sie haben möchte. Hier würde ich am Sound nichts mehr ändern wollen.

Nachfolgend habe ich ein Lick auf einer Akustikgitarre gespielt und auf dem GoldMike einmal normal und ein weiteres Mal mit eingeschaltetem Flair aufgenommen.

Zwischen Yamaha und dem GoldMike kann ich bei ausgeschaltetem Flair keinen klanglichen Unterschied hören. Ich bilde mir ein, dass der GoldMike etwas runder klingt. Klar ist, dass die Gitarre mit eingeschaltetem Flair viel spitzer und klarer klingt. Soll die Gitarren alleine für sich stehen, also solo ohne Band, so würde ich die Flair-Funktion hier weglassen. In einem komplexen Mix mit mehreren Instrumenten und Gesang dürfte ein halbes Pfund Flair der Gitarre sicher zu mehr Durchsetzungskraft verhelfen, weshalb man sie im Mix wahrscheinlich dann auch nicht lauter gemacht werden müsste.

Der GoldMike lässt sich auch zum Veredeln oder Mastern einsetzen

Dass man nicht nur Mikrofonsignale, sondern bereits aufgenommene, und im Grunde bereits fertiges Audiomaterial durch Preamps schicken kann, ist kein Geheimnis. Der SPL GoldMike bietet sich in dreierlei Hinsicht dafür an. Erstens handelt es sich um ein zweikanaliges Gerät, sodass man Stereosignale simultan hindurch schicken kann. Zweitens besitzt der GoldMike eine hervorragende Kanaltrennung, was dem Klangergebnis äußerst dienlich ist, da selbst bei geringer Vermischung der Kanäle ansonsten das Stereobild und die Räumlichkeit leiden würden. Und drittens kann man nicht nur den Röhrensound abschöpfen, sondern seinem Material mit Hilfe des Flair-Buttons eventuell das noch fehlende Quäntchen an Luftigkeit hinzufügen.

Zum Test jenseits von Mikrofonen habe ich eine bereits existierende Drumaufnahme, eine Klavieraufnahme und das fertige Master eines Chillout-Stückes durch die goldenen Schaltungen geschickt.

Das mit dem GoldMike bearbeitete Signal klingt ein wenig runder und dichter. Der Kick fehlt nun ein wenig die Härte im hohen Frequenzanteil der Attacks und das Schlagzeug klingt in meinen Ohren etwas wärmer. Bei aktivierter Flair-Funktion öffnet sich der Raum ein wenig da die Hi-Hat und ihr Raumanteil verstärkt werden. Auch die Ghost Notes der Snare sind nun deutlicher zu hören.

Die Synthesizer-Fläche und die Bassdrum gefallen mir mit der Gold-Mike-Bearbeitung besser als beim Original. Die zusätzlich aktivierte Flair-Schaltung im dritten Soundbeispiel reißt mir hier aber ein wenig zu sehr alle Höhen auf, wodurch der Mix sehr unruhig wird. Hier würde ich das Audiomaterial ohne Flair verwenden und ausschließlich den schöneren Röhrensound bevorzugen.

Bei der vorliegenden Klavieraufnahme geht im GoldMike bei ausgeschaltetem Flair die Härte in den Höhen rund um 3 Kilohertz ein wenig zurück. Der Flügel klingt direkt wärmer und für mich etwas weicher und schöner. Mit zugeschaltetem Flair bekommt der Klang des Pianos noch eine Spur mehr Glanz die nicht unangenehm ist. Gut, das ist Geschmackssache.

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